Bullterrier

Bullterrier

Muskulöser Terrier mit unverwechselbarem Eierkopf — verspielter „Clown", mutig und menschenbezogen, aber nur für erfahrene, konsequente Hände.

Größe
45–55 cm
Gewicht
22–38 kg
Lebenserwartung
11–14 Jahre
Herkunft
Großbritannien
FCI-Gruppe
Terrier
Steckbrief: Bullterrier auf einen Blick
Größe45–55 cm
Gewicht22–38 kg
Lebenserwartung11–14 Jahre
HerkunftGroßbritannien
FCI-GruppeTerrier
Fellpflegesehr gering
Aktivitätsbedarfhoch
Anfängertauglichmit Erfahrung

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf4/5
Kinderfreundlichkeit3/5
Anfängertauglich3/5
Pflegeaufwand1/5
Wachsamkeit3/5
Verträglichkeit2/5
Haarverlust2/5
Eigenständigkeit3/5
2 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Mittel
Andere Hunde Gering
Anfänger:innen Mittel
Wohnung Mittel
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Bullterrier
55 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Bullterrier ist ein kraftvoller, muskulöser Terrier mit unverwechselbarem eiförmigem Kopf und einem ganz eigenen, oft als clownesk beschriebenen Wesen. Er ist verspielt, lebenslustig, mutig und seinem Menschen tief verbunden — viele Halter schätzen ihn als humorvollen „Spaßvogel".

Gleichzeitig ist er eigensinnig, durchsetzungsstark und temperamentvoll und braucht eine klare, konsequente Führung. Er ist sehr menschenbezogen und anhänglich, bleibt ungern allein und möchte eng am Familienleben teilhaben.

Bei guter Erziehung und Sozialisierung ist der Bullterrier ein freundlicher, menschenfreundlicher Hund. Sein Selbstbewusstsein, seine Kraft und sein Temperament verlangen aber Erfahrung — in einigen Bundesländern unterliegt er zudem besonderen Haltungsauflagen.

Herkunft & Geschichte

Der Bullterrier entstand im 19. Jahrhundert in England aus Kreuzungen von Bulldoggen und Terriern, ursprünglich für Hundekämpfe und die Rattenjagd. James Hinks formte daraus später den eleganten, ganz weißen „Gentleman-Terrier" als Begleithund.

Der charakteristische eiförmige, von der Seite konvex gebogene Kopf wurde im Lauf der Zucht herausgebildet. Heute gibt es den Bullterrier in einer Standardgröße und als kleineren Miniature Bullterrier. Die FCI führt ihn in Gruppe 3 (Terrier).

Vom kämpferischen Vorfahren ist bei guter Zucht und Haltung im Wesen ein verspielter, menschenbezogener Hund geblieben — sein Ursprung erklärt aber das Temperament und die in manchen Regionen geltenden Auflagen.

Aussehen & Größe

Der Bullterrier ist ein kompakter, sehr muskulöser und kraftvoller Hund mit dem einzigartigen eiförmigen Kopf, kleinen dreieckigen Augen und aufrechten Ohren. Eine feste Schulterhöhe schreibt der Standard nicht vor; üblich sind etwa 35 bis 45 cm und ein Gewicht von rund 20 bis 35 kg.

Das kurze, glänzende und harte Fell ist pflegeleicht und kommt in Reinweiß sowie in farbigen Varianten (gestromt, rot, falb, schwarz-loh, dreifarbig) vor. Charakteristisch sind der kräftige, gedrungene Körperbau und der typische Kopf.

Bei rein weißen Tieren besteht ein erhöhtes Risiko für angeborene Taubheit, weshalb seriöse Züchter die Welpen auf Hörfähigkeit testen lassen.

Haltung & Auslastung

Der Bullterrier hat einen mittleren bis hohen Bewegungsbedarf und braucht täglich etwa ein bis zwei Stunden Bewegung sowie geistige Beschäftigung. Er liebt ausgelassenes Spiel, Apportieren und gemeinsame Aktivitäten und ist gern dabei.

Wichtig ist eine gute Mischung aus körperlicher Auslastung und Kopfarbeit, die sein Temperament in geordnete Bahnen lenkt. Ein unterforderter Bullterrier kann unruhig werden und Unsinn anstellen; manche neigen unter Stress zu Zwangsverhalten wie Schwanzjagen.

