
Chow-Chow
Würdevoller Spitz-Typ mit Löwenmähne und blauer Zunge — eigenständig, ruhig und reserviert, ein katzenhafter Hund mit eigenem Kopf.
| Größe | 46–56 cm |
|---|---|
| Gewicht | 20–32 kg |
| Lebenserwartung | 9–12 Jahre |
| Herkunft | China |
| FCI-Gruppe | Spitze und Hunde vom Urtyp |
| Fellpflege | hoch |
| Aktivitätsbedarf | gering |
| Anfängertauglich | eher für Erfahrene |
Temperament & Eignung
Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.
Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.
~175 cm
56 cm
Eigenschaften
Wesen & Charakter
Der Chow-Chow ist ein würdevoller, eigenständiger Hund vom Spitz-Typ mit unverwechselbarer Löwenmähne und blau-schwarzer Zunge. Er ist ruhig, gelassen und seiner Familie treu, dabei aber ausgesprochen selbstständig, reserviert und wenig unterwürfig.
Charakteristisch ist sein fast katzenhaftes Wesen: Der Chow-Chow ist nicht der typische verschmuste „Will-to-please"-Hund, sondern entscheidet selbst, wann er Nähe sucht. Fremden gegenüber ist er distanziert und wachsam, seiner Familie gegenüber loyal und ruhig anhänglich.
Er ist intelligent, aber stur und eigenwillig und hat einen gewissen Schutztrieb. Der Chow-Chow ist kein verspielter Familienclown, sondern ein würdevoller, eigenständiger Begleiter, der Respekt und eine geduldige, konsequente Hand braucht.
Herkunft & Geschichte
Der Chow-Chow ist eine der ältesten Hunderassen der Welt und stammt aus China, wo er seit Jahrtausenden als vielseitiger Hund gehalten wurde — als Wach-, Jagd- und Schlittenhund und zeitweise leider auch als Fleisch- und Felllieferant.
Über England gelangte er im 19. Jahrhundert nach Europa, wo er als exotischer Begleithund Mode wurde. Die blau-schwarze Zunge ist sein berühmtestes Merkmal. Die FCI führt ihn in Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp).
Von seiner langen, vielseitigen Vergangenheit hat er sein eigenständiges, würdevolles und reserviertes Wesen behalten und ist heute ein ruhiger Begleit- und Familienhund mit eigenem Kopf.
Aussehen & Größe
Der Chow-Chow ist ein mittelgroßer, kompakter und kräftiger Hund mit üppigem Fell, löwenartiger Mähne und dem typischen steifen, „stelzenden" Gang. Er wird etwa 46 bis 56 cm groß und wiegt rund 20 bis 32 kg.
Es gibt ihn als Langhaar (am bekanntesten, mit üppiger Mähne) und seltener als Kurzhaar. Das dichte Doppelfell kommt in Rot, Schwarz, Blau, Falb und Creme vor. Sein berühmtestes Merkmal ist die blau-schwarze Zunge; auch der ernste, würdevolle Gesichtsausdruck ist typisch.
Durch die tief liegenden Augen und die ausgeprägten Falten kann es zu Lidproblemen kommen — auf eine gesunde, nicht übertypisierte Zucht mit freiem Blick ist zu achten.
Haltung & Auslastung
Der Chow-Chow hat einen eher geringen bis moderaten Bewegungsbedarf. Er braucht täglich etwa eine Stunde ruhige Bewegung in Form gemütlicher Spaziergänge — er ist kein sportlicher Ausdauerhund und neigt zur Gemütlichkeit.
Geistige Beschäftigung nimmt er in Maßen an, lässt sich aber wegen seiner Eigenständigkeit nicht zu stundenlangem Training motivieren. Wegen seines dichten Fells ist er stark hitzeempfindlich und sollte an heißen Tagen geschont werden.
Er ist ein ruhiger, würdevoller Hausgenosse, der keinen großen Aufwand bei der Auslastung verlangt, aber seinen eigenen Kopf hat. Ausreichend Bewegung hält ihn fit und beugt Übergewicht vor.
