Mastiff

Mastiff

Einer der schwersten Hunde der Welt — sanft, würdevoll und seiner Familie tief ergeben, ein imposanter, ruhiger Wächter für erfahrene Hände.

Größe
70–91 cm
Gewicht
70–100 kg
Lebenserwartung
8–10 Jahre
Herkunft
Großbritannien
FCI-Gruppe
Pinscher und Schnauzer
Steckbrief: Mastiff auf einen Blick
Größe70–91 cm
Gewicht70–100 kg
Lebenserwartung8–10 Jahre
HerkunftGroßbritannien
FCI-GruppePinscher und Schnauzer
Fellpflegesehr gering
Aktivitätsbedarfgering
Anfängertauglichmit Erfahrung

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf2/5
Kinderfreundlichkeit4/5
Anfängertauglich3/5
Pflegeaufwand1/5
Wachsamkeit4/5
Verträglichkeit3/5
Haarverlust2/5
Eigenständigkeit3/5
1 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Gut
Andere Hunde Mittel
Anfänger:innen Mittel
Wohnung Gering
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Mastiff
91 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Mastiff (Englischer Mastiff) ist einer der größten und schwersten Hunde der Welt und zugleich ein ausgesprochen sanfter, würdevoller Riese. Er ist ruhig, gutmütig und seiner Familie tief ergeben und verbindet imposante Größe mit einem freundlichen, ausgeglichenen Wesen.

Als ursprünglicher Wächter hat er einen ruhigen, überlegten Beschützerinstinkt: Er behütet seine Familie aufmerksam, ohne grundlos aggressiv zu sein, und stellt Eindringlinge eher durch seine bloße Präsenz. Fremden gegenüber ist er zurückhaltend und würdevoll.

Der Mastiff ist anhänglich, sensibel und möchte engen Familienanschluss. Seine enorme Größe und Kraft verlangen von Anfang an eine konsequente, freundliche Erziehung, damit der sanfte Riese gut führbar bleibt.

Herkunft & Geschichte

Der Mastiff ist eine uralte englische Rasse, deren molosserartige Vorfahren schon in der Antike als Kriegs-, Wach- und Kampfhunde gehalten wurden. Über Jahrhunderte diente er in England als Hof-, Wach- und Schutzhund, der Haus und Vieh bewachte.

Nach den Weltkriegen, die den Bestand stark dezimierten, wurde die Rasse sorgfältig wieder aufgebaut. Der Mastiff gilt als Stammvater vieler moderner Molosser-Rassen. Die FCI führt ihn in Gruppe 2 (Molossoide).

Von seiner Vergangenheit als Wächter hat er seine imposante Erscheinung, seine Wachsamkeit und sein ruhiges, überlegtes Wesen behalten — heute ist er vor allem ein sanfter Familien- und Begleithund.

Aussehen & Größe

Der Mastiff ist ein gewaltiger, massiger und muskulöser Molosser mit breitem, kantigem Kopf und imposanter Erscheinung. Rüden erreichen mindestens 76 cm Schulterhöhe, oft mehr, und wiegen 70 bis 100 kg und mehr; Hündinnen sind etwas kleiner. Er zählt zu den schwersten Hunderassen überhaupt.

Das kurze, dichte Fell ist pflegeleicht und kommt in Apricot, Falb und Gestromt vor, meist mit dunkler Maske. Charakteristisch sind der massige Kopf, die hängenden Lefzen und der ruhige, würdevolle Ausdruck.

Wegen der hängenden Lefzen sabbert der Mastiff deutlich. Seine schiere Größe und sein Gewicht sollte man bei Haltung, Platzbedarf und Kosten realistisch einplanen.

Haltung & Auslastung

Der Mastiff hat trotz seiner Größe einen geringen Bewegungsbedarf. Er braucht täglich etwa ein bis zwei Stunden ruhige Bewegung in Form gemütlicher Spaziergänge — er ist ein gemächlicher Riese und kein Sport- oder Laufpartner.

Im Wachstum ist besonders auf gelenkschonende Belastung zu achten: Treppensteigen, Springen und langes Toben sollten beim extrem schnell und schwer wachsenden Junghund deutlich begrenzt werden, um Knochen und Gelenke nicht zu überlasten.

