Briard

Briard

Großer, langhaariger französischer Hütehund — intelligent, loyal und beschützend, ein sensibler, anspruchsvoller Familienhund mit hohem Pflegeaufwand.

Größe
56–69 cm
Gewicht
30–40 kg
Lebenserwartung
10–12 Jahre
Herkunft
Frankreich
FCI-Gruppe
Hütehund
Steckbrief: Briard auf einen Blick
Größe56–69 cm
Gewicht30–40 kg
Lebenserwartung10–12 Jahre
HerkunftFrankreich
FCI-GruppeHütehund
Fellpflegehoch
Aktivitätsbedarfhoch
Anfängertauglichmit Erfahrung

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf4/5
Kinderfreundlichkeit4/5
Anfängertauglich4/5
Pflegeaufwand4/5
Wachsamkeit4/5
Verträglichkeit3/5
Haarverlust3/5
Eigenständigkeit3/5
2 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Gut
Andere Hunde Mittel
Anfänger:innen Gut
Wohnung Gering
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Briard
69 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Briard (Berger de Brie) ist ein großer, langhaariger französischer Hütehund mit intelligentem, loyalem und beschützendem Wesen. Er ist seiner Familie tief verbunden, anhänglich und ausgesprochen menschenbezogen — ein sensibler Hund, der sich eng an seine Bezugspersonen bindet.

Als ursprünglicher Hüte- und Wachhund hat er einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und ist Fremden gegenüber wachsam und zurückhaltend. Er ist selbstbewusst, mutig und eigenständig, dabei aber auch feinfühlig und reagiert empfindlich auf grobe Behandlung.

Der Briard ist intelligent und lernwillig, braucht aber eine konsequente, einfühlsame Führung und viel Beschäftigung. Gut ausgelastet und gepflegt ist er ein loyaler, anhänglicher Familienhund mit ausgeprägtem Wachtrieb; Unterforderung verträgt er schlecht.

Herkunft & Geschichte

Der Briard stammt aus der französischen Region Brie und ist eine alte französische Hüte- und Schutzhunderasse, die Schafe hütete und gegen Wölfe und Diebe verteidigte. Er gilt als einer der ältesten französischen Hütehunde.

Berühmt wurde er auch als Kriegshund: Im Ersten Weltkrieg diente er der französischen Armee als Sanitäts-, Melde- und Wachhund. Die FCI führt ihn in Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde). Ein Rassemerkmal sind die doppelten Afterkrallen an den Hinterläufen.

Von seiner Vergangenheit als Hüte- und Schutzhund hat er seine Intelligenz, seinen Beschützerinstinkt, sein loyales Wesen und sein langes, schützendes Fell behalten.

Aussehen & Größe

Der Briard ist ein großer, kräftiger und harmonisch gebauter Hütehund mit langem, leicht gewelltem Fell, das auch Augen und Gesicht bedeckt. Rüden erreichen etwa 62 bis 69 cm Schulterhöhe, Hündinnen 56 bis 64 cm; das Gewicht liegt bei rund 25 bis 40 kg.

Das lange, harte und leicht gewellte Deckhaar mit leichter Unterwolle kommt in Schwarz, Falb (mit oder ohne dunkle Spitzen) und Grau vor. Charakteristisch sind das lange Fell mit Bart und Stirnfransen, die doppelten Afterkrallen und der freundliche, aufmerksame Ausdruck.

Das lange Fell ist sein Markenzeichen, aber auch sein größter Pflegeaufwand: Es verfilzt leicht und braucht regelmäßige, intensive Pflege.

Haltung & Auslastung

Der Briard hat einen hohen Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf. Er braucht täglich mehrere Stunden Bewegung sowie geistige Auslastung — als intelligenter Hütehund langweilt er sich ohne Aufgabe schnell.

Ideal sind Aktivitäten, die seine Intelligenz und Arbeitsfreude fordern: Obedience, Agility, Fährtenarbeit, Begleithundesport oder Hütearbeit. Er möchte eng mit seinem Menschen zusammenarbeiten und gefordert werden.

Er gehört eng ins Familienleben eingebunden und braucht Platz. Ein unterforderter Briard wird unruhig und kann seinen Wachtrieb oder unerwünschtes Verhalten verstärken.

