Labradoodle

Labradoodle

Beliebter Hybrid aus Labrador und Pudel — freundlich, aktiv und oft allergikerfreundlich, ein geselliger Familienhund.

Größe
45–65 cm
Gewicht
20–35 kg
Lebenserwartung
12–15 Jahre
Herkunft
Australien
FCI-Gruppe
Steckbrief: Labradoodle auf einen Blick
Größe45–65 cm
Gewicht20–35 kg
Lebenserwartung12–15 Jahre
HerkunftAustralien
FCI-Gruppe
Fellpflegehoch
Aktivitätsbedarfhoch
Anfängertauglichgut geeignet

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf4/5
Kinderfreundlichkeit5/5
Anfängertauglich5/5
Pflegeaufwand4/5
Wachsamkeit2/5
Verträglichkeit4/5
Haarverlust2/5
Eigenständigkeit2/5
2 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Gut
Andere Hunde Gut
Anfänger:innen Gut
Wohnung Gering
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Labradoodle
65 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Labradoodle ist eine Kreuzung aus Labrador Retriever und Pudel und kein anerkannter Rassehund, sondern ein sogenannter Hybrid oder Designerhund. Er verbindet das freundliche, gesellige Wesen des Labradors mit der Intelligenz und dem wenig haarenden Fell des Pudels.

Labradoodles sind in der Regel aufgeschlossen, verspielt und sehr menschenbezogen. Sie binden sich eng an ihre Familie, sind meist kinderlieb und gegenüber Fremden und anderen Hunden offen und freundlich — Eigenschaften, die sie zu beliebten Familien- und auch Therapie- und Assistenzhunden machen.

Da der Labradoodle keiner Norm unterliegt, variieren Wesen, Größe und Fell je nach Verpaarung. Gemeinsam ist den meisten aber ein hohes Bedürfnis nach Bewegung, Beschäftigung und Gesellschaft — ein unterforderter Labradoodle wird schnell unruhig.

Herkunft & Geschichte

Der Labradoodle wurde Ende der 1980er-Jahre in Australien bekannt, als der Züchter Wally Conron Labrador und Pudel kreuzte, um einen Blindenführhund für eine Allergikerin zu züchten. Ziel war ein gut führbarer Assistenzhund mit möglichst allergikerverträglichem Fell.

Aus dieser Idee entwickelte sich einer der beliebtesten Hybridhunde weltweit. Da er keiner FCI-Norm unterliegt, gibt es keinen einheitlichen Standard; Aussehen, Größe und Fell hängen davon ab, welche Pudelgröße eingekreuzt wurde und um welche Generation (F1, F1b usw.) es sich handelt.

Trotz fehlender offizieller Anerkennung ist der Labradoodle sehr gefragt — was leider auch viele unseriöse Vermehrer anzieht.

Aussehen & Größe

Je nach eingekreuzter Pudelgröße reicht der Labradoodle vom mittelgroßen bis zum großen Hund, meist zwischen 35 und 60 cm Schulterhöhe und 15 bis 30 kg Gewicht. Es gibt ihn als Standard, Medium und Mini.

Das Fell variiert stark — von wellig über lockig bis zottelig — und kommt in vielen Farben vor, etwa Creme, Apricot, Caramel, Schokobraun, Schwarz oder Rot. Der Fellschlag bestimmt maßgeblich, wie wenig der Hund haart.

Weil kein Standard existiert, können selbst Wurfgeschwister im Typ deutlich variieren. Der freundliche, oft „teddyhafte" Ausdruck ist vielen Labradoodles gemeinsam.

Haltung & Auslastung

Der Labradoodle ist ein aktiver Hund mit mittlerem bis hohem Bewegungsbedarf. Er braucht täglich etwa ein bis zwei Stunden Bewegung plus geistige Beschäftigung — er liebt Apportierspiele, Schwimmen, lange Spaziergänge und gemeinsame Aktivitäten.

Neben Bewegung braucht er vor allem Gesellschaft: Labradoodles sind sehr menschenbezogen und bleiben ungern lange allein. Mit genügend Auslastung und Familienanschluss sind sie ausgeglichene, fröhliche Haushunde.