Er braucht viel Platz, eine souveräne Führung und engen Familienanschluss und gehört ins Haus, nicht in den Zwinger. Wegen seiner Masse ist er hitzeempfindlich und sollte an heißen Tagen geschont werden.

Erziehung

Beim Mastiff ist eine frühe, konsequente und freundliche Erziehung wegen seiner enormen Größe und Kraft absolut entscheidend: Grundgehorsam und Leinenführigkeit müssen früh sitzen — ein ausgewachsener Mastiff lässt sich niemals über Kraft kontrollieren.

Er ist gutmütig, gelehrig und sensibel, lernt aber in seinem eigenen, ruhigen Tempo und reagiert empfindlich auf Härte. Mit positiver Bestärkung, Ruhe und Konsequenz lässt er sich gut führen.

Eine gute Sozialisierung von klein auf sorgt dafür, dass der imposante Hund souverän und entspannt durchs Leben geht und seine Wachsamkeit angemessen einsetzt.

Für Anfänger geeignet?

Der Mastiff ist vom Wesen her sanft und gut führbar, durch seine schiere Größe und sein Gewicht aber nur bedingt anfängergeeignet. Sein enormer Platzbedarf, die sehr hohen Futter- und Tierarztkosten, die kurze Lebenserwartung und die nötige frühe Erziehung sollten Ersthundehalter nicht unterschätzen.

Wer viel Platz, Zeit und die finanziellen Mittel hat, sich gut informiert und bereit ist, früh konsequent zu erziehen, kann auch als Einsteiger mit einem Mastiff glücklich werden. Wer einen kleineren, pflegeleichteren oder sportlicheren Hund sucht, sollte sich anders entscheiden.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Mastiff ist ein ausgesprochen kinderlieber, geduldiger und sanfter Familienhund, der mit Kindern in der Regel hervorragend zurechtkommt und ihnen gegenüber oft eine behütende Art zeigt. Wegen seiner enormen Größe und seines Gewichts sollte der Umgang mit kleinen Kindern dennoch stets beaufsichtigt werden, damit er sie nicht versehentlich umstößt.

Mit anderen Hunden ist er bei guter Sozialisierung meist friedlich; auch Katzen und andere Haustiere akzeptiert er in der Regel gut. Sein ruhiges, gutmütiges Wesen macht ihn zu einem unkomplizierten Mitbewohner — vorausgesetzt, seine Größe lässt genügend Platz.

Pflege & Pflegeroutine

Das kurze, dichte Fell des Mastiffs ist sehr pflegeleicht und braucht nur gelegentliches Bürsten; er haart mäßig.

Aufmerksamkeit verdienen die Gesichtsfalten und die hängenden Lefzen, die sauber und trocken gehalten werden sollten, sowie wegen der Größe die Gelenke und Liegeschwielen. Er sabbert deutlich. Augen (Lidstellung), Ohren, Krallen und Zähne gehören zur regelmäßigen Kontrolle.

Der Pflegeaufwand für das Fell ist gering, das starke Sabbern sollte man aber bei der Anschaffung einkalkulieren.

Ernährung

Der Mastiff braucht als eine der schwersten Rassen ein hochwertiges, sorgfältig auf Wachstum und Aktivität abgestimmtes Futter. Gerade im Wachstum ist eine streng kontrollierte, nicht zu energiereiche Fütterung entscheidend, um das enorme Knochenwachstum nicht zu überfordern und Gelenkprobleme zu vermeiden.

Als sehr großer, tiefbrüstiger Hund besteht ein besonders hohes Risiko für eine lebensgefährliche Magendrehung; mehrere kleinere Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen sind wichtig. Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Mastiff hat als gewaltige Rasse leider nur eine kurze Lebenserwartung von etwa 8 bis 10 Jahren. Mehrere ernste, größenbedingte Gesundheitsthemen sollte man kennen.

Dazu zählen Hüft- und Ellbogengelenksdysplasie, die gefährliche Magendrehung, Herzerkrankungen (etwa die dilatative Kardiomyopathie und Klappenstenosen), eine erhöhte Neigung zu Krebserkrankungen, Lidfehlstellungen wie Entropium sowie die erbliche Stoffwechselstörung Zystinurie. Auch Hitzeempfindlichkeit ist ein Thema.