Erziehung

Der Briard ist intelligent, lernwillig und „will to please", aber auch eigenständig, sensibel und mit Wachtrieb ausgestattet. Er braucht eine konsequente, faire und einfühlsame Führung mit klaren Regeln und viel positiver Bestärkung.

Wichtig sind frühe, gute Sozialisierung (wegen seiner Zurückhaltung gegenüber Fremden und seines Wachtriebs), das gezielte Lenken seiner Schutzneigung und genügend Auslastung. Auf Härte reagiert der feinfühlige Hund empfindlich.

Wer keine Erfahrung mit sensiblen, schützenden Hütehunden hat, sollte sich kompetente Unterstützung holen — die einfühlsame, konsequente Führung ist beim Briard entscheidend.

Für Anfänger geeignet?

Der Briard ist nur bedingt anfängergeeignet. Seine Intelligenz und Lernfreude sprechen für ihn, sein hoher Auslastungsbedarf, sein Wachtrieb, seine Sensibilität und der enorme Fellpflegeaufwand verlangen aber Erfahrung, Zeit und Engagement.

Für aktive, einfühlsame Halter, die bereit sind, konsequent zu erziehen, ihn vielseitig auszulasten, früh zu sozialisieren und viel Zeit in die Fellpflege zu investieren, ist er ein loyaler, wunderbarer Begleiter. Wer einen pflegeleichten oder leicht führbaren Hund sucht, sollte sich anders entscheiden.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Briard ist innerhalb seiner Familie ein loyaler, geduldiger und kinderlieber Hund, der seine Familie aufmerksam behütet und Kinder oft fürsorglich umsorgt. Wegen seiner Größe, seines Hütetriebs und seines Wachtriebs sollte der Umgang mit kleinen Kindern dennoch begleitet werden.

Mit anderen Hunden ist er bei guter Sozialisierung meist verträglich, kann aber selbstbewusst auftreten. Katzen und andere Haustiere akzeptiert er in der Regel, wenn er mit ihnen aufwächst; sein Wachtrieb gegenüber Fremden bleibt aber präsent.

Pflege & Pflegeroutine

Das lange, leicht gewellte Fell des Briards ist sehr pflegeintensiv: Es muss mehrmals pro Woche, idealerweise fast täglich, gründlich gebürstet und gekämmt werden, da es sonst rasch und hartnäckig verfilzt. Besonders Bart, Beine und der Bereich hinter den Ohren verfilzen leicht.

Wer den vollen Fellpflegeaufwand nicht leisten will, kann den Briard pflegeleichter scheren lassen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Augenpartie (das Fell verdeckt die Augen) und die Ohren. Krallen — inklusive der doppelten Afterkrallen — und Zähne gehören zur üblichen Pflege.

Der hohe Fellpflegeaufwand ist ein wesentlicher Teil der Briard-Haltung und sollte realistisch eingeplant werden.

Ernährung

Der Briard braucht als großer, aktiver Hund ein hochwertiges, leistungsgerechtes Futter, das auf seine Aktivität abgestimmt ist. Auf ein schlankes Gewicht ist zu achten, das unter dem üppigen Fell leicht übersehen wird.

Als großer, tiefbrüstiger Hund besteht ein erhöhtes Risiko für eine Magendrehung; mehrere kleinere Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen beugen vor. Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Briard erreicht ein Alter von etwa 10 bis 12 Jahren. Einige rassetypische, teils erbliche Gesundheitsthemen sollte man kennen — manche davon sind per Gentest erkennbar.

Dazu zählen die Hüftgelenksdysplasie, die gefährliche Magendrehung, Augenerkrankungen wie progressive Retinaatrophie (PRA) und die angeborene stationäre Nachtblindheit (CSNB, per Gentest erkennbar), Schilddrüsenunterfunktion sowie eine gewisse Neigung zu Krebserkrankungen wie Lymphomen.

Ein seriöser Züchter untersucht die Elterntiere auf Hüften und Augen und führt den verfügbaren Gentest (CSNB) durch. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Briard wird wegen seines langen Fells oft mit anderen zotteligen Hütehunden verglichen. Dem britischen Bobtail und dem Bearded Collie ähnelt er im üppigen Fell und im hütenden Erbe; der Briard hat aber einen ausgeprägteren Wach- und Schutztrieb.

