Shar Pei

Shar Pei

Unverwechselbarer chinesischer Faltenhund mit blauer Zunge — ruhig, loyal und eigenständig, aber mit ernsten zuchtbedingten Gesundheitsproblemen.

Größe
44–51 cm
Gewicht
18–25 kg
Lebenserwartung
9–11 Jahre
Herkunft
China
FCI-Gruppe
Spitze und Hunde vom Urtyp
Steckbrief: Shar Pei auf einen Blick
Größe44–51 cm
Gewicht18–25 kg
Lebenserwartung9–11 Jahre
HerkunftChina
FCI-GruppeSpitze und Hunde vom Urtyp
Fellpflegegering
Aktivitätsbedarfgering
Anfängertauglichmit Erfahrung

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf2/5
Kinderfreundlichkeit3/5
Anfängertauglich3/5
Pflegeaufwand2/5
Wachsamkeit5/5
Verträglichkeit2/5
Haarverlust2/5
Eigenständigkeit4/5
1 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Mittel
Andere Hunde Gering
Anfänger:innen Mittel
Wohnung Mittel
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Shar Pei
51 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Shar-Pei ist ein mittelgroßer chinesischer Hund mit unverwechselbaren Hautfalten, „Nilpferdkopf" und blau-schwarzer Zunge. Er ist ruhig, würdevoll und seiner Familie treu ergeben, dabei aber ausgesprochen eigenständig, reserviert und wenig unterwürfig.

Charakteristisch ist sein gelassenes, fast katzenhaftes Wesen: Der Shar-Pei ist anhänglich gegenüber seinen Bezugspersonen, gegenüber Fremden jedoch distanziert und wachsam, mit einem gewissen Schutztrieb. Er ist kein verschmuster „Jedermannsfreund".

Er ist intelligent, aber stur und selbstsicher und hat einen ausgeprägten eigenen Willen. Der Shar-Pei braucht Respekt, eine geduldige, konsequente Hand und — wegen seiner Gesundheit — einen besonders verantwortungsvollen Halter.

Herkunft & Geschichte

Der Shar-Pei ist eine uralte chinesische Rasse, die einst als vielseitiger Bauern-, Wach- und Jagdhund gehalten wurde; sein Name bedeutet etwa „Sandhaut" und verweist auf das raue, bürstige Fell. Zeitweise war er fast ausgestorben.

In den 1970er-Jahren wurde die Rasse über wenige Tiere vor allem in den USA gerettet und neu aufgebaut — dabei wurde der Shar-Pei allerdings faltiger gezüchtet als seine ursprüngliche, „knochige" Form. Die FCI führt ihn in Gruppe 2 (Molossoide).

Von seiner langen Vergangenheit hat er sein eigenständiges, würdevolles und reserviertes Wesen behalten; die starke Faltenausbildung der modernen Zucht ist jedoch tierschutzrelevant.

Aussehen & Größe

Der Shar-Pei ist ein mittelgroßer, kompakter und kräftiger Hund mit losen Hautfalten (besonders bei Welpen ausgeprägt), breitem „Nilpferd"-Kopf und kleinen, tief liegenden Augen. Er wird etwa 44 bis 51 cm groß und wiegt rund 18 bis 25 kg.

Das kurze, harte und bürstige Fell — namensgebend „Sandhaut" — kommt in vielen einfarbigen Tönen vor. Charakteristisch sind die blau-schwarze Zunge, die Hautfalten und der ernste, würdevolle Ausdruck.

Aus Tierschutzsicht sind übermäßige Hautfalten und tief liegende, von Falten eingeengte Augen kritisch, da sie Haut- und Augenprobleme begünstigen. Auf eine gesunde, weniger übertypisierte Zucht mit freiem Blick ist unbedingt zu achten.

Haltung & Auslastung

Der Shar-Pei hat einen moderaten Bewegungsbedarf. Er braucht täglich etwa eine Stunde ruhige Bewegung in Form von Spaziergängen sowie etwas Beschäftigung — er ist kein sportlicher Ausdauerhund und eher ruhig und gemächlich.

Geistige Beschäftigung nimmt er in Maßen an, lässt sich aber wegen seiner Eigenständigkeit nicht zu stundenlangem Training motivieren. Wegen seiner Hautfalten und der etwas kürzeren Schnauze ist er hitzeempfindlich und sollte an heißen Tagen geschont werden.

Er ist ein ruhiger, würdevoller Hausgenosse, der keinen großen Auslastungsaufwand verlangt, aber seinen eigenen Kopf hat und enge Bindung an seine Bezugspersonen braucht.