Ein seriöser Züchter untersucht die Elterntiere auf Hüften, Ellbogen, Herz und Augen. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Mastiff ist der Stammvater des etwas kleineren, agileren Bullmastiffs, der zu rund 60 Prozent aus Mastiff gezüchtet wurde; der Bullmastiff ist beweglicher und wachsamer, der Mastiff massiger und ruhiger.

Gegenüber der eleganteren, hochläufigen Deutschen Dogge ist der Mastiff deutlich schwerer und massiger gebaut. Mit dem Bernhardiner teilt er das sanfte Riesenwesen und das Sabbern. Wer einen kleineren, sportlicheren oder langlebigeren Hund sucht, sollte die Eigenheiten der Riesenrassen bedenken.

Kosten

Ein Mastiff-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Gesundheitlich untersuchte Elterntiere (Hüften, Ellbogen, Herz) sind den Preis wert — bei einer so großen Rasse kann an Gesundheit zu sparen besonders teuer werden.

Die laufenden Kosten sind wegen der enormen Größe sehr hoch: Mit rund 180 bis 300 Euro im Monat für Futter, Steuer, Versicherung und Tierarzt sollte man rechnen, dazu hohe Behandlungskosten. Eine realistische Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Bei der Anschaffung ist ein seriöser Züchter entscheidend, der die Elterntiere auf Hüften, Ellbogen, Herz und Augen untersucht, auf eine gesunde, nicht übertriebene Statur und ein ruhiges Wesen züchtet und die Welpen im familiären Umfeld aufzieht.

Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet auch über Rasse-Nothilfen gelegentlich Mastiffs. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob Platz, Zeit und vor allem die erheblichen finanziellen Mittel für einen so großen Hund mit kurzer Lebenserwartung dauerhaft vorhanden sind.

Passt zu dir, wenn …

du sehr viel Platz und Zeit für einen gewaltigen Hund hast
du einen sanften, ruhigen Familienhund suchst
du die sehr hohen Futter- und Tierarztkosten tragen kannst
du früh konsequent und einfühlsam erziehst
du mit Sabbern und kurzer Lebenserwartung umgehen kannst
du wenig Platz oder ein knappes Budget hast
du einen sportlichen Ausdauerpartner suchst
du keinen sabbernden Hund möchtest
du einen langlebigen, kleinen Hund suchst

Häufige Fragen

Wie groß und schwer wird ein Mastiff?

Sehr groß — Rüden erreichen mindestens 76 cm Schulterhöhe und wiegen 70 bis 100 kg und mehr. Er zählt zu den schwersten Hunderassen der Welt.

Ist der Mastiff ein guter Familienhund?

Ja — er ist ausgesprochen sanft, geduldig und kinderlieb. Wegen seiner enormen Größe sollte der Umgang mit kleinen Kindern aber beaufsichtigt werden.

Wie alt wird ein Mastiff?

Leider nur etwa 8 bis 10 Jahre — wie bei den meisten Riesenrassen ist die Lebenserwartung kurz.

Ist der Mastiff ein Anfängerhund?

Bedingt — sein Wesen ist sanft und gut führbar, seine Größe, die sehr hohen Kosten und der Platzbedarf sind aber anspruchsvoll. Mit Platz, Budget und früher Erziehung auch für Einsteiger machbar.

Welche Krankheiten sind beim Mastiff typisch?

Hüft- und Ellbogendysplasie, Magendrehung, Herzerkrankungen, eine erhöhte Krebsneigung, Lidfehlstellungen und die erbliche Zystinurie.

Wie viel Bewegung braucht ein Mastiff?

Wenig — täglich ein bis zwei Stunden ruhige Spaziergänge. Im Wachstum ist gelenkschonende, begrenzte Belastung besonders wichtig.

Sabbert der Mastiff stark?

Ja — wegen seiner hängenden Lefzen sabbert er deutlich. Das sollte man bei der Anschaffung einkalkulieren.

Worin unterscheidet sich Mastiff und Bullmastiff?

Der Mastiff ist der größere, massigere Stammvater; der Bullmastiff wurde aus ihm gezüchtet und ist kleiner, agiler und wachsamer.

Wie teuer ist die Haltung eines Mastiffs?

Wegen der enormen Größe sehr hoch — etwa 180 bis 300 Euro im Monat plus hohe Tierarztkosten.

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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 264 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.