Curly Coated Retriever

Curly Coated Retriever

Ältester und größter Retriever mit Lockenfell — intelligent, eigenständig und wasserfreudig, ein robuster, etwas zurückhaltender Arbeits- und Familienhund.

Größe
63–69 cm
Gewicht
30–40 kg
Lebenserwartung
10–12 Jahre
Herkunft
Großbritannien
FCI-Gruppe
Apportierhund
Steckbrief: Curly Coated Retriever auf einen Blick
Größe63–69 cm
Gewicht30–40 kg
Lebenserwartung10–12 Jahre
HerkunftGroßbritannien
FCI-GruppeApportierhund
Fellpflegemittel
Aktivitätsbedarfhoch
Anfängertauglichmit Erfahrung

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf4/5
Kinderfreundlichkeit4/5
Anfängertauglich4/5
Pflegeaufwand3/5
Wachsamkeit3/5
Verträglichkeit3/5
Haarverlust2/5
Eigenständigkeit3/5
2 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Gut
Andere Hunde Mittel
Anfänger:innen Gut
Wohnung Gering
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Curly Coated Retriever
69 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Curly Coated Retriever ist der älteste und einer der größten Retriever mit dem unverwechselbaren eng gelockten Fell und intelligentem, eigenständigem und wasserfreudigem Wesen. Er ist seiner Familie eng verbunden, loyal und arbeitsfreudig — ein robuster, selbstbewusster Apportierhund, der zurückhaltender und unabhängiger ist als die offenherzigen Labradors und Goldens.

Als ursprünglicher Wasser- und Apportierhund ist er ausdauernd, mutig und unermüdlich, dabei intelligent und seiner Bezugsperson treu. Fremden gegenüber ist er reservierter und würdevoller als andere Retriever, mit einer leicht wachsamen Ader, aber nicht scharf.

Der Curly ist intelligent und lernfähig, aber auch selbstbewusst und eigenständig — er arbeitet weniger unterwürfig als andere Retriever und braucht Abwechslung. Gut ausgelastet und fair geführt ist er ein loyaler, robuster und unkomplizierter Begleiter.

Herkunft & Geschichte

Der Curly Coated Retriever entstand im 18. und frühen 19. Jahrhundert in England und gilt als der älteste der Retriever-Rassen. Seine Vorfahren waren wasserarbeitende Hunde, vermutlich unter Einfluss von Wasserspaniels, dem English Water Dog und später dem Pudel, der das charakteristische Lockenfell verstärkte.

Er wurde als robuster Wasser- und Apportierhund für die Jagd auf Wassergeflügel und Niederwild gezüchtet, der auch in kaltem Wasser zuverlässig arbeitete. Die FCI führt ihn in Gruppe 8 (Apportier-, Stöber- und Wasserhunde). Heute ist er deutlich seltener als die anderen Retriever.

Von seiner Vergangenheit als robuster Wasserretriever hat er seine Ausdauer, seine Wasserfreude, sein wasserabweisendes Lockenfell, seine Eigenständigkeit und sein etwas zurückhaltenderes Wesen behalten.

Aussehen & Größe

Der Curly Coated Retriever ist ein großer, kräftiger und elegant-athletischer Hund mit dem unverwechselbaren, am ganzen Körper eng gelockten Fell. Rüden erreichen etwa 64 bis 69 cm Schulterhöhe, Hündinnen 58 bis 64 cm; das Gewicht liegt bei rund 25 bis 40 kg.

Das Fell besteht aus kleinen, festen, eng anliegenden Locken am ganzen Körper und ist immer einfarbig schwarz oder leberbraun. Das Lockenfell ist wasserabweisend und schützt im kalten Wasser. Charakteristisch sind der edle Kopf, die wachen Augen und die sportliche, kräftige Erscheinung.

Das Lockenfell ist erstaunlich pflegeleicht — es wird nicht gebürstet (das würde die Locken auflösen), sondern nur gelegentlich gewässert und in Form gebracht; im Fellwechsel haart es.

Haltung & Auslastung

Der Curly Coated Retriever hat einen hohen Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf. Er braucht täglich mehrere Stunden Bewegung sowie geistige Auslastung — als kräftiger Arbeitshund will er gefordert werden und langweilt sich bei Unterforderung.

Ideal sind Aktivitäten, die seine Ausdauer und Wasserfreude fordern: ausgiebiges Schwimmen, Dummy- und Apportiertraining, Nasenarbeit oder jagdliches Apportieren. Als wasserbegeisterter Hund liebt er das Schwimmen über alles; Abwechslung ist ihm wichtig, da er stupides Wiederholen schnell langweilig findet.