Erziehung

Der Shar-Pei ist intelligent, aber ausgesprochen stur und eigenständig — er hinterfragt Anweisungen und gehorcht nicht aus Unterwürfigkeit. Eine konsequente, ruhige und geduldige Erziehung mit viel positiver Bestärkung und gegenseitigem Respekt ist entscheidend.

Frühe Sozialisierung ist beim reservierten, teils dominanten Shar-Pei besonders wichtig, um Übervorsicht oder Unverträglichkeit gegenüber Fremden und anderen Hunden vorzubeugen. Härte und Druck sind kontraproduktiv.

Wer absoluten Gehorsam oder einen „will-to-please"-Hund erwartet, wird dem eigenständigen Shar-Pei nicht gerecht — er braucht eine souveräne, geduldige Hand.

Für Anfänger geeignet?

Der Shar-Pei ist nur bedingt anfängergeeignet. Sein moderater Bewegungsbedarf spricht zwar dafür, sein Eigensinn, seine Reserviertheit, sein Schutztrieb und vor allem seine ernsten zuchtbedingten Gesundheitsprobleme verlangen aber Erfahrung und Verantwortungsbewusstsein.

Wer einen Shar-Pei anschafft, sollte sich der zahlreichen Haut-, Augen- und der rassetypischen Fieber-Erkrankung bewusst sein, unbedingt auf möglichst gesunde, faltenärmere Zuchtlinien achten und einen souveränen Umgang mit dem eigenständigen Wesen mitbringen. Unter diesen Voraussetzungen ist er ein würdevoller Begleiter.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Shar-Pei ist seiner Familie gegenüber loyal, aber kein typischer verspielter Familienhund. Mit Kindern kommt er bei guter Sozialisierung zurecht, mag aber wegen seines würdevollen, reservierten Wesens kein grobes Anfassen; der Umgang mit kleinen Kindern sollte beaufsichtigt werden.

Gegenüber fremden Hunden — besonders gleichgeschlechtlichen — kann er dominant und unverträglich sein, weshalb frühe Sozialisierung wichtig ist. Katzen und andere Haustiere akzeptiert er eher, wenn er mit ihnen aufwächst; insgesamt ist er kein überschwänglich geselliger Hund.

Pflege & Pflegeroutine

Das kurze, harte Fell des Shar-Pei ist pflegeleicht und braucht nur gelegentliches Bürsten. Deutlich mehr Aufmerksamkeit verlangen die Hautfalten: Sie müssen regelmäßig kontrolliert, gereinigt und vor allem trocken gehalten werden, da sich sonst leicht schmerzhafte Hautentzündungen (Faltendermatitis) bilden.

Auch die engen Ohrkanäle (Neigung zu Ohrentzündungen) und die tief liegenden Augen verdienen besondere Kontrolle. Krallen und Zähne gehören zur üblichen Pflege.

Der Fellpflegeaufwand ist gering, die regelmäßige, sorgfältige Falten-, Ohren- und Augenpflege sollte man aber keinesfalls unterschätzen.

Ernährung

Der Shar-Pei braucht ein hochwertiges Futter in an seine Größe und seinen moderaten Bewegungsbedarf angepasster Menge. Da die Rasse stark zu Haut- und Futtermittelallergien neigt, kann ein gut verträgliches, möglichst hypoallergenes Futter helfen, Hautprobleme zu lindern.

Auf ein schlankes Gewicht ist zu achten. Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Shar-Pei erreicht ein Alter von etwa 9 bis 11 Jahren und gehört leider zu den gesundheitlich stark belasteten Rassen — viele Probleme sind direkte Folge der Zucht auf die ausgeprägten Hautfalten und tief liegenden Augen und damit tierschutzrelevant.

Im Vordergrund stehen die rassetypische Faltendermatitis, das Entropium (Einrollen der Lider, das die Hornhaut schädigt und oft schon beim Welpen operiert werden muss) sowie das Familiäre Shar-Pei-Fieber (FSF) mit dem Risiko einer Amyloidose, die Nieren und Leber schädigen kann. Hinzu kommen chronische Ohrentzündungen durch die engen Gehörgänge, Allergien, Schilddrüsenunterfunktion sowie eine gewisse Hitzeempfindlichkeit.

Ein verantwortungsvoller Züchter achtet auf gesunde, freie Augen, weniger extreme Falten und gesunde Linien. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — gerade bei dieser Rasse sind regelmäßige Kontrollen wichtig.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Shar-Pei teilt mit dem Chow-Chow die chinesische Herkunft, die blau-schwarze Zunge und das eigenständige, reservierte Wesen; der Chow-Chow hat üppiges langes Fell, der Shar-Pei das kurze, bürstige Faltenfell.

