BARF-Rechner

Wie viel Rohfleisch braucht dein Hund am Tag — und wie teilt sich die Ration auf Fleisch, Knochen, Innereien und Gemüse auf? Der BARF-Rechner liefert dir die Tagesmenge nach Gewicht, Alter und Aktivität.

Tagesration
500 g
Fleisch · Knochen · Innereien · Gemüse

Was bedeutet BARF überhaupt?

BARF steht für „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter" (im Englischen „Biologically Appropriate Raw Food"). Die Idee dahinter: Den Hund möglichst nah an dem zu ernähren, was ein Beutetier liefern würde — rohes Muskelfleisch, fleischige Knochen, Innereien und ein kleiner pflanzlicher Anteil. Wer barft, hat die volle Kontrolle über jede einzelne Zutat und kann die Ration exakt auf seinen Hund abstimmen. Das ist der größte Vorteil — und zugleich die größte Verantwortung, denn ohne Wissen entstehen schnell Nährstofflücken.

Wie viel Futter pro Tag?

Die Tagesmenge richtet sich nach Körpergewicht, Lebensphase und Aktivität. Als Faustwerte gelten:

Tagesration als Anteil am Körpergewicht (Richtwerte)
LebensphaseAnteil pro TagBeispiel 20-kg-Hund
Welpe (2–4 Monate)ca. 5–6 %1.000–1.200 g
Junghund (4–12 Monate)ca. 3–4 %600–800 g
Erwachsen, ruhigca. 2 %ca. 400 g
Erwachsen, normalca. 2,5 %ca. 500 g
Erwachsen, sportlichca. 3 %ca. 600 g
Seniorca. 2 %ca. 400 g

Welpen werden über den Anteil am aktuellen Gewicht berechnet und die Menge mit dem Wachstum laufend angepasst. Der Rechner berücksichtigt Lebensphase und Aktivität automatisch.

Die Zusammensetzung: das Beutetier-Prinzip

Aus der Tagesmenge ergibt sich die Aufteilung. Bewährt hat sich die Faustregel 80 / 10 / 10 plus Gemüse:

  • ca. 80 % Muskelfleisch — die Basis, am besten aus verschiedenen Tierarten (Rind, Geflügel, Pferd, Fisch) für ein breites Nährstoffspektrum.
  • ca. 10 % fleischige Knochen (RFK) — wichtige Calcium-Quelle. Immer roh, nie gekocht (gekochte Knochen splittern!).
  • ca. 10 % Innereien, davon etwa die Hälfte Leber — sehr nährstoffreich, aber in Maßen, um eine Vitamin-A-Überversorgung zu vermeiden.
  • Pflanzlicher Anteil (Gemüse, wenig Obst) — püriert oder gedünstet, liefert Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Üblich sind rund 20 % der Gesamtration.

Bei genauerer Betrachtung wird die Ration oft als „80 % tierisch / 20 % pflanzlich" beschrieben, wobei sich die 80 % wiederum in Fleisch, Knochen und Innereien aufteilen. Unser Rechner zeigt dir die Gramm-Aufteilung direkt unter dem Ergebnis.

Wichtige Zusätze nicht vergessen

Reines Fleisch und Gemüse decken nicht alles ab. Je nach Zusammenstellung gehören regelmäßig dazu: ein hochwertiges Öl mit Omega-3 (z. B. Lachs- oder Algenöl), bei wenig Knochenanteil eine Calcium-Quelle (z. B. Eierschalenmehl), gelegentlich Seealgen für Jod und je nach Bedarf weitere Ergänzungen. Wer unsicher ist, lässt einen Rationsplan einmalig fachlich prüfen.

Häufige Anfängerfehler

  • Einseitig füttern — immer nur Rind und Huhn führt zu Nährstofflücken. Abwechslung ist Pflicht.
  • Zu viel Leber/Innereien — kann zu Durchfall und Vitamin-A-Überschuss führen.
  • Gekochte Knochen — splittern und sind gefährlich. Nur roh und unter Aufsicht.
  • Zu schneller Umstieg — besser langsam über ein bis zwei Wochen anfüttern, damit sich die Verdauung umstellt.
  • Welpen „nach Gefühl" — gerade im Wachstum ist das Calcium-Phosphor-Verhältnis kritisch; hier lohnt fachliche Begleitung besonders.

Der Rechner liefert einen verlässlichen Startwert für gesunde, ausgewachsene Hunde. Bei Welpen, Trächtigkeit, Untergewicht oder Erkrankungen (z. B. Niere, Pankreas) gehört die Ration in fachliche Hände — Tierärztin oder zertifizierte Ernährungsberatung.

Beispielration für einen 20-kg-Hund

So könnte ein Tag bei einem normal aktiven, ausgewachsenen 20-kg-Hund (etwa 500 g Tagesration) aussehen — als Orientierung, nicht als starre Vorgabe:

Beispiel-Tagesration (≈ 500 g, 80/20-Prinzip)
KomponenteAnteilMenge
Muskelfleischca. 50 %≈ 250 g
Pansen/Blättermagenca. 15 %≈ 75 g
Fleischige Knochen (RFK)ca. 10 %≈ 50 g
Innereien (½ Leber)ca. 5 %≈ 25 g
Gemüse/Obst (püriert)ca. 20 %≈ 100 g

Plus Zusätze wie ein Omega-3-Öl. Über die Woche werden Fleisch- und Innereiensorten variiert, damit das Nährstoffspektrum stimmt — nicht jede Mahlzeit muss exakt diese Aufteilung haben, die Bilanz über die Woche zählt.

