Broholmer

Broholmer

Großer, ruhiger dänischer Molosser — gutmütig, gelassen und wachsam, ein sanfter Riese und freundlicher Familien- und Wachhund für Halter mit Platz.

Größe
70–75 cm
Gewicht
40–70 kg
Lebenserwartung
8–11 Jahre
Herkunft
Dänemark
FCI-Gruppe
Pinscher und Schnauzer
Steckbrief: Broholmer auf einen Blick
Größe70–75 cm
Gewicht40–70 kg
Lebenserwartung8–11 Jahre
HerkunftDänemark
FCI-GruppePinscher und Schnauzer
Fellpflegesehr gering
Aktivitätsbedarfgering
Anfängertauglichmit Erfahrung

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf2/5
Kinderfreundlichkeit4/5
Anfängertauglich3/5
Pflegeaufwand1/5
Wachsamkeit4/5
Verträglichkeit3/5
Haarverlust2/5
Eigenständigkeit3/5
1 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Gut
Andere Hunde Mittel
Anfänger:innen Mittel
Wohnung Gering
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Broholmer
75 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Broholmer (Dänischer Broholmer) ist ein großer, kräftiger und massiger Molosser aus Dänemark mit gutmütigem, ruhigem und gelassenem Wesen. Er ist seiner Familie eng verbunden, anhänglich und sanft — ein freundlicher „sanfter Riese", der zugleich wachsam und ein guter, aber unaufgeregter Wachhund ist.

Als ursprünglicher Hof- und Wachhund ist er aufmerksam, selbstsicher und schützend, dabei aber ausgeglichen, friedlich und nicht aggressiv oder übertrieben scharf. Fremden gegenüber ist er wachsam, aber meist gelassen; innerhalb der Familie ist er ruhig, anhänglich und gutmütig.

Der Broholmer ist intelligent, ruhig und selbstbewusst, dabei aber weniger dominant und eigensinnig als manch anderer große Molosser. Er ist gelassen und gutmütig und gilt als angenehmer, ausgeglichener Familien- und Wachhund für Halter mit ausreichend Platz.

Herkunft & Geschichte

Der Broholmer ist eine alte dänische Molosserrasse, benannt nach dem Gut Broholm, dessen Besitzer im 18. und 19. Jahrhundert maßgeblich zur Zucht beitrug. Seine Vorfahren waren große Hof-, Wach- und Jagdhunde, die unter anderem zur Hirschjagd und als Wächter dienten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Rasse fast ausgestorben und wurde ab den 1970er-Jahren durch engagierte Zucht aus den verbliebenen Tieren wieder aufgebaut. Die FCI führt ihn in Gruppe 2 (Molossoide). Er ist bis heute selten geblieben und gilt als dänisches Kulturgut.

Von seiner Vergangenheit als Hof- und Wachhund hat er seine Größe, seine Wachsamkeit, sein ruhiges, gutmütiges Wesen und seine Anhänglichkeit behalten — verbunden mit einem ausgeglichenen, friedlichen Charakter.

Aussehen & Größe

Der Broholmer ist ein sehr großer, kräftiger und massiger Hund mit kräftigem Knochenbau, breitem Kopf und imposanter, aber harmonischer Erscheinung. Rüden erreichen etwa 70 bis 75 cm Schulterhöhe, Hündinnen 65 bis 70 cm; das Gewicht liegt bei rund 40 bis 70 kg.

Das kurze, dichte Fell kommt in Gelb (mit schwarzer Maske), Goldrot oder Schwarz vor. Charakteristisch sind der große, breite Kopf mit den leichten Lefzen, der kräftige, muskulöse Körperbau und der ruhige, gutmütige Ausdruck.

Das kurze Fell ist sehr pflegeleicht und haart mäßig. Durch die leichten Lefzen kann er etwas sabbern; seine gewaltige Größe und sein Platzbedarf sollten realistisch eingeplant werden.

Haltung & Auslastung

Der Broholmer hat einen moderaten Bewegungsbedarf, braucht aber vor allem viel Platz und idealerweise ein Haus mit Garten. Er braucht täglich ruhige Bewegung mit Spaziergängen; er ist ein ausgesprochen ruhiger, gelassener Hund, kein Sportler.

Wichtiger als sportliche Auslastung sind ihm enger Familienanschluss, klare Strukturen und ruhige Beschäftigung. Im Wachstum ist besonders auf gelenkschonende Belastung zu achten, da er als großer Hund langsam wächst — übermäßiger Sport im Junghundalter schadet den Gelenken.