Erziehung
Der Chow-Chow ist intelligent, aber ausgesprochen stur und eigenständig — er hinterfragt Anweisungen und gehorcht nicht aus Unterwürfigkeit. Eine konsequente, ruhige und geduldige Erziehung mit viel positiver Bestärkung und gegenseitigem Respekt ist entscheidend.
Frühe Sozialisierung ist beim reservierten, teils dominanten Chow-Chow besonders wichtig, um Übervorsicht oder Unverträglichkeit vorzubeugen. Härte und Druck sind kontraproduktiv und können ihn stur oder ablehnend machen.
Wer absoluten Gehorsam oder einen „will-to-please"-Hund erwartet, wird dem eigenständigen Chow-Chow nicht gerecht — er braucht eine souveräne, geduldige Hand.
Für Anfänger geeignet?
Der Chow-Chow ist nur bedingt anfängergeeignet. Sein geringer Bewegungsbedarf spricht zwar dafür, sein Eigensinn, seine Reserviertheit, sein Schutztrieb und seine fehlende Unterwürfigkeit verlangen aber Erfahrung, Geduld und Verständnis für sein besonderes Wesen.
Für ruhige, souveräne Halter, die einen eigenständigen Hund schätzen, ihn früh gut sozialisieren und keine Kuschelmaschine erwarten, ist er ein würdevoller Begleiter. Wer einen verschmusten, leicht führbaren Familienhund sucht, sollte sich anders entscheiden.
Mit Kindern & anderen Tieren
Der Chow-Chow ist seiner Familie gegenüber loyal, aber kein typischer verspielter Familienhund. Mit Kindern kommt er bei guter Sozialisierung zurecht, mag aber wegen seines würdevollen, reservierten Wesens kein grobes Anfassen; der Umgang mit kleinen Kindern sollte beaufsichtigt werden.
Gegenüber fremden Hunden — besonders gleichgeschlechtlichen — kann er dominant und unverträglich sein, weshalb frühe Sozialisierung wichtig ist. Katzen und andere Haustiere akzeptiert er eher, wenn er mit ihnen aufwächst; insgesamt ist er kein überschwänglich geselliger Hund.
Pflege & Pflegeroutine
Das üppige Doppelfell des Chow-Chow ist sehr pflegeintensiv: Der Langhaar-Typ braucht mehrmals wöchentliches, gründliches Bürsten, besonders an der Mähne und den Hosen, um Verfilzungen in der dichten Unterwolle zu vermeiden. Im Fellwechsel zweimal im Jahr haart er extrem stark.
Geschoren werden sollte der Chow-Chow nicht, da das Fell seine Schutzfunktion verliert. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die tief liegenden Augen mit den Falten (Neigung zu Entropium). Ohren, Krallen und Zähne gehören zur regelmäßigen Kontrolle.
Der Pflegeaufwand ist hoch — das üppige Fell und das starke Haaren sollte man bei der Anschaffung realistisch einplanen.
Ernährung
Der Chow-Chow braucht ein hochwertiges, ausgewogenes Futter in an seine Größe und seinen eher geringen Bewegungsbedarf angepasster Menge. Da er sich wenig bewegt, neigt er zu Übergewicht, weshalb auf ein schlankes Gewicht und kontrollierte Portionen zu achten ist.
Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen. Manche Chow-Chows neigen zu Hautempfindlichkeiten, sodass ein gut verträgliches Futter sinnvoll sein kann.
Gesundheit & typische Krankheiten
Der Chow-Chow erreicht ein Alter von etwa 9 bis 12 Jahren. Mehrere rassetypische, teils durch das Erscheinungsbild bedingte Gesundheitsthemen sollte man kennen.
Am häufigsten sind Lidfehlstellungen wie Entropium und Ektropium (durch die tief liegenden Augen und Falten), die operiert werden müssen. Hinzu kommen Hüft- und Ellbogengelenksdysplasie, Patellaluxation, Glaukom und andere Augenerkrankungen, autoimmune Hauterkrankungen sowie eine ausgeprägte Hitzeempfindlichkeit durch das dichte Fell.