Mit kurznasigen, faltigen Begleithunden wie dem Mops teilt er die zuchtbedingte Anfälligkeit für Haut- und Atemprobleme, ist aber deutlich größer und eigenständiger. Gegenüber dem Bullmastiff ist er kleiner und reservierter. Wer einen verschmusten, robusteren Hund sucht, sollte die Gesundheitsthemen des Shar-Pei genau bedenken.

Kosten

Ein Shar-Pei-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.200 und 2.000 Euro. Auffällig günstige Angebote stammen oft von unseriösen Vermehrern mit besonders kranken, übertypisierten Tieren — auf gesunde, faltenärmere Zuchtlinien zu achten, ist hier wichtiger als der Preis.

Laufend sollte man mit rund 70 bis 120 Euro im Monat rechnen. Wegen der zahlreichen Haut-, Augen- und Fieber-Probleme sind jedoch hohe Tierarztkosten einzuplanen — ausreichende Rücklagen oder eine Krankenversicherung sind dringend zu empfehlen. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Bei kaum einer Rasse ist die Wahl des Züchters so wichtig wie beim Shar-Pei. Ein verantwortungsvoller Züchter züchtet auf gesunde, freie Augen, weniger extreme Falten und gesunde Linien ohne gehäuftes Shar-Pei-Fieber und kann entsprechende Untersuchungen vorlegen. Von extrem faltigen, übertypisierten Tieren mit eingeengtem Blick ist aus Tierschutzsicht klar abzuraten.

Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet auch im Tierschutz immer wieder Shar-Peis. Wer sich für die Rasse entscheidet, sollte ausschließlich bei gesundheitsorientierten Züchtern kaufen, sich der besonderen Verantwortung bewusst sein und mit dem eigenständigen Wesen umgehen können.

Passt zu dir, wenn …

du einen ruhigen, würdevollen und eigenständigen Hund schätzt
du dir der ernsten zuchtbedingten Gesundheitsprobleme bewusst bist
du ausschließlich bei gesundheitsorientierten Züchtern kaufst
du Zeit für die sorgfältige Falten-, Ohren- und Augenpflege hast
du souverän und geduldig führst
du einen verschmusten, verspielten Familienhund suchst
du die ernsten Gesundheitsrisiken und Kosten nicht tragen willst
du ein extrem faltiges, übertypisiertes Tier kaufen würdest
es bei dir dauerhaft sehr heiß ist

Häufige Fragen

Warum gilt der Shar-Pei als problematische Zucht?

Weil die Zucht auf die ausgeprägten Hautfalten und tief liegenden Augen zahlreiche Gesundheitsprobleme verursacht — von Faltendermatitis über Entropium bis zum Shar-Pei-Fieber.

Was ist das Shar-Pei-Fieber?

Das Familiäre Shar-Pei-Fieber (FSF) ist eine rassetypische, schubweise Fiebererkrankung mit dem Risiko einer Amyloidose, die Nieren und Leber schädigen kann.

Ist der Shar-Pei ein Anfängerhund?

Nur bedingt — sein Eigensinn, seine Reserviertheit und vor allem seine ernsten Gesundheitsprobleme verlangen Erfahrung und Verantwortungsbewusstsein. Gesundheitsorientierte Zucht ist Pflicht.

Hat der Shar-Pei eine blaue Zunge?

Ja — wie der Chow-Chow hat der Shar-Pei eine blau-schwarze Zunge, ein angeborenes Rassemerkmal.

Welche Krankheiten sind beim Shar-Pei typisch?

Faltendermatitis, Entropium (Einrollen der Lider), das Familiäre Shar-Pei-Fieber mit Amyloidose-Risiko, chronische Ohrentzündungen, Allergien und Schilddrüsenunterfunktion.

Wie alt wird ein Shar-Pei?

Etwa 9 bis 11 Jahre — als gesundheitlich belastete Rasse ist seine Lebenserwartung begrenzt.

Ist der Shar-Pei verschmust?

Eher würdevoll als verschmust — er ist seiner Familie loyal, aber eigenständig und reserviert, kein typischer Kuschelhund.

Wie pflegeintensiv sind die Falten des Shar-Pei?

Die Hautfalten müssen regelmäßig kontrolliert, gereinigt und trocken gehalten werden, um schmerzhafte Faltendermatitis zu vermeiden — das ist wichtiger als die eigentliche Fellpflege.

Verträgt der Shar-Pei Hitze?

Schlecht — wegen seiner Hautfalten und der etwas kürzeren Schnauze ist er hitzeempfindlich und sollte an heißen Tagen geschont werden.

Ähnliche Rassen

Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 309 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.