Er ist anpassungsfähig und im Haus angenehm ruhig, eignet sich wegen seiner Größe aber nicht für beengte Wohnverhältnisse. Er braucht ein Zuhause mit ausreichend Platz und engen Familienanschluss.

Erziehung

Der Broholmer ist intelligent, ruhig und gutmütig und lässt sich mit freundlicher, konsequenter und geduldiger Erziehung gut führen — er ist weniger dominant und eigensinnig als manch anderer große Molosser. Eine souveräne, ruhige Führung mit klaren Regeln und positiver Bestärkung ist wichtig.

Wegen seiner Größe und seines Wachtriebs sind frühe Sozialisierung und eine gute Grunderziehung wichtig, damit der kräftige Hund jederzeit händelbar bleibt. Härte ist unnötig; er reagiert am besten auf ruhige, faire Führung.

Wegen seiner Gutmütigkeit und Ausgeglichenheit ist er vergleichsweise gut erziehbar und auch für sachkundige, ruhige Ersthundehalter mit Platz geeignet, die sich der Verantwortung eines Riesen bewusst sind.

Für Anfänger geeignet?

Der Broholmer ist für sachkundige, ruhige Ersthundehalter mit ausreichend Platz bedingt geeignet — er ist deutlich umgänglicher und weniger anspruchsvoll als viele andere große Molosser. Sein gutmütiges, ruhiges und ausgeglichenes Wesen spricht für ihn.

Wichtig sind das Bewusstsein für die Verantwortung eines Riesen (Größe, Kraft, Kosten, Platzbedarf), frühe Sozialisierung und eine gute Grunderziehung sowie gelenkschonende Aufzucht. Wer einen ruhigen, freundlichen und wachsamen Familien- und Wachhund sucht und den Platz und die Mittel hat, findet im Broholmer einen angenehmen Begleiter.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Broholmer ist ein ausgesprochen gutmütiger, geduldiger und kinderlieber Familienhund, der den Umgang mit Kindern in der Regel hervorragend verträgt — er gilt als sanfter Riese. Wegen seiner gewaltigen Größe und Kraft sollte der Umgang mit kleinen Kindern dennoch beaufsichtigt werden, damit niemand versehentlich umgestoßen wird.

Mit anderen Hunden ist er bei guter Sozialisierung meist verträglich und gelassen; auch Katzen und andere Haustiere akzeptiert er in der Regel gut, vor allem wenn er mit ihnen aufwächst. Sein ruhiges, friedliches Wesen macht ihn zu einem harmonischen Mitbewohner.

Pflege & Pflegeroutine

Das kurze, dichte Fell des Broholmers ist sehr pflegeleicht und braucht nur gelegentliches Bürsten. Während des Fellwechsels haart er etwas stärker und sollte dann häufiger gebürstet werden.

Wegen der leichten Lefzen sollte das Gesicht bei Bedarf sauber gehalten werden. Die Augen, Ohren, Krallen und Zähne gehören zur regelmäßigen Kontrolle. Bei großen Molossern ist zudem auf die Gelenke zu achten.

Insgesamt ist der Pflegeaufwand gering — das pflegeleichte Fell ist einer der praktischen Vorzüge der Rasse.

Ernährung

Der Broholmer braucht als Riesenrasse ein hochwertiges, auf langsames, kontrolliertes Wachstum abgestimmtes Futter. Gerade im Wachstum ist eine kontrollierte, nicht zu energiereiche Fütterung entscheidend, um die Gelenke des schweren Hundes nicht zu überlasten.

Als großer, tiefbrüstiger Hund besteht ein erhöhtes Risiko für eine Magendrehung; mehrere kleinere Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen beugen vor. Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Broholmer gilt als für seine Größe vergleichsweise robuste Rasse mit einer Lebenserwartung von etwa 8 bis 11 Jahren. Da die Rasse auf einem begrenzten Genpool wieder aufgebaut wurde, achten die Zuchtvereine besonders auf Gesundheit und genetische Vielfalt — einige größenbedingte Themen sollte man kennen.

Dazu zählen die Hüft- und Ellbogengelenksdysplasie, die Magendrehung sowie gelegentlich Herzerkrankungen. Insgesamt ist die Rasse für ihre Größe aber robust.