Er ist anpassungsfähig, braucht aber viel Auslauf und eignet sich weniger für inaktive Haushalte. Seine Eigenständigkeit und leichte Reserviertheit sollten durch gute Sozialisierung und abwechslungsreiches Training berücksichtigt werden.

Erziehung

Der Curly Coated Retriever ist intelligent und lernfähig, aber auch selbstbewusst und eigenständig — er arbeitet weniger unterwürfig als andere Retriever und braucht abwechslungsreiches Training, da er sich bei stupiden Wiederholungen langweilt. Eine konsequente, freundliche und faire Erziehung mit viel positiver Bestärkung ist wichtig.

Er reagiert empfindlich auf Härte und Ungerechtigkeit; gefragt sind Konsequenz, Fairness und Abwechslung. Wichtig sind eine frühe, gute Sozialisierung (wegen seiner Reserviertheit gegenüber Fremden) und ausreichend Auslastung.

Wegen seiner Eigenständigkeit ist er etwas anspruchsvoller als der gehorsamsfreudige Labrador, für aktive, einfühlsame Halter aber gut erziehbar.

Für Anfänger geeignet?

Der Curly Coated Retriever ist nur bedingt anfängergeeignet. Seine Loyalität und Lernfähigkeit sprechen für ihn, sein hoher Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf, seine Eigenständigkeit und seine leichte Reserviertheit verlangen aber einen aktiven, einfühlsamen Halter.

Für aktive Menschen, die ihm viel Bewegung, Wasserarbeit und abwechslungsreiches Training bieten, ist er ein loyaler, robuster und pflegeleichter Begleiter. Wer einen besonders leichtführigen, jederzeit offenen Anfänger-Retriever sucht, ist mit dem Labrador oder Golden Retriever besser beraten.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Curly Coated Retriever ist seiner Familie gegenüber loyal und meist freundlich und geduldig mit den eigenen Kindern. Sein etwas würdevolleres, ruhigeres Wesen macht ihn zu einem angenehmen Familienhund; der Umgang mit kleinen Kindern sollte wie immer begleitet werden, und gute Sozialisierung ist wichtig.

Mit anderen Hunden ist er bei guter Sozialisierung meist verträglich. Mit Haustieren, mit denen er aufwächst, kommt er in der Regel gut zurecht; ein gewisser Apportier- und Beutetrieb kann bei Kleintieren bestehen.

Pflege & Pflegeroutine

Das Lockenfell des Curly Coated Retrievers ist erstaunlich pflegeleicht und darf gerade nicht gebürstet werden, da das die festen Locken auflösen und kraus machen würde. Stattdessen wird es nur gelegentlich gewässert und mit den Fingern in Form gebracht; bei Bedarf werden lose Haare entfernt.

Während des Fellwechsels haart er stärker. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Ohren, besonders nach dem Schwimmen, da sie zu Entzündungen neigen können. Augen, Krallen und Zähne gehören zur üblichen Kontrolle.

Insgesamt ist der Pflegeaufwand gering — das pflegeleichte, nicht zu bürstende Lockenfell ist einer der praktischen Vorzüge der Rasse.

Ernährung

Der Curly Coated Retriever braucht als große, aktive Rasse ein hochwertiges, leistungsgerechtes Futter, das auf seine hohe Aktivität abgestimmt ist. Auf ein schlankes Gewicht ist zu achten, um die Gelenke des kräftigen Hundes zu entlasten.

Als großer, tiefbrüstiger Hund besteht ein gewisses Risiko für eine Magendrehung; mehrere kleinere Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen beugen vor. Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Curly Coated Retriever gilt als vergleichsweise robuste Rasse mit einer Lebenserwartung von etwa 10 bis 12 Jahren. Einige rassetypische, teils erbliche Gesundheitsthemen sollte man kennen.

Dazu zählen die Hüft- und Ellbogengelenksdysplasie, Augenerkrankungen wie progressive Retinaatrophie (PRA) und Katarakt, die Magendrehung, die belastungsinduzierte Kollaps-Erkrankung (Exercise-Induced Collapse) sowie die seltene Glykogenspeicherkrankheit (per Gentest erkennbar). Insgesamt gilt die Rasse aber als robust.