Gegenüber dem sanften Langhaarcollie ist der Briard eigenständiger, schützender und anspruchsvoller in der Führung. Wer einen langhaarigen Hütehund mit ausgeprägter Familienbindung sucht und den enormen Fellaufwand leisten kann, findet im Briard eine loyale Wahl.

Kosten

Ein Briard-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.300 und 1.900 Euro. Auf gesundheitlich untersuchte Elterntiere (Hüften, Augen, CSNB-Gentest) zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis.

Laufend sollte man wegen der Größe mit rund 90 bis 150 Euro im Monat rechnen, hinzu kommen erhebliche Kosten und Zeitaufwand für die Fellpflege bzw. regelmäßige Friseurbesuche. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen Züchter wählen, der die Elterntiere auf Hüften und Augen untersucht, den CSNB-Gentest durchführt, auf ein wesensfestes, nicht übermäßig scharfes Naturell züchtet und die Welpen gut sozialisiert. Eine gute Sozialisierung ist beim wachsamen Briard besonders wichtig.

Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet auch über Rasse-Nothilfen gelegentlich Briards. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob man dem aktiven, sensiblen Hund dauerhaft genügend Bewegung und Beschäftigung bieten und den hohen Fellpflegeaufwand leisten kann.

Passt zu dir, wenn …

du einen loyalen, intelligenten Familienhund suchst
du sehr aktiv bist und ihn vielseitig auslastest
du täglich viel Zeit für die intensive Fellpflege hast
du sein sensibles, wachsames Wesen einfühlsam führst
du Platz für einen großen Hund hast
du einen pflegeleichten Hund suchst
du keine Zeit für tägliches Bürsten oder Friseurbesuche hast
du einen leicht führbaren Hund ohne Wachtrieb möchtest
du wenig Zeit für Bewegung und Beschäftigung hast

Häufige Fragen

Ist der Briard ein Anfängerhund?

Nur bedingt — seine Intelligenz spricht dafür, sein hoher Auslastungsbedarf, sein Wachtrieb, seine Sensibilität und der enorme Fellpflegeaufwand dagegen. Für erfahrene, aktive Halter geeignet.

Wie aufwendig ist die Fellpflege beim Briard?

Sehr aufwendig — das lange Fell muss fast täglich gründlich gebürstet werden, sonst verfilzt es hartnäckig. Viele Halter lassen den Briard scheren.

Wie viel Auslastung braucht ein Briard?

Viel — täglich mehrere Stunden Bewegung plus geistige Beschäftigung wie Obedience, Agility oder Hütearbeit. Er langweilt sich ohne Aufgabe schnell.

Ist der Briard ein Familienhund?

Ja — innerhalb seiner Familie ist er loyal, kinderlieb und fürsorglich. Wegen seines Wach- und Hütetriebs sollte der Umgang mit kleinen Kindern begleitet werden, und er braucht einfühlsame Führung.

Welche Krankheiten sind beim Briard typisch?

Hüftgelenksdysplasie, Magendrehung, Augenerkrankungen wie PRA und die angeborene Nachtblindheit (CSNB, per Gentest), Schilddrüsenunterfunktion und eine gewisse Krebsneigung.

Wie alt wird ein Briard?

Etwa 10 bis 12 Jahre bei guter Pflege und gesunder Zuchtlinie.

Warum hat der Briard doppelte Afterkrallen?

Die doppelten Afterkrallen an den Hinterläufen sind ein Rassemerkmal des Briards und im Standard ausdrücklich gefordert.

Hat der Briard einen Schutztrieb?

Ja — als ursprünglicher Hüte- und Schutzhund hat er einen ausgeprägten Wachtrieb, der früh sozialisiert und einfühlsam gelenkt werden muss.

Ist der Briard wachsam?

Ja — er ist Fremden gegenüber zurückhaltend und wachsam und behütet seine Familie aufmerksam, ohne bei guter Erziehung übermäßig scharf zu sein.

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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 113 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.