Ein seriöser Züchter untersucht die Elterntiere auf Hüften, Ellbogen und Herz und achtet auf genetische Vielfalt. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Broholmer ist ein großer, ruhiger Molosser und mit dem britischen Mastiff und dem Bullmastiff vergleichbar — alle sind imposante, gutmütige Wächter; der Broholmer gilt als besonders ausgeglichen, friedlich und etwas weniger massig und faltig als der Mastiff.

Mit der ebenfalls großen, eleganten Deutschen Dogge teilt er die imposante Größe und das gutmütige Wesen, ist aber kräftiger-molossoid gebaut. Wer einen ruhigen, freundlichen und wachsamen sanften Riesen als Familien- und Wachhund sucht und den nötigen Platz hat, findet im Broholmer eine angenehme, vergleichsweise umgängliche Wahl.

Kosten

Ein Broholmer-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.400 und 2.200 Euro. Auf gesundheitlich untersuchte Elterntiere (Hüften, Ellbogen, Herz) und genetische Vielfalt zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis; die Rasse ist selten.

Die laufenden Kosten sind wegen der Größe hoch: Mit rund 130 bis 220 Euro im Monat sollte man rechnen. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen Züchter wählen, der die Elterntiere auf Hüften, Ellbogen und Herz untersucht, besonders auf genetische Vielfalt achtet (kleiner Genpool) und die Welpen im familiären Umfeld aufzieht. Da die Rasse selten ist, ist mit Wartezeit zu rechnen.

Wegen unterschätzter Größe und Kosten landen große Molosser gelegentlich im Tierschutz. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob man dem sanften Riesen genügend Platz, eine gelenkschonende Aufzucht, eine gute Grunderziehung und die nötigen Mittel bieten kann.

Passt zu dir, wenn …

du einen ruhigen, gutmütigen und wachsamen sanften Riesen suchst
du ausreichend Platz und idealerweise ein Haus mit Garten hast
du dir der Verantwortung und Kosten eines Riesen bewusst bist
du auf gelenkschonende Aufzucht und gute Grunderziehung achtest
du einen freundlichen, ausgeglichenen Familien- und Wachhund möchtest
du in einer Wohnung oder beengt lebst
du einen sportlichen, ausdauernden Hund suchst
du die Kosten und den Platzbedarf eines Riesen unterschätzt
du einen sehr scharfen Schutzhund erwartest

Häufige Fragen

Ist der Broholmer ein sanfter Riese?

Ja — er gilt als gutmütiger, ruhiger und ausgeglichener „sanfter Riese", der zugleich wachsam, aber nicht aggressiv oder übertrieben scharf ist.

Ist der Broholmer ein Anfängerhund?

Bedingt — er ist umgänglicher und weniger anspruchsvoll als viele Molosser und auch für sachkundige, ruhige Ersthundehalter mit Platz geeignet, die sich der Verantwortung eines Riesen bewusst sind.

Wie groß und schwer wird ein Broholmer?

Rüden etwa 70 bis 75 cm, Hündinnen 65 bis 70 cm Schulterhöhe und rund 40 bis 70 kg — eine echte Riesenrasse.

Ist der Broholmer ein Familienhund?

Ja — er ist ausgesprochen gutmütig, geduldig und kinderlieb und gilt als idealer, ruhiger Familienhund. Wegen seiner Größe sollte der Umgang mit kleinen Kindern beaufsichtigt werden.

Welche Krankheiten sind beim Broholmer typisch?

Hüft- und Ellbogendysplasie, Magendrehung und gelegentlich Herzerkrankungen. Wegen des kleinen Genpools wird auf genetische Vielfalt geachtet. Für seine Größe robust.

Wie alt wird ein Broholmer?

Etwa 8 bis 11 Jahre — für eine Riesenrasse eine typische Lebenserwartung.

Braucht der Broholmer viel Bewegung?

Nein — er hat einen moderaten Bewegungsbedarf und ist ein ruhiger, gelassener Hund. Wichtiger als Sport sind ihm Platz, Familienanschluss und gelenkschonende Aufzucht.

Woher kommt der Broholmer?

Aus Dänemark — benannt nach dem Gut Broholm; er ist eine alte dänische Molosserrasse, die nach dem Zweiten Weltkrieg fast ausstarb und wieder aufgebaut wurde.

Sabbert der Broholmer?

Durch seine leichten Lefzen kann er etwas sabbern, deutlich weniger als stark lefzige Molosser wie der Mastiff.

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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 315 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.