Ein seriöser Züchter untersucht die Elterntiere auf Hüften, Ellbogen und Augen und führt die verfügbaren Gentests durch. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Curly Coated Retriever ist der älteste und eigenständigste Retriever. Gegenüber dem freundlich-offenen Labrador Retriever ist er zurückhaltender, unabhängiger und mit seinem Lockenfell unverwechselbar; mit dem eleganten Flat Coated Retriever teilt er die Apportierfreude und das sportliche Wesen.

Mit dem robusten Chesapeake Bay Retriever teilt er die Wasserhärte und Eigenständigkeit. Wegen seines Lockenfells und der Wasserarbeit wird er auch mit dem Irish Water Spaniel verglichen. Wer einen robusten, eigenständigen und pflegeleichten Arbeitsretriever sucht und aktiv lebt, findet im Curly eine besondere Wahl.

Kosten

Ein Curly-Coated-Retriever-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.400 und 2.200 Euro. Auf gesundheitlich untersuchte Elterntiere (Hüften, Ellbogen, Augen) zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis; die Rasse ist selten.

Die laufenden Kosten sind wegen der Größe erhöht: Mit rund 90 bis 150 Euro im Monat sollte man rechnen. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen Züchter wählen, der die Elterntiere auf Hüften, Ellbogen und Augen untersucht, die verfügbaren Gentests durchführt, auf ein wesensfestes Naturell züchtet und die Welpen früh und gut sozialisiert. Da die Rasse selten ist, ist mit Wartezeit zu rechnen.

Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob man dem kräftigen, eigenständigen Hund genügend Bewegung, Wasserarbeit und abwechslungsreiches Training bieten kann — als Arbeitsretriever braucht er eine echte Aufgabe und einen aktiven Lebensstil.

Passt zu dir, wenn …

du aktiv bist und gern am und im Wasser arbeitest
du einen robusten, loyalen und pflegeleichten Retriever suchst
du ihm abwechslungsreiches Training und viel Bewegung bietest
du seine Eigenständigkeit und Reserviertheit akzeptierst
du einen Hund mit unkompliziertem Lockenfell magst
du einen besonders leichtführigen Anfänger-Retriever suchst
du wenig Zeit für Bewegung und Wasserarbeit hast
du einen jederzeit offenen, wenig reservierten Hund erwartest
du in einer inaktiven, rein städtischen Umgebung lebst

Häufige Fragen

Ist der Curly Coated Retriever wirklich der älteste Retriever?

Ja — er gilt als die älteste der Retriever-Rassen und entstand bereits im 18. und frühen 19. Jahrhundert in England.

Muss man das Lockenfell bürsten?

Nein — gerade nicht. Bürsten würde die festen Locken auflösen und kraus machen. Das Fell wird nur gewässert und in Form gebracht; das macht es pflegeleicht.

Ist der Curly Coated Retriever ein Anfängerhund?

Nur bedingt — sein hoher Beschäftigungsbedarf, seine Eigenständigkeit und seine Reserviertheit verlangen einen aktiven, einfühlsamen Halter. Für leichtführige Einsteiger sind Labrador oder Golden besser geeignet.

Wie unterscheidet sich der Curly von anderen Retrievern?

Er ist der älteste und größte, hat das unverwechselbare Lockenfell und ist eigenständiger, zurückhaltender und unabhängiger als die offenherzigen Labradors und Goldens.

Welche Krankheiten sind beim Curly Coated Retriever typisch?

Hüft- und Ellbogendysplasie, Augenerkrankungen wie PRA und Katarakt, Magendrehung, belastungsinduzierter Kollaps und die seltene Glykogenspeicherkrankheit (per Gentest).

Wie alt wird ein Curly Coated Retriever?

Etwa 10 bis 12 Jahre bei guter Pflege und gesunder Zuchtlinie.

Ist der Curly Coated Retriever wasserfreudig?

Ausgesprochen — er wurde als robuster Wasserretriever gezüchtet, liebt das Schwimmen über alles und apportiert begeistert aus dem Wasser.

Ist der Curly Coated Retriever ein Familienhund?

Ja, in aktiven Familien — er ist loyal und mit den eigenen Kindern meist geduldig, dabei etwas würdevoller und ruhiger als andere Retriever. Gute Sozialisierung ist wichtig.

Wie groß wird ein Curly Coated Retriever?

Rüden etwa 64 bis 69 cm, Hündinnen 58 bis 64 cm Schulterhöhe und rund 25 bis 40 kg — der größte der Retriever.

Ähnliche Rassen

Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 110 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.