Pekingese

Pekingese

Würdevoller kleiner Palasthund aus China mit Löwenmähne — eigensinnig, loyal und mutig, aber mit ernsten zuchtbedingten Gesundheitsproblemen.

Größe
15–23 cm
Gewicht
3–6 kg
Lebenserwartung
12–15 Jahre
Herkunft
China
FCI-Gruppe
Gesellschafts- und Begleithund
Steckbrief: Pekingese auf einen Blick
Größe15–23 cm
Gewicht3–6 kg
Lebenserwartung12–15 Jahre
HerkunftChina
FCI-GruppeGesellschafts- und Begleithund
Fellpflegehoch
Aktivitätsbedarfsehr gering
Anfängertauglicheher für Erfahrene

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf1/5
Kinderfreundlichkeit3/5
Anfängertauglich2/5
Pflegeaufwand4/5
Wachsamkeit4/5
Verträglichkeit3/5
Haarverlust3/5
Eigenständigkeit4/5
0,5 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Mittel
Andere Hunde Mittel
Anfänger:innen Gering
Wohnung Gut
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Pekingese
23 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Pekingese ist ein kleiner, würdevoller Begleithund aus China mit löwenartiger Mähne und einem ausgeprägten Selbstbewusstsein. Trotz seiner geringen Größe tritt er stolz, mutig und eigenständig auf und gilt als kleiner „Löwenhund" mit großem Selbstvertrauen.

Er ist seiner Familie treu ergeben und anhänglich, aber auch eigensinnig, stur und wenig unterwürfig — ein Erbe seiner Vergangenheit als kaiserlicher Palasthund. Fremden gegenüber ist er reserviert und wachsam.

Der Pekingese ist kein verspielter, „will-to-please"-Hund, sondern ein würdevoller, selbstbewusster Begleiter mit eigenem Kopf. Er braucht Respekt, eine geduldige Hand und — wegen seiner Gesundheit — einen besonders verantwortungsvollen Halter.

Herkunft & Geschichte

Der Pekingese ist eine uralte chinesische Rasse, die jahrhundertelang am kaiserlichen Hof gehalten wurde und als heiliger „Löwenhund" galt. Er war ausschließlich dem Adel vorbehalten; gewöhnlichen Menschen war seine Haltung untersagt.

Nach der Eroberung des Pekinger Kaiserpalastes im 19. Jahrhundert gelangten einige Tiere nach England, wo die Rasse großen Anklang fand. Über die Jahrzehnte wurde der Pekingese immer kurznasiger und üppiger behaart gezüchtet — eine Entwicklung mit erheblichen Gesundheitsfolgen. Die FCI führt ihn in Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde).

Von seiner Vergangenheit als verehrter Palasthund hat er sein würdevolles, eigenständiges und selbstbewusstes Wesen behalten — die Zucht auf das extreme Aussehen ist allerdings tierschutzrelevant.

Aussehen & Größe

Der Pekingese ist ein kleiner, kompakter und gedrungener Hund mit langem, üppigem Fell, löwenartiger Mähne, kurzer Nase und einem flachen Gesicht. Er wird nur etwa 15 bis 23 cm groß und wiegt bis zu rund 5 kg.

Das lange, gerade Deckhaar mit dichter Unterwolle bildet eine ausgeprägte Mähne und kommt in vielen Farben vor. Charakteristisch sind der breite, flache Kopf, die großen Augen, der rollende Gang und der gedrungene, langgestreckte Körperbau.

Aus Tierschutzsicht ist das extrem kurznasige, flachgesichtige Erscheinungsbild kritisch zu sehen, da es zahlreiche Gesundheitsprobleme begünstigt. Auf möglichst freiatmende Zuchtlinien mit etwas längerer Nase ist unbedingt zu achten.

Haltung & Auslastung

Der Pekingese hat einen sehr geringen Bewegungsbedarf und eignet sich gut für die Wohnung und ruhige Haushalte sowie für Senioren. Mehrere kurze, gemächliche Spaziergänge am Tag genügen ihm — lange oder anstrengende Touren sind wegen seiner Atmung zu vermeiden.

Als kurznasiger Hund ist er stark hitzeempfindlich und darf bei Wärme keinesfalls überanstrengt werden; Aktivitäten gehören in die kühlen Tageszeiten. Seine Würde und Eigenständigkeit machen ihn zu einem ruhigen, gemächlichen Hausgenossen.

Etwas geistige Beschäftigung tut ihm gut, ohne ihn körperlich zu überfordern. Wegen seines langen Rückens und der kurzen Beine sollten Sprünge begrenzt werden.