Er ist anpassungsfähig und kann auch in einer Wohnung gehalten werden, sofern er ausreichend Bewegung und Beschäftigung bekommt. Das Alleinbleiben sollte früh geübt werden.

Erziehung

Dank seiner Intelligenz und seines „will to please" lernt der Labradoodle leicht und schnell. Er reagiert hervorragend auf freundliche, positive Erziehungsmethoden und ist auch für Ersthundehalter gut geeignet.

Wichtig sind frühe Sozialisierung, ein konsequenter Rahmen und das Üben des Alleinbleibens. Junge Labradoodles stecken voller Energie und Begeisterung — etwas Impulskontrolle und Ruhetraining gehören dazu.

Insgesamt ist er ein unkomplizierter, gut erziehbarer Hund, der die Zusammenarbeit mit seinem Menschen genießt.

Für Anfänger geeignet?

Der Labradoodle gilt als anfängerfreundlich. Er ist freundlich, lernwillig und gut erziehbar und eignet sich daher gut für Ersthundehalter und Familien.

Wichtig ist, dass man ihm genügend Bewegung, Beschäftigung und Gesellschaft bietet und die Fellpflege nicht unterschätzt. Wer aktiv lebt, viel zu Hause ist und einen freundlichen Familienhund sucht, findet im Labradoodle eine gute Wahl — vorausgesetzt, er stammt aus seriöser Zucht.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Labradoodle ist ein ausgesprochen kinderlieber, geduldiger und verspielter Familienhund, der den Umgang mit Kindern in der Regel hervorragend verträgt. Seine Geselligkeit und Sanftmut machen ihn zu einem idealen Familienbegleiter.

Mit anderen Hunden ist er meist freundlich und verträglich; auch Katzen und andere Haustiere akzeptiert er gut, besonders wenn er mit ihnen aufwächst. Sein Jagdtrieb ist über den Labrador-Anteil eher gering ausgeprägt.

Pflege & Pflegeroutine

Das wellige bis lockige Fell des Labradoodle haart zwar oft wenig, ist aber pflegeintensiv: Es verfilzt leicht und braucht regelmäßiges Bürsten, am besten mehrmals pro Woche. Hinzu kommen regelmäßige Besuche beim Hundefriseur zum Scheren und Ausdünnen, etwa alle sechs bis zehn Wochen.

Die Schlappohren sollten kontrolliert und sauber gehalten werden, besonders nach dem Schwimmen, um Ohrentzündungen vorzubeugen. Krallen und Zähne gehören zur üblichen Pflege.

Wer den Pflegeaufwand des Lockenfells unterschätzt, riskiert verfilzte Hunde — die Fellpflege ist beim Labradoodle ein fester Bestandteil der Haltung.

Ernährung

Der Labradoodle braucht ein hochwertiges, ausgewogenes Futter, das auf seine Größe und Aktivität abgestimmt ist. Da der Labrador-Anteil häufig zu großem Appetit und Übergewicht neigt, sind kontrollierte Portionen und ein schlankes Gewicht besonders wichtig.

Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen. Als größerer, tiefbrüstiger Hund profitiert er von mehreren kleineren Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen.

Gesundheit & typische Krankheiten

Bei seriöser Zucht ist der Labradoodle meist gesund und erreicht ein Alter von etwa 12 bis 15 Jahren. Als Hybrid kann er jedoch Erbkrankheiten beider Ausgangsrassen mitbringen.

Dazu zählen Hüft- und Ellbogengelenksdysplasie, Augenerkrankungen wie die progressive Retinaatrophie (PRA), durch die Schlappohren begünstigte Ohrentzündungen sowie über die Ausgangsrassen die von-Willebrand-Erkrankung oder die Addison-Krankheit. Der oft beworbene „Hybridvorteil" einer pauschal besseren Gesundheit ist wissenschaftlich nicht belegt.

Eine verantwortungsvolle Zucht testet die Elterntiere auf Hüften, Augen und Erbkrankheiten. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Labradoodle wird oft mit dem nah verwandten Goldendoodle (Golden Retriever x Pudel) verglichen: Beide sind freundliche, aktive Familien-Hybriden, der Labradoodle wirkt durch den Labrador-Anteil oft etwas sportlicher und arbeitsfreudiger.