Er ist sehr menschenbezogen und sollte nicht oft lange allein bleiben. Als kurzhaariger Hund ist er zudem kälte- und hitzeempfindlich und gehört ins Haus, nicht in den Zwinger.

Erziehung

Der Bullterrier braucht eine konsequente, ruhige und souveräne Führung mit klaren Regeln von Anfang an. Er ist intelligent und menschenbezogen, aber auch eigensinnig und durchsetzungsstark — eine frühe, umfassende Sozialisierung mit Menschen, Hunden und Alltagssituationen ist unverzichtbar.

Mit positiver Bestärkung, Geduld und Abwechslung lässt er sich gut motivieren; Härte ist kontraproduktiv und kann sein Verhalten verschlechtern. Wichtig ist, sein Temperament und seinen Spieltrieb sinnvoll zu kanalisieren.

Wer keine Erfahrung mit kraftvollen, selbstbewussten Hunden hat, sollte sich kompetente Unterstützung holen — beim Bullterrier ist eine fachkundige Begleitung dringend zu empfehlen.

Für Anfänger geeignet?

Der Bullterrier ist kein Anfängerhund. Seine Kraft, sein Eigensinn, sein Temperament und die in einigen Bundesländern geltenden Haltungsauflagen überfordern unerfahrene Halter schnell.

Er gehört in die Hände erfahrener, souveräner Menschen, die ihn konsequent führen, früh und umfassend sozialisieren und ihm genügend Auslastung bieten. Vor der Anschaffung sollte man unbedingt die rechtlichen Vorgaben im eigenen Bundesland prüfen. Wer zum ersten Mal einen Hund hält, sollte sich für eine andere Rasse entscheiden.

Mit Kindern & anderen Tieren

Gut sozialisiert und erzogen ist der Bullterrier menschenfreundlich, verspielt und kann ein anhänglicher Familienhund sein. Wegen seiner Kraft und seines ungestümen Temperaments muss der Umgang mit kleinen Kindern jedoch stets beaufsichtigt werden, damit er sie im Spiel nicht versehentlich umrennt.

Gegenüber fremden Hunden — besonders gleichgeschlechtlichen — kann der Bullterrier durchsetzungsstark auftreten; eine frühe, konsequente Sozialisierung ist entscheidend. Gegenüber kleinen Heimtieren ist wegen seines Terrier-Ursprungs Vorsicht geboten.

Pflege & Pflegeroutine

Das kurze, harte Fell des Bullterriers ist sehr pflegeleicht und braucht nur gelegentliches Bürsten; er haart mäßig, im Fellwechsel etwas stärker.

Aufmerksamkeit verdienen die Haut (die Rasse neigt zu Allergien und Sonnenbrand, besonders bei weißen Tieren) sowie Ohren, Augen, Krallen und Zähne. Bei rein weißen Hunden sollte unbedingt die Hörfähigkeit überprüft werden.

Insgesamt ist der Pflegeaufwand minimal — der Anspruch des Bullterriers liegt klar in Führung, Auslastung und Sozialisierung, nicht in der Fellpflege.

Ernährung

Der Bullterrier braucht ein hochwertiges, ausgewogenes Futter in an seine Aktivität angepasster Menge. Da die Rasse zu Hautproblemen und Allergien neigt, kann ein gut verträgliches Futter helfen, Hautirritationen zu lindern.

Auf ein schlankes, muskulöses Gewicht ist zu achten, um Gelenke und Herz zu entlasten. Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Bullterrier erreicht ein Alter von etwa 11 bis 13 Jahren. Mehrere rassetypische Gesundheitsthemen sollte man kennen.

Dazu zählen angeborene Taubheit (besonders bei rein weißen Tieren), Herzerkrankungen (Mitral- und Aortenklappenprobleme), die erbliche Nierenerkrankung (hereditäre Nephritis, per Test überprüfbar), Patellaluxation, Haut- und Allergieprobleme sowie zwanghaftes Verhalten wie das Schwanzjagen.

Ein seriöser Züchter lässt die Welpen auf Hörfähigkeit testen und untersucht die Elterntiere auf Herz und Nieren. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Bullterrier wird wegen seines Ursprungs oft mit den Bull-und-Terrier-Rassen verglichen. Der Staffordshire Bullterrier ist kleiner und hat einen normal geformten Kopf, gilt als besonders menschenfreundlich; der American Staffordshire Terrier ist kräftiger und höherläufig.

