
Havaneser
Fröhlicher kleiner Bichon aus Kuba — verschmust, verspielt und sehr menschenbezogen, ein idealer Familien- und Anfängerhund.
| Größe | 23–27 cm |
|---|---|
| Gewicht | 4–7 kg |
| Lebenserwartung | 13–15 Jahre |
| Herkunft | Kuba |
| FCI-Gruppe | Gesellschafts- und Begleithund |
| Fellpflege | hoch |
| Aktivitätsbedarf | mittel |
| Anfängertauglich | gut geeignet |
Temperament & Eignung
Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.
Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.
~175 cm
27 cm
Eigenschaften
Wesen & Charakter
Der Havaneser ist ein fröhlicher, verschmuster und ausgesprochen menschenbezogener kleiner Begleithund aus der Familie der Bichons. Er ist verspielt, anhänglich und liebt es, im Mittelpunkt seiner Familie zu stehen — Alleinsein mag er gar nicht.
Er gilt als besonders freundlich, aufgeschlossen und gutmütig, ist Fremden, Kindern und anderen Tieren gegenüber meist zutraulich und nicht aggressiv. Dabei ist er intelligent, lernfreudig und gelehrig, was ihn auch für kleine Tricks und Hundesport begeistert.
Der Havaneser ist ein typischer Gesellschaftshund: ausgeglichen, lebhaft und zugleich anschmiegsam. Er braucht viel Nähe und Beschäftigung und blüht im engen Familienleben richtig auf.
Herkunft & Geschichte
Der Havaneser ist die Nationalrasse Kubas und der einzige ursprünglich von der Insel stammende Hund. Benannt nach der Hauptstadt Havanna, geht er auf kleine Bichons zurück, die mit spanischen Siedlern nach Kuba kamen, und war dort lange ein beliebter Begleithund des wohlhabenden Bürgertums.
Nach der kubanischen Revolution gelangten einige Tiere in die USA, wo die Rasse vor dem Aussterben bewahrt und neu aufgebaut wurde. Die FCI führt den Havaneser in Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion Bichons.
Bis heute ist er ein reiner Begleit- und Familienhund geblieben, der für sein freundliches, anhängliches Wesen geschätzt wird.
Aussehen & Größe
Der Havaneser ist ein kleiner, leicht gestreckter Hund mit langem, seidigem und leicht gewelltem Fell. Er wird etwa 23 bis 27 cm groß und wiegt rund 4 bis 7,5 kg.
Das Fell ist weich und üppig und kommt in vielen Farben vor — von Weiß über Creme, Falb, Havannabraun bis hin zu Schwarz und gescheckten Varianten. Anders als bei vielen anderen Rassen haart der Havaneser nur wenig.
Sein freundlicher, aufgeweckter Ausdruck mit den dunklen Augen und der lebhafte, federnde Gang sind typisch. Das lange Fell wird teils zu einem Zopf gebunden oder kurz geschoren gehalten.
Haltung & Auslastung
Der Havaneser hat einen moderaten Bewegungsbedarf und eignet sich hervorragend für die Wohnung und das Stadtleben. Etwa eine knappe Stunde Bewegung am Tag mit Spaziergängen, Spiel und Kopfarbeit hält ihn zufrieden und ausgeglichen.
Er ist clever und lernfreudig und liebt kleine Denkaufgaben, Tricktraining und Suchspiele — geistige Auslastung ist ihm fast wichtiger als reine Bewegung. Als geselliger Hund möchte er bei allem dabei sein.
Am wichtigsten ist seine starke Menschenbezogenheit: Er sollte nicht oft und lange allein bleiben. Das Alleinbleiben muss früh und behutsam geübt werden.
Erziehung
Der Havaneser ist intelligent, gelehrig und „will to please" und lässt sich mit freundlicher, positiver Bestärkung sehr leicht erziehen. Härte ist bei dem sensiblen kleinen Hund völlig unnötig.
Er eignet sich hervorragend für Ersthundehalter und Familien. Wichtig sind eine frühe Sozialisierung, liebevolle Konsequenz und vor allem das Üben des Alleinbleibens, damit er nicht zu sehr klammert.
Wegen seiner Lernfreude und Gutmütigkeit ist er einer der unkompliziertesten kleinen Hunde in der Erziehung und auch für Hundesport wie Agility oder Trickdog gut zu motivieren.
Für Anfänger geeignet?
Der Havaneser zählt zu den anfängerfreundlichsten Rassen überhaupt. Sein freundliches, gelehriges Wesen, sein moderater Bewegungsbedarf und seine Verträglichkeit machen ihn auch für Ersthundehalter, Familien und Senioren sehr gut führbar.
Die wichtigsten Punkte sind seine Menschenbezogenheit — er braucht viel Gesellschaft und sollte nicht oft allein bleiben — und der regelmäßige Pflegeaufwand für das lange Fell. Wer das einplant, findet im Havaneser einen idealen Einsteiger- und Familienhund.
Mit Kindern & anderen Tieren
Der Havaneser ist ein ausgesprochen kinderlieber, geduldiger und verspielter Familienhund, der den Umgang mit Kindern in der Regel hervorragend verträgt. Wegen seiner geringen Größe sollte der Kontakt mit sehr kleinen Kindern dennoch beaufsichtigt werden, damit der zierliche Hund nicht verletzt wird.
Mit anderen Hunden ist er fast immer freundlich und verträglich; auch Katzen und andere Haustiere akzeptiert er problemlos, da sein Jagdtrieb gering ist. Seine Geselligkeit macht ihn zum idealen Zweithund und Familienbegleiter.