Erziehung

Der Pekingese ist intelligent, aber ausgesprochen stur und eigenständig — er gehorcht nicht aus Unterwürfigkeit. Eine konsequente, ruhige und geduldige Erziehung mit viel positiver Bestärkung und gegenseitigem Respekt ist entscheidend, um seinen Dickkopf zu umgehen.

Auf Härte und Druck reagiert der würdevolle kleine Hund ablehnend; kurze, motivierende Trainingseinheiten passen besser. Frühe Sozialisierung hilft, seine Reserviertheit gegenüber Fremden in entspannte Bahnen zu lenken.

Wer absoluten Gehorsam oder einen „will-to-please"-Hund erwartet, wird dem eigenständigen Pekingesen nicht gerecht — er braucht Geduld und Humor.

Für Anfänger geeignet?

Vom Bewegungsbedarf her ist der Pekingese mit seiner Ruhe für Anfänger und Senioren denkbar, sein Eigensinn und vor allem seine ernsten zuchtbedingten Gesundheitsprobleme machen ihn aber zu einem anspruchsvollen Hund.

Wer einen Pekingesen anschafft, sollte sich der zahlreichen brachyzephalen Gesundheitsprobleme und der damit verbundenen Tierarztkosten bewusst sein und unbedingt auf möglichst gesunde, freiatmende Zuchtlinien achten. Unter dieser Voraussetzung und mit Geduld für seinen Eigensinn ist er ein würdevoller Begleiter.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Pekingese ist seiner Familie treu, aber kein typischer verspielter Familienhund. Mit Kindern kommt er bei guter Sozialisierung zurecht, mag aber wegen seines würdevollen Wesens und seiner Zerbrechlichkeit kein grobes Anfassen; er eignet sich eher für Familien mit älteren, rücksichtsvollen Kindern, und der Umgang sollte begleitet werden.

Mit anderen Hunden und Katzen versteht er sich bei guter Sozialisierung meist, tritt aber selbstbewusst auf. Insgesamt ist er kein überschwänglich geselliger Hund, sondern ein würdevoller Einzelgänger mit enger Bindung an seine Bezugspersonen.

Pflege & Pflegeroutine

Das lange, üppige Fell des Pekingesen ist sehr pflegeintensiv: Es braucht möglichst tägliches Bürsten, besonders an der Mähne und den Hosen, um Verfilzungen zu vermeiden. Regelmäßiges Trimmen oder eine pflegeleichtere Schur können den Aufwand verringern.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Gesichtsfalten und die großen, hervorstehenden Augen, die sauber und trocken gehalten und regelmäßig kontrolliert werden müssen. Wegen des dichten Fells ist er hitzeempfindlich. Ohren, Krallen und Zähne gehören zur üblichen Pflege.

Der Pflegeaufwand ist hoch — das üppige Fell und die nötige Gesichts- und Augenpflege sollte man realistisch einplanen.

Ernährung

Der Pekingese braucht ein hochwertiges Futter in an seine geringe Größe und seinen sehr geringen Bewegungsbedarf angepasster, kleiner Menge. Er neigt zu Übergewicht, das seine ohnehin belastete Atmung und seinen langen Rücken zusätzlich beeinträchtigt — auf ein schlankes Gewicht ist konsequent zu achten.

Die passende Portion lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen. Wegen der flachen Schnauze frisst er teils umständlich; regelmäßige Zahnkontrolle ist bei dem kleinen Hund wichtig.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Pekingese erreicht ein Alter von etwa 12 bis 14 Jahren, gehört aber zu den gesundheitlich stark belasteten Rassen — viele seiner Probleme sind direkte Folge der Zucht auf das extreme, flachgesichtige Aussehen und damit tierschutzrelevant.

Im Vordergrund steht das brachyzephale Atemwegssyndrom (BOAS) durch die kurze Nase, das zu Atemnot und starker Hitzeempfindlichkeit führt. Hinzu kommen schwerwiegende Augenprobleme (die großen, hervorstehenden Augen neigen zu Verletzungen, Hornhautgeschwüren, trockenem Auge und im Extremfall zum Vorfall des Augapfels), Hautentzündungen in den Falten, Bandscheibenprobleme durch den langen Rücken sowie Patellaluxation und Zahnprobleme.

Ein verantwortungsvoller Züchter achtet auf eine möglichst freie Nase, weniger vorstehende Augen und einen funktionalen Körperbau. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — gerade bei dieser Rasse sind regelmäßige Kontrollen wichtig.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Pekingese wird oft mit anderen kleinen, kurznasigen Begleithunden verglichen. Der Mops ist ähnlich brachyzephal und gesundheitlich belastet, aber kurzhaariger und verspielter; der Shih Tzu ist ihm im üppigen Fell ähnlich, aber meist etwas freiatmender und umgänglicher.