Der einzigartige eiförmige Kopf unterscheidet den Bullterrier klar von allen anderen Rassen. Bei allen Bull-und-Terrier-Typen gilt: konsequente Erziehung, gute Sozialisierung und die Beachtung der jeweiligen Landesvorgaben sind entscheidend.

Kosten

Ein Bullterrier-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.200 und 2.000 Euro. Gesundheitlich untersuchte Elterntiere (Herz, Nieren) und auf Hörfähigkeit getestete Welpen sind den Preis wert.

Laufend sollte man mit rund 80 bis 130 Euro im Monat für Futter, Steuer, Versicherung und Tierarzt rechnen; in einigen Bundesländern fallen erhöhte Hundesteuer und Auflagen an. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Bei der Anschaffung ist ein seriöser Züchter entscheidend, der die Welpen auf Hörfähigkeit testet, die Elterntiere auf Herz und Nieren untersucht, auf Wesensfestigkeit züchtet und die Welpen im familiären Umfeld sozialisiert. Wichtig ist außerdem, sich vorab über die rechtlichen Haltungsvorgaben im eigenen Bundesland zu informieren, da der Bullterrier teils Auflagen unterliegt.

Wegen unterschätzter Ansprüche und gesetzlicher Hürden landen leider auch Bullterrier im Tierschutz. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob die nötige Erfahrung, Zeit und souveräne Führung dauerhaft vorhanden sind.

Passt zu dir, wenn …

du hundeerfahren bist und souverän führst
du Zeit für Sozialisierung und Auslastung hast
du dich über die Auflagen in deinem Bundesland informierst
du viel Zeit mit deinem Hund verbringst
du einen verspielten, menschenbezogenen Begleiter suchst
es dein erster Hund ist
du einen ruhigen, leicht führbaren Hund suchst
du den Hund oft lange allein lassen müsstest
du Temperament und Eigensinn unterschätzt

Häufige Fragen

Ist der Bullterrier ein Listenhund?

Das hängt vom Bundesland ab — in einigen Ländern unterliegt er besonderen Haltungsauflagen. Vor der Anschaffung sollte man die örtlichen Vorgaben unbedingt prüfen.

Ist der Bullterrier ein Anfängerhund?

Nein — seine Kraft, sein Eigensinn und sein Temperament sowie mögliche Auflagen überfordern Anfänger schnell. Er gehört in erfahrene, konsequent führende Hände.

Ist der Bullterrier ein Familienhund?

Gut sozialisiert und erzogen ist er menschenfreundlich und verspielt. Wegen seiner Kraft muss der Umgang mit kleinen Kindern aber beaufsichtigt werden, und er braucht erfahrene Führung.

Warum sind weiße Bullterrier oft taub?

Bei rein weißen Tieren besteht ein erhöhtes Risiko für angeborene Taubheit. Seriöse Züchter lassen die Welpen daher auf Hörfähigkeit testen.

Welche Krankheiten sind beim Bullterrier typisch?

Angeborene Taubheit, Herzerkrankungen, die erbliche Nierenerkrankung (hereditäre Nephritis), Patellaluxation, Hautprobleme und zwanghaftes Schwanzjagen.

Wie alt wird ein Bullterrier?

Etwa 11 bis 13 Jahre bei guter Pflege und gesunder Zuchtlinie.

Wie viel Auslastung braucht ein Bullterrier?

Täglich ein bis zwei Stunden Bewegung plus Kopfarbeit. Ausgelassenes Spiel und Beschäftigung lenken sein Temperament in geordnete Bahnen.

Warum hat der Bullterrier einen eiförmigen Kopf?

Der charakteristische, von der Seite konvex gebogene Kopf wurde im Lauf der Zucht gezielt herausgebildet und unterscheidet ihn von allen anderen Rassen.

Verträgt sich der Bullterrier mit anderen Hunden?

Gegenüber fremden, besonders gleichgeschlechtlichen Hunden kann er durchsetzungsstark auftreten. Eine frühe, konsequente Sozialisierung ist entscheidend.

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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 11 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.