Wer einen anerkannten Rassehund mit vorhersehbarem Typ bevorzugt, sollte die reinrassigen Ausgangsrassen in Betracht ziehen: den freundlichen, kinderlieben Labrador Retriever oder den intelligenten, wenig haarenden Pudel. Der Labradoodle bietet eine Mischung beider, allerdings ohne Standard und ohne Anerkennung.

Kosten

Labradoodle-Welpen sind sehr gefragt und entsprechend teuer — je nach Züchter und Generation liegen die Preise häufig zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Vorsicht ist bei auffällig günstigen Angeboten geboten, hinter denen oft unseriöse Vermehrer stehen.

Laufend sollte man mit rund 100 bis 150 Euro im Monat für Futter, Steuer, Versicherung und Tierarzt rechnen. Hinzu kommt der regelmäßige Hundefriseur mit etwa 60 bis 100 Euro pro Termin. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Da der Labradoodle nicht anerkannt ist und keiner Zuchtaufsicht unterliegt, ist die Wahl eines seriösen Züchters besonders wichtig. Ein verantwortungsvoller Züchter testet beide Elterntiere auf die Erbkrankheiten von Labrador und Pudel (Hüften, Augen, Erbkrankheiten), zieht die Welpen im Haus auf und verspricht keinen pauschalen „Hybridvorteil".

Auffällig günstige Angebote, fehlende Gesundheitsnachweise der Eltern oder Welpen „auf Bestellung" sind Warnsignale. Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet auch im Tierschutz immer wieder Doodles. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob Zeit für Bewegung, Gesellschaft und die intensive Fellpflege vorhanden ist.

Passt zu dir, wenn …

du einen freundlichen, aktiven Familienhund suchst
du einen wenig haarenden Partner möchtest
du täglich ein bis zwei Stunden Bewegung und Zeit für Fellpflege hast
du viel zu Hause bist
du bei seriösen Züchtern kaufst
du den Hund oft lange allein lassen müsstest
du keinen Friseuraufwand willst
du einen einheitlichen, anerkannten Rassetyp erwartest
du wenig Zeit für Bewegung hast

Häufige Fragen

Ist der Labradoodle eine anerkannte Rasse?

Nein — er ist ein Hybrid aus Labrador und Pudel ohne FCI-Anerkennung, daher gibt es keinen einheitlichen Standard.

Haart der Labradoodle?

Oft wenig, dank des Pudel-Anteils. Garantiert ist das bei Hybriden aber nicht, da der Fellschlag von wellig bis zottelig variiert.

Ist der Labradoodle allergikerfreundlich?

Häufig besser verträglich als stark haarende Rassen, eine Garantie gibt es jedoch nie. Allergiker sollten vor dem Kauf Kontakt zum Hund suchen.

Ist der Labradoodle ein Anfängerhund?

Ja — er ist freundlich, lernwillig und gut erziehbar und eignet sich gut für Ersthundehalter mit Zeit für Bewegung und Fellpflege.

Ist der Labradoodle ein Familienhund?

Ja — er ist kinderlieb, gesellig und verspielt und gilt als idealer Familienbegleiter, der viel Gesellschaft braucht.

Wie groß wird ein Labradoodle?

Je nach eingekreuzter Pudelgröße meist 35 bis 60 cm und 15 bis 30 kg — es gibt Mini-, Medium- und Standard-Varianten.

Worin unterscheidet sich der Labradoodle vom Goldendoodle?

Beide sind Pudel-Hybriden; der Labradoodle hat einen Labrador-, der Goldendoodle einen Golden-Retriever-Anteil. Labradoodles wirken oft etwas sportlicher.

Welche Krankheiten sind beim Labradoodle typisch?

Hüft- und Ellbogendysplasie, Augenerkrankungen wie PRA, Ohrentzündungen und über die Ausgangsrassen die von-Willebrand- oder Addison-Krankheit.

Ist der Labradoodle pflegeintensiv?

Ja — das Lockenfell haart zwar wenig, verfilzt aber leicht und braucht mehrmals wöchentliches Bürsten sowie regelmäßig den Hundefriseur.

Ähnliche Rassen

Quellen: Hybridhund (keine FCI-Anerkennung) · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.