
Malteser
Freundlich, sanft und wenig haarend — ein anhänglicher kleiner Begleiter.
| Größe | 20–25 cm |
|---|---|
| Gewicht | 3–4 kg |
| Lebenserwartung | 12–15 Jahre |
| Herkunft | Mittelmeerraum / Italien |
| FCI-Gruppe | Gesellschafts- und Begleithund |
| Fellpflege | sehr hoch |
| Aktivitätsbedarf | gering |
| Anfängertauglich | gut geeignet |
Temperament & Eignung
Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.
Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.
~175 cm
25 cm
Eigenschaften
Herkunft & Geschichte
Der Malteser zählt zu den ältesten Begleithunderassen Europas — kleine weiße Schoßhunde dieses Typs sind schon aus der Antike rund um das Mittelmeer überliefert. Trotz des Namens ist die Herkunft von der Insel Malta nicht gesichert; der Name leitet sich vermutlich eher vom Wort für „Hafen" oder einer mediterranen Region ab. Sicher ist: Schon bei Griechen und Römern war der kleine weiße Hund als Begleiter vornehmer Damen geschätzt und galt über Jahrhunderte als Statussymbol an europäischen Höfen.
Der Malteser wurde nie für Arbeit, Jagd oder Wache gezüchtet, sondern stets als reiner Gesellschafts- und Schoßhund. Genau das prägt sein Wesen bis heute: Er ist ganz auf den Menschen ausgerichtet, sucht enge Nähe und hat keinen Arbeits- oder Jagdtrieb, der ausgelastet werden müsste. Sein „Beruf" war und ist es, ein liebenswürdiger Begleiter zu sein — und das beherrscht er meisterhaft.
Aussehen & Größe
Der Malteser ist ein sehr kleiner Hund von 20–25 cm Schulterhöhe und nur 3–4 kg Gewicht. Sein auffälligstes Merkmal ist das lange, seidige, reinweiße Fell, das ohne Unterwolle glatt am Körper herabfällt und bei voller Länge fast den Boden berührt. Anders als die meisten Rassen haart der Malteser kaum — sein Fell wächst eher wie menschliches Haar. Die dunklen, runden Augen und die schwarze Nase geben dem kleinen Hund einen aufgeweckten, freundlichen Ausdruck. Trotz seiner zierlichen Erscheinung ist der Malteser kein zerbrechliches „Spielzeug", sondern ein lebhafter, beweglicher Hund.
Wesen & Charakter
Der Malteser ist anhänglich, fröhlich, lebhaft und außerordentlich menschenbezogen. Er liebt es, im Mittelpunkt zu stehen, ist verschmust und möchte am liebsten überall dabei sein. Trotz seiner Schoßhund-Vergangenheit ist er keineswegs nur ein Sofakissen: Er ist aufgeweckt, neugierig, verspielt und durchaus mutig — kleine Malteser melden Besuch oft lautstark und können einen erstaunlichen Wachhund-Ehrgeiz entwickeln.
Wichtig zu wissen: Der Malteser ist sehr personenbezogen und verträgt langes Alleinsein schlecht; er neigt zu Trennungsstress, wenn er nicht früh daran gewöhnt wird. Manche Vertreter neigen außerdem zum Kläffen oder werden — vor allem bei zu viel Verhätschelung — zum kleinen Tyrannen. Konsequente, liebevolle Erziehung verhindert das. Gut geführt ist der Malteser ein fröhlicher, gelehriger und treuer Begleiter, der seinen Menschen mit großer Hingabe zugetan ist.
Haltung & Auslastung
Als kleiner Begleithund hat der Malteser einen überschaubaren Bewegungsbedarf und eignet sich hervorragend für die Wohnung und das Stadtleben. Trotzdem braucht auch er Bewegung und vor allem geistige Beschäftigung, um ausgeglichen zu bleiben:
- Mehrere kleine Spaziergänge täglich — der Malteser läuft gern mit und ist erstaunlich ausdauernd.
- Spiel und Köpfchen-Training wie kleine Tricks, Suchspiele oder Intelligenzspielzeug.
- Anfängergeeigneter Hundesport wie Mini-Agility oder Trickdog.
Man sollte den Malteser nicht unterschätzen oder als reines Schoßhündchen behandeln — wird er nur getragen und verwöhnt, langweilt er sich und neigt zu Verhaltensproblemen wie Kläffen. Wegen seiner geringen Größe und des fehlenden Unterfells ist er kälte- und nässeempfindlich und braucht bei Schmuddelwetter Schutz; im Hochsommer sollte man Hitze meiden.
Wohn- & Klimaeignung
Kompakt und anpassungsfähig — fühlt sich auch in einer Stadtwohnung wohl, sofern er ausgelastet wird.
Kommt mit Wärme gut zurecht; trotzdem Schatten, Wasser und Pausen anbieten.
Friert schnell — bei Kälte hilft ein Mantel, kurze Runden und das Abspülen von Streusalz.