Pflege & Pflegeroutine
Das lange, seidige Fell des Havanesers braucht regelmäßiges Bürsten, idealerweise täglich oder zumindest mehrmals pro Woche, um Verfilzungen zu vermeiden. Wer es kürzer halten möchte, lässt den Hund regelmäßig beim Hundefriseur scheren.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Augenpartie (Tränenstraßen sollten sauber gehalten werden) sowie die Ohren. Krallen und Zähne gehören zur üblichen Pflege; kleine Rassen neigen zu Zahnstein.
Trotz des langen Fells haart der Havaneser wenig — der Pflegeaufwand liegt klar im regelmäßigen Bürsten, nicht im Haaren.
Ernährung
Der Havaneser braucht ein hochwertiges, ausgewogenes Futter in an seine geringe Größe angepasster Menge. Auf ein schlankes Gewicht ist zu achten, da Übergewicht die kleinen Gelenke und die Patella belastet.
Die passende Portion lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen. Wegen der bei kleinen Rassen häufigen Zahnprobleme sind eine zahnpflegefreundliche Fütterung und regelmäßige Zahnkontrolle sinnvoll.
Gesundheit & typische Krankheiten
Der Havaneser ist eine vergleichsweise robuste, langlebige Rasse mit einer Lebenserwartung von etwa 13 bis 15 Jahren. Einige rassetypische Gesundheitsthemen sollte man dennoch kennen.
Dazu zählen die Patellaluxation, Augenerkrankungen wie Katarakt und progressive Retinaatrophie (PRA), die Durchblutungsstörung des Hüftkopfes (Legg-Calvé-Perthes), eine angeborene Taubheit bei manchen Linien sowie eine Form der Chondrodysplasie. Insgesamt gilt er aber als gesunde Rasse.
Ein seriöser Züchter untersucht die Elterntiere auf Patella, Augen und Hörfähigkeit. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.
Vergleich mit ähnlichen Rassen
Der Havaneser gehört wie der Bichon Frisé zur Familie der Bichons und teilt mit diesem das freundliche, anhängliche Wesen; der Havaneser hat längeres, seidigeres Fell, der Bichon Frisé ein lockigeres, weißes Haarkleid.
Gegenüber dem Malteser ist der Havaneser im Wesen ähnlich verschmust, aber oft etwas robuster und farblich vielfältiger. Wer einen kleinen, gelehrigen Begleithund sucht, trifft mit allen drei Bichon-Rassen eine ähnliche Grundentscheidung.
Kosten
Ein Havaneser-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.500 und 2.200 Euro. Auf gesundheitlich untersuchte Elterntiere und eine familiäre Aufzucht zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis.
Laufend sollte man mit rund 50 bis 90 Euro im Monat rechnen, hinzu kommen Kosten für Fellpflege bzw. den Hundefriseur. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.
Anschaffung & Züchter
Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen Züchter wählen, der die Elterntiere auf Patella, Augen und Hörfähigkeit untersucht, auf ein freundliches Wesen züchtet und die Welpen im familiären Umfeld aufzieht. Von günstigen Angeboten unseriöser Vermehrer ist abzuraten.
Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet auch im Tierschutz und über Rasse-Nothilfen immer wieder Havaneser. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob genug Zeit für Gesellschaft und die regelmäßige Fellpflege vorhanden ist — als sehr menschenbezogener Hund braucht der Havaneser viel Nähe.
Passt zu dir, wenn …
Häufige Fragen
Ist der Havaneser ein guter Familienhund?
Ja — er ist ausgesprochen kinderlieb, verträglich, verspielt und anhänglich und gilt als idealer Familien- und Anfängerhund. Wichtig sind viel Nähe und regelmäßige Fellpflege.
Ist der Havaneser ein Anfängerhund?
Ja — sein gelehriges, freundliches Wesen und sein moderater Bewegungsbedarf machen ihn sehr anfängerfreundlich, auch für Senioren und Wohnungshalter.
Haart der Havaneser stark?
Nein — trotz des langen Fells haart er nur wenig. Der Pflegeaufwand liegt im regelmäßigen Bürsten gegen Verfilzungen, nicht im Haaren.
Wie viel Bewegung braucht ein Havaneser?
Moderat — etwa eine knappe Stunde täglich mit Spaziergängen, Spiel und Kopfarbeit. Geistige Auslastung ist ihm fast wichtiger als reine Bewegung.
Kann der Havaneser allein bleiben?
Nur ungern — er ist sehr menschenbezogen und neigt zu Trennungsangst. Das Alleinbleiben sollte früh und behutsam geübt werden.
Wie alt wird ein Havaneser?
Mit etwa 13 bis 15 Jahren ist er recht langlebig und gilt als vergleichsweise robuste Rasse.
Welche Krankheiten sind beim Havaneser typisch?
Patellaluxation, Augenerkrankungen wie Katarakt und PRA, Legg-Calvé-Perthes sowie bei manchen Linien angeborene Taubheit. Insgesamt gilt er als gesund.
Ist der Havaneser für Allergiker geeignet?
Da er wenig haart, wird er von manchen Allergikern besser vertragen — eine Garantie gibt es aber nie. Vor dem Kauf sollte man Kontakt zum Hund suchen.
Wie aufwendig ist die Fellpflege beim Havaneser?
Das lange, seidige Fell braucht möglichst tägliches Bürsten; alternativ kann man den Hund regelmäßig kurz scheren lassen.
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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 250 · VDH · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.