Gegenüber dem ebenfalls langhaarigen, aber langnasigeren Malteser ist der Pekingese deutlich gesundheitlich anfälliger. Bei allen kurznasigen Rassen gilt: Auf möglichst freiatmende Zuchtlinien zu achten, ist entscheidend; wer einen robusteren kleinen Hund sucht, sollte längernasige Rassen bevorzugen.

Kosten

Ein Pekingese-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.200 und 2.000 Euro. Auffällig günstige Angebote stammen oft von unseriösen Vermehrern mit besonders kranken Tieren — auf gesunde, freiatmende Zuchtlinien zu achten, ist hier wichtiger als der Preis.

Laufend sollte man mit rund 50 bis 90 Euro im Monat rechnen. Wegen der zahlreichen Gesundheitsprobleme sind jedoch hohe Tierarztkosten einzuplanen — ausreichende Rücklagen oder eine Krankenversicherung sind dringend zu empfehlen. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Bei kaum einer kleinen Rasse ist die Wahl des Züchters so wichtig wie beim Pekingesen. Ein verantwortungsvoller Züchter züchtet auf eine möglichst freie Nase, weniger vorstehende, gesunde Augen und einen funktionalen Körperbau und kann entsprechende Untersuchungen vorlegen. Von extrem flachgesichtigen, übertypisierten Tieren ist aus Tierschutzsicht klar abzuraten.

Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet auch im Tierschutz immer wieder Pekingesen. Wer sich für die Rasse entscheidet, sollte ausschließlich bei gesundheitsorientierten Züchtern kaufen, über Tierschutz-Optionen nachdenken und sich der besonderen Verantwortung bewusst sein.

Passt zu dir, wenn …

du einen ruhigen, würdevollen kleinen Begleithund suchst
du dir der zuchtbedingten Gesundheitsprobleme bewusst bist
du ausschließlich bei gesundheitsorientierten Züchtern kaufst
du Zeit für die intensive Fellpflege hast
du Geduld für seinen Eigensinn mitbringst
du einen verspielten, leicht führbaren Hund suchst
du die ernsten Gesundheitsrisiken und Kosten nicht tragen willst
es bei dir dauerhaft sehr heiß ist
du ein extrem flachgesichtiges, übertypisiertes Tier kaufen würdest

Häufige Fragen

Hat der Pekingese Atemprobleme?

Häufig ja — durch die extrem kurze Nase leidet er oft am brachyzephalen Atemwegssyndrom (BOAS) und ist stark hitzeempfindlich. Auf freiatmende Zuchtlinien achten.

Warum gilt der Pekingese als Qualzucht?

Weil die Zucht auf das extrem flache Gesicht und die großen Augen zahlreiche Gesundheitsprobleme verursacht — von Atemnot über schwere Augenprobleme bis zu Hautentzündungen.

Ist der Pekingese ein Anfängerhund?

Vom geringen Bewegungsbedarf her denkbar, aber sein Eigensinn und vor allem seine ernsten Gesundheitsprobleme machen ihn anspruchsvoll. Gesundheitsorientierte Zucht ist Pflicht.

Wie viel Bewegung braucht ein Pekingese?

Wenig — mehrere kurze, gemächliche Spaziergänge täglich genügen. Anstrengung und Hitze sind wegen der Atmung zu vermeiden.

Welche Krankheiten sind beim Pekingesen typisch?

Das brachyzephale Atemwegssyndrom, schwere Augenprobleme (Verletzungen, Hornhautgeschwüre, Augenvorfall), Hautentzündungen in den Falten, Bandscheibenprobleme und Patellaluxation.

Wie alt wird ein Pekingese?

Etwa 12 bis 14 Jahre — bei gesundheitsorientierter Zucht und guter Pflege.

Ist der Pekingese verschmust?

Eher würdevoll als verschmust — er ist seiner Familie treu, aber eigenständig und reserviert, kein typischer Kuschelhund.

Wie aufwendig ist die Fellpflege beim Pekingesen?

Hoch — das lange, üppige Fell braucht möglichst tägliches Bürsten; dazu kommt die nötige Pflege von Gesichtsfalten und Augen.

Verträgt der Pekingese Hitze?

Schlecht — als kurznasiger Hund mit dichtem Fell ist er stark hitzeempfindlich und sollte an heißen Tagen unbedingt geschont werden.

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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 207 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.