Erziehung
Der Malteser ist intelligent, gelehrig und lernt mit Freude — das macht ihn auch für Anfänger gut führbar. Wichtig ist, ihn trotz seiner Niedlichkeit als vollwertigen Hund zu erziehen und nicht alles durchgehen zu lassen. Das „Kleiner-Hund-Syndrom" — wo aus falsch verstandener Liebe ein kläffender kleiner Despot wird — entsteht nur durch Inkonsequenz, nicht durch die Rasse.
Positive Bestärkung, klare Regeln und frühe Sozialisierung sind der Schlüssel. Besonders wichtig sind das Training, allein bleiben zu können (gegen Trennungsstress), und das gezielte Bremsen von übermäßigem Bellen. Auch das Angewöhnen der Fellpflege und des Handlings von klein auf gehört dazu, damit der Malteser das tägliche Bürsten gelassen über sich ergehen lässt.
Tipps aus der Praxis
Langes Fell täglich kämmen oder kurz scheren lassen.
Tränenstraßen rund ums Auge sauber halten.
Konsequent erziehen gegen das „Kleiner-Hund-Syndrom".
Pflege
Das lange, seidige Fell ist der größte Pflegeaufwand der Rasse und sollte nicht unterschätzt werden. In voller Länge muss der Malteser täglich gebürstet und gekämmt werden, da das feine Haar sonst schnell verfilzt. Hinzu kommen regelmäßiges Baden, die Pflege der Augenpartie (die rassetypischen rötlichen „Tränenstraßen" müssen sauber gehalten werden) sowie Ohren-, Krallen- und Zahnpflege. Viele Halter entscheiden sich für einen kürzeren „Welpenschnitt", der die Pflege deutlich erleichtert. Positiv: Der Malteser haart kaum und gilt als vergleichsweise gut für Allergiker geeignet — pflegeleicht ist er deswegen aber nicht.
Pflege nach Jahreszeit
Auch ein robuster Hund braucht im Sommer Schatten, frisches Wasser und Pausen; lege die Runden in die kühleren Tageszeiten und meide heißen Asphalt.
Bei Kälte und Nässe friert diese Rasse schnell — ein gut sitzender Hundemantel hilft, halte die Runden bei Frost kurz und spüle nach dem Gassi Streusalz von den Pfoten.
Die vier Lebensphasen
Prägephase: Stubenreinheit, erste Grundkommandos und vor allem behutsame Sozialisierung mit Menschen, Tieren und Alltagsreizen.
Pubertät: Der Hund testet Grenzen, Gelerntes muss gefestigt werden. Konsequenz, Geduld und weiter viel Sozialkontakt sind jetzt entscheidend.
Körperlich und geistig ausgereift, belastbar und ausgeglichen — die längste und stabilste Lebensphase mit klarer Routine.
Ruhiger und weniger ausdauernd; angepasste Bewegung, Gelenkschutz und engmaschigere Vorsorge tun jetzt besonders gut.
Ernährung & Gesundheit
Der Malteser ist bei guter Pflege ein langlebiger Hund. Wegen seiner geringen Größe braucht er nur kleine Futtermengen hochwertiger Nahrung; auf die Zahngesundheit ist besonders zu achten, da kleine Rassen zu Zahnstein und Zahnverlust neigen. Rassetypische Gesundheitsthemen, die ein seriöser Züchter im Blick haben sollte:
- Patellaluxation — eine Kniescheibenfehlstellung, typisch für kleine Rassen.
- Zahnprobleme — Zahnstein, Zahnfleischentzündungen, frühzeitiger Zahnverlust.
- Augenprobleme und ausgeprägte Tränenstraßen.
- Empfindliche Verdauung bei manchen Vertretern.
Futtermenge nach Gewicht
Richtwerte für ein hochwertiges Trockenfutter pro Tag — die genaue Menge hängt von Alter, Aktivität und Futtersorte ab.
| Gewicht | Menge/Tag | Mahlzeiten |
|---|---|---|
| 5 kg | ca. 80–100 g | 2 |
| 10 kg | ca. 140–170 g | 2 |
| 20 kg | ca. 230–290 g | 2 |
| 30 kg | ca. 320–390 g | 2 |
| 40 kg | ca. 400–480 g | 2 |
Exakt für deinen Hund: Futtermengen-Rechner.
Die Lebenserwartung liegt mit 12 bis 15 Jahren erfreulich hoch. Den kleinen Futterbedarf kannst du mit dem Futtermengen-Rechner abschätzen.
Fellpflege im Detail: lang oder kurz?
Wer einen Malteser hält, trifft früh eine Grundsatzentscheidung über das Fell. Das klassische, bodenlange Ausstellungsfell ist beeindruckend, aber extrem aufwändig — tägliches Kämmen, regelmäßiges Baden und oft das Eindrehen in Papilloten gehören dann zum Alltag. Für die meisten Familienhunde ist der pflegeleichtere kurze Schnitt (auch „Puppy Cut") die praktischere Wahl: Er wird ein- bis mehrmals im Jahr beim Hundefriseur erneuert und reduziert das tägliche Bürsten auf ein Minimum. Wichtig bleibt in beiden Fällen die Augenpartie, da das helle Fell die rötlichen Tränenstraßen deutlich zeigt — hier helfen tägliches sanftes Reinigen und das Trockenhalten der Falten.