Geeignete Fleischsorten und Gemüse

Abwechslung ist beim Barfen entscheidend. Bewährt haben sich:

  • Fleisch: Rind, Pferd, Lamm, Geflügel (gut durchgefroren wegen Salmonellen), Wild und Fisch (Omega-3, z. B. Lachs, Hering).
  • Innereien: Leber, Niere, Milz, Lunge, Herz (Herz zählt als Muskelfleisch).
  • Gemüse: Karotte, Zucchini, Kürbis, Gurke, rote Bete, Brokkoli, Pastinake — roh püriert oder leicht gedünstet.
  • Obst (wenig): Apfel, Banane, Beeren — als kleiner Anteil.

Tabu sind unter anderem Zwiebeln, Knoblauch in Mengen, Weintrauben/Rosinen, Avocado und gekochte Knochen — mehr dazu im Ratgeber Giftig für Hunde.

BARF oder Fertigfutter — was ist besser?

Beide Fütterungsarten können einen Hund vollwertig ernähren — entscheidend ist nicht „roh oder Sack", sondern die ausgewogene Zusammensetzung. Ein gutes Alleinfutter ist bereits bedarfsdeckend bilanziert und unkompliziert; BARF gibt dir dafür volle Kontrolle über jede Zutat und lässt sich exakt auf Unverträglichkeiten abstimmen.

  • Für BARF spricht: volle Zutatenkontrolle, naturnahe Fütterung, gut bei bestimmten Unverträglichkeiten, oft festere Kotabsatzmengen.
  • Gegen BARF spricht: höherer Aufwand und Wissen nötig, Risiko von Nährstofflücken bei Fehlern, Hygiene- und Lagerthema, anfangs meist teurer.

Eine Mischung ist ebenfalls möglich — wichtig ist nur, beide Anteile über den Tag bilanziert zu halten und nicht doppelt zu füttern.

Hygiene und Lagerung

Rohes Fleisch erfordert saubere Routinen: Tiefgefroren einkaufen und portionsweise im Kühlschrank auftauen (nie bei Zimmertemperatur stehen lassen), Arbeitsflächen und Messer nach Kontakt gründlich reinigen, den Napf nach jeder Mahlzeit spülen und angetautes Fleisch zügig verfüttern. In Haushalten mit Kleinkindern, Schwangeren oder immungeschwächten Personen ist besondere Sorgfalt wegen möglicher Keime geboten.

BARF im Alltag

Plane Einkauf und Lagerung mit ein: Die meisten Barfer kaufen tiefgefrorenes Fleisch im Vorrat und portionieren es. Hygiene ist wichtig — rohes Fleisch sauber verarbeiten, Näpfe gründlich reinigen. Mehr zum Einstieg liest du im Ratgeber BARF für Einsteiger. Wie viel die Rohfütterung im Monat kostet, lässt sich grob über den Hundekosten-Rechner abschätzen; wer (auch) Trockenfutter füttert, findet die Menge im Futtermengen-Rechner.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent des Körpergewichts sind richtig?

Ausgewachsene Hunde bekommen je nach Aktivität etwa 2–3 % ihres Körpergewichts pro Tag, Welpen und Junghunde deutlich mehr (bis 6 %). Der Rechner berücksichtigt das automatisch.

Ersetzt der Rechner eine Ernährungsberatung?

Nein. Er gibt einen guten Startwert für gesunde, ausgewachsene Hunde. Bei Welpen, Krankheiten, Trächtigkeit oder Untergewicht solltest du die Ration mit einer Tierärztin oder einem zertifizierten Ernährungsberater abstimmen.

Was bedeutet die 80/10/10-Regel beim BARF?

Sie beschreibt die Aufteilung des tierischen Anteils: rund 80 % Muskelfleisch, 10 % fleischige Knochen und 10 % Innereien (davon etwa die Hälfte Leber). Dazu kommt ein pflanzlicher Anteil aus Gemüse und etwas Obst.

Welche Zusätze braucht eine BARF-Ration?

Häufig sinnvoll sind ein Omega-3-Öl (z. B. Lachs- oder Algenöl), bei wenig Knochenanteil eine Calcium-Quelle wie Eierschalenmehl sowie Seealgen für Jod. Welche Zusätze nötig sind, hängt von der konkreten Zusammenstellung ab.

Darf ich Knochen roh verfüttern?

Ja, fleischige Knochen gehören roh zur Ration und liefern Calcium. Wichtig: niemals gekochte Knochen geben — sie splittern und können zu gefährlichen Verletzungen führen. Knochen immer unter Aufsicht.

Wie stelle ich meinen Hund auf BARF um?

Am besten langsam über ein bis zwei Wochen, damit sich die Verdauung umstellen kann. Beginne mit einer gut verträglichen Fleischsorte und führe weitere Komponenten schrittweise ein.

Weitere Tools

Grundlage: Gängige BARF-Richtwerte (Anteil am Körpergewicht; Beutetier-Prinzip 80/10/10 + Gemüse). Die Ergebnisse sind Richtwerte und ersetzen bei Gesundheitsfragen keinen Tierarztbesuch.