Ein seriöser Züchter achtet auf gesunde, freie Augen ohne übertriebene Falten und untersucht die Elterntiere auf Gelenke. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.
Vergleich mit ähnlichen Rassen
Der Chow-Chow floss in die Zucht des Eurasiers ein, dem er die blaue Zunge und ein Stück Eigenständigkeit vererbte; der Eurasier ist jedoch deutlich umgänglicher, menschenbezogener und weniger stur. Mit anderen Spitzen wie dem Wolfsspitz teilt er die spitztypische Erscheinung, ist aber reservierter und eigenwilliger.
Gegenüber dem freundlichen, verschmusten Samojeden ist der Chow-Chow deutlich distanzierter und würdevoller im Wesen. Wer einen aufgeschlossenen, verschmusten Spitz-Typ sucht, sollte den eigenständigen Charakter des Chow-Chow bedenken.
Kosten
Ein Chow-Chow-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Auf gesundheitlich untersuchte Elterntiere mit freien, gesunden Augen und einem nicht übertypisierten Erscheinungsbild zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis.
Laufend sollte man mit rund 90 bis 150 Euro im Monat rechnen, hinzu kommen Kosten für die aufwendige Fellpflege und mögliche Augenoperationen. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.
Anschaffung & Züchter
Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen Züchter wählen, der auf gesunde, freie Augen ohne übertriebene Falten züchtet, die Elterntiere auf Gelenke untersucht, auf ein wesensfestes, nicht übermäßig scharfes Naturell achtet und die Welpen gut sozialisiert. Von extrem faltigen, übertypisierten Tieren mit eingeengtem Blick ist aus Tierschutzsicht abzuraten.
Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet auch im Tierschutz immer wieder Chow-Chows. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob man mit dem eigenständigen, reservierten Wesen, der intensiven Fellpflege und der Hitzeempfindlichkeit gut leben kann.
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Häufige Fragen
Warum hat der Chow-Chow eine blaue Zunge?
Die blau-schwarze Zunge ist ein angeborenes Rassemerkmal des Chow-Chow — der Grund dafür ist nicht abschließend geklärt, sie gehört aber seit jeher zur Rasse.
Ist der Chow-Chow ein Anfängerhund?
Nur bedingt — sein Eigensinn, seine Reserviertheit und sein Schutztrieb verlangen Erfahrung und Geduld. Für ruhige, souveräne Halter, die keinen Kuschelhund erwarten, ist er geeignet.
Ist der Chow-Chow verschmust?
Eher nicht — er hat ein fast katzenhaftes, würdevolles Wesen und entscheidet selbst, wann er Nähe sucht. Seiner Familie ist er loyal, aber nicht überschwänglich.
Welche Krankheiten sind beim Chow-Chow typisch?
Vor allem Lidfehlstellungen (Entropium/Ektropium) durch die tief liegenden Augen, dazu Hüft- und Ellbogendysplasie, Glaukom, autoimmune Hauterkrankungen und Hitzeempfindlichkeit.
Wie alt wird ein Chow-Chow?
Etwa 9 bis 12 Jahre bei guter Pflege und gesunder, nicht übertypisierter Zuchtlinie.
Wie viel Bewegung braucht ein Chow-Chow?
Wenig bis moderat — etwa eine Stunde ruhige Bewegung täglich. Er ist kein sportlicher Ausdauerhund und neigt zur Gemütlichkeit.
Wie aufwendig ist die Fellpflege beim Chow-Chow?
Hoch — das üppige Doppelfell braucht mehrmals wöchentliches Bürsten, im Fellwechsel täglich. Geschoren werden sollte er nicht.
Ist der Chow-Chow mit anderen Hunden verträglich?
Gegenüber fremden, besonders gleichgeschlechtlichen Hunden kann er dominant und unverträglich sein. Frühe Sozialisierung ist wichtig.
Verträgt der Chow-Chow Hitze?
Schlecht — wegen seines dichten Fells ist er stark hitzeempfindlich und sollte an heißen Tagen geschont werden.
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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 205 · VDH · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.