Der Malteser in der Familie
Der Malteser ist ein liebevoller Familienhund, passt aber besser zu Haushalten mit älteren, rücksichtsvollen Kindern als zu Familien mit Kleinkindern — dafür ist er schlicht zu zierlich und empfindlich. Kinder müssen lernen, den kleinen Hund nicht wie ein Spielzeug zu behandeln, ihn vorsichtig anzufassen und seinen Ruheplatz zu respektieren; ein unbedacht fallengelassener oder gequetschter Malteser kann sich ernsthaft verletzen. Mit anderen Hunden und Haustieren versteht er sich meist gut. Für Senioren, Singles und ruhigere Haushalte ist er ein idealer, anhänglicher Begleiter — vorausgesetzt, man hat Zeit für Nähe und Fellpflege und lässt ihn nicht zu oft allein.
Kosten & Anschaffung
Ein Welpe aus seriöser Zucht kostet meist 1.500 bis 2.500 Euro. Wegen der Beliebtheit als „Modehund" sind viele unseriöse Vermehrer und Importe aus dem Ausland unterwegs — achte auf einen Züchter, der Wert auf Gesundheit (Patella, Augen, Zähne), Wesensfestigkeit und gute Sozialisierung legt. Die laufenden Kosten sind dank der geringen Größe und des kleinen Futterbedarfs überschaubar; einplanen sollte man jedoch die regelmäßigen Kosten für den Hundefriseur und die Zahnvorsorge. Eine Orientierung gibt der Hundekosten-Rechner.
Richtwerte je nach Region, Futter und Gesundheit. Einmalige Anschaffung beim seriösen Züchter: 1.500–2.500 €.
Individuell kalkulieren mit dem Hundekosten-Rechner.
Vorteile und Herausforderungen
- klein, anhänglich & lebhaft
- haart kaum (allergikerfreundlicher)
- wohnungs- & stadttauglich
- langlebig (12–15 Jahre)
- langes Fell = tägliche Pflege
- neigt zu Kläffen ohne Erziehung
- kälte- & nässeempfindlich
- Zahn- & Patellaprobleme
Häufige Irrtümer
„Ein anhänglicher Begleiter mit Seidenfell — pflegeleicht ist nur, wer den Friseur einplant."
rassescout-RedaktionFür wen geeignet?
Der Malteser ist der ideale Begleithund für die Wohnung und die Stadt, für Senioren, Singles und Familien mit größeren Kindern, die sich einen anhänglichen, fröhlichen und nicht zu großen Hund wünschen. Voraussetzung ist die Bereitschaft zur intensiven Fellpflege (oder zum regelmäßigen Friseurbesuch) und genügend Zeit für Nähe, denn lange allein bleiben mag er nicht. Ungeeignet ist er für Menschen, die einen robusten Outdoor- oder Sporthund, einen wirklich pflegeleichten Hund oder einen Begleiter für lange Alleinphasen suchen. Ob der Malteser zu deinem Leben passt, klärt der Test „Welcher Hund passt zu mir?".
Häufige Fragen
Ist der Malteser ein guter Anfänger- und Familienhund?
Ja. Er ist sanft, freundlich und leicht erziehbar — ideal für Einsteiger, Senioren und Familien, sofern Zeit für die Fellpflege da ist.
Haart der Malteser?
Kaum — sein seidiges Fell gilt als allergikerfreundlich. Dafür verfilzt es leicht und braucht tägliches Bürsten oder einen Kurzschnitt.
Wie viel Bewegung braucht ein Malteser?
Wenig. Spaziergänge, Spiel und kleine Denkaufgaben genügen ihm — er ist ein klassischer Wohnungshund.
Hat der Malteser einen Jagdtrieb?
Kaum. Anders als viele Kleinhunde wurde er reiner Begleithund gezüchtet und ist im Wesen sanft und umgänglich.
Was hat es mit den Tränensteinen auf sich?
Bei weißen Hunden können sich unter den Augen bräunliche Verfärbungen bilden. Regelmäßige Reinigung des Augenbereichs hält ihn gepflegt.
Wie alt wird ein Malteser?
Mit 12 bis 15 Jahren gehört er zu den langlebigen Rassen.
Ist der Malteser für Allergiker geeignet?
Sein seidiges Haar haart kaum, weshalb er oft als vergleichsweise allergikerfreundlich gilt — eine Garantie ist das aber nicht. Allergiker sollten vor dem Kauf Kontakt zum Hund suchen.
Welche Krankheiten sind beim Malteser typisch?
Patellaluxation, Zahnprobleme, tränende Augen mit Tränensteinen, Herzklappenerkrankungen sowie gelegentlich ein Lebershunt. Insgesamt ist er aber langlebig.
Kann ein Malteser gut allein bleiben?
Nur ungern — er ist sehr menschenbezogen und bleibt ungern lange allein. Das Alleinbleiben sollte früh und behutsam geübt werden.
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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 65 · VDH · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.


