Langhaarcollie

Langhaarcollie

Eleganter „Lassie"-Hütehund mit langem Fell — sanft, sensibel und treu, ein freundlicher, kinderlieber Familienhund mit hohem Pflegeaufwand.

Größe
51–61 cm
Gewicht
18–30 kg
Lebenserwartung
12–14 Jahre
Herkunft
Großbritannien
FCI-Gruppe
Hütehund
Steckbrief: Langhaarcollie auf einen Blick
Größe51–61 cm
Gewicht18–30 kg
Lebenserwartung12–14 Jahre
HerkunftGroßbritannien
FCI-GruppeHütehund
Fellpflegesehr hoch
Aktivitätsbedarfhoch
Anfängertauglichgut geeignet

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf4/5
Kinderfreundlichkeit5/5
Anfängertauglich4/5
Pflegeaufwand5/5
Wachsamkeit3/5
Verträglichkeit4/5
Haarverlust4/5
Eigenständigkeit2/5
2 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Gut
Andere Hunde Gut
Anfänger:innen Gut
Wohnung Gering
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Langhaarcollie
61 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Langhaarcollie (Collie Langhaar) ist ein eleganter, mittelgroßer bis großer Hütehund mit langem, prächtigem Fell und sanftem, sensiblem Wesen — weltberühmt durch die Filmhündin „Lassie". Er ist seiner Familie treu ergeben, freundlich und ausgesprochen kinderlieb.

Er ist intelligent, lernwillig und „will to please", dabei feinfühlig und manchmal etwas schüchtern. Fremden gegenüber ist er oft zurückhaltend und kann zur Wachsamkeit und zum Bellen neigen, ist aber selten aggressiv.

Als ursprünglicher Hütehund hat er einen ausgeprägten Beschäftigungsbedarf und eine enge Bindung an seine Menschen. Gut ausgelastet und gepflegt ist er ein sanfter, anhänglicher und harmonischer Familienhund.

Herkunft & Geschichte

Der Langhaarcollie stammt aus dem schottischen Hochland, wo er über Jahrhunderte als Hüte- und Treibhund für Schafe eingesetzt wurde. Sein langes, dichtes Fell schützte ihn vor dem rauen, nasskalten Klima.

Im 19. Jahrhundert wurde er, gefördert durch Königin Victoria, zum eleganten Begleit- und Ausstellungshund weiterentwickelt; die Filmreihe „Lassie" machte ihn im 20. Jahrhundert weltberühmt. Die FCI führt ihn in Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde).

Vom Arbeits- und Hütehund hat er seine Intelligenz, seine Sensibilität, sein freundliches Wesen und sein prächtiges Fell behalten — heute ist er vor allem ein sanfter Familien- und Begleithund.

Aussehen & Größe

Der Langhaarcollie ist ein mittelgroßer bis großer, eleganter Hund mit langem, üppigem Fell, ausgeprägter Mähne und schmalem, edlem Kopf. Rüden erreichen etwa 56 bis 61 cm Schulterhöhe, Hündinnen 51 bis 56 cm; das Gewicht liegt bei rund 18 bis 30 kg.

Das lange, dichte Deckhaar mit weicher Unterwolle bildet eine prächtige Mähne und Halskrause und kommt in Zobel-Weiß, Tricolor (schwarz-weiß-loh) und Blue Merle vor. Charakteristisch sind die üppige Mähne, der lange, keilförmige Kopf und der sanfte, freundliche Ausdruck.

Das prächtige Fell ist sein Markenzeichen, aber auch sein größter Pflegeaufwand: Es verfilzt leicht und braucht regelmäßige, intensive Pflege.

Haltung & Auslastung

Der Langhaarcollie hat einen mittleren Bewegungs- und einen hohen geistigen Beschäftigungsbedarf. Er braucht täglich etwa ein bis zwei Stunden Bewegung sowie geistige Auslastung — als intelligenter Hütehund schätzt er Aufgaben und gemeinsame Aktivitäten.

Geeignet sind Aktivitäten, die seine Intelligenz und Sensibilität fordern: Obedience, Dogdance, Trickdog, Fährtenarbeit oder Begleithundesport. Er ist gelehrig und arbeitet gern eng mit seinem Menschen zusammen.

Er ist anpassungsfähig und auch in der Wohnung zu halten, sofern er ausreichend ausgelastet wird und seine Fellpflege sichergestellt ist. Seine Bellfreude und Wachsamkeit sollten durch Training gelenkt werden.

Erziehung

Der Langhaarcollie ist intelligent, lernwillig und „will to please" und lässt sich dadurch leicht und gern erziehen. Er reagiert blitzschnell auf freundliche, positive Bestärkung und blüht im gemeinsamen Training auf.

Wichtig ist, seine Sensibilität zu berücksichtigen: Lauter Ton oder Härte verunsichern ihn und sind völlig unnötig. Frühe, gute Sozialisierung, das Lenken der Bellfreude und ein behutsamer Umgang mit seiner Zurückhaltung gegenüber Fremden sind sinnvoll.

Wegen seiner Lernfreude und Kooperationsbereitschaft ist er auch für einfühlsame Ersthundehalter und Familien bestens geeignet.

Für Anfänger geeignet?

Der Langhaarcollie ist gut anfängergeeignet. Seine Lernfreude, sein sanftes, kinderliebes Wesen und seine Kooperationsbereitschaft machen ihn auch für einfühlsame Ersthundehalter und Familien zu einem dankbaren Begleiter.

Wichtig ist, dass man ihm genügend geistige Beschäftigung bietet, seine Sensibilität respektiert, an seiner Bellfreude arbeitet und den hohen Fellpflegeaufwand einplant. Wer das beherzigt, findet im Langhaarcollie einen harmonischen, gut erziehbaren Familienhund.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Langhaarcollie ist ein ausgesprochen kinderlieber, geduldiger und sanfter Familienhund, der den Umgang mit Kindern in der Regel hervorragend verträgt — nicht umsonst gilt „Lassie" als Inbegriff des treuen Familienhundes. Wegen seines Hütetriebs kann er rennende Kinder gelegentlich umkreisen; das sollte freundlich gelenkt werden.

Mit anderen Hunden ist er bei guter Sozialisierung meist verträglich; auch Katzen und andere Haustiere akzeptiert er in der Regel gut, vor allem wenn er mit ihnen aufwächst. Sein sanftes Wesen macht ihn zu einem harmonischen Mitbewohner.

Pflege & Pflegeroutine

Das lange, dichte Doppelfell des Langhaarcollies ist pflegeintensiv: Es braucht regelmäßiges, mehrmals wöchentliches Bürsten, besonders an Mähne, Hosen und hinter den Ohren, um Verfilzungen zu vermeiden. Im Fellwechsel zweimal im Jahr haart er sehr stark und sollte dann täglich gebürstet werden.

Geschoren werden sollte der Collie nicht, da das Fell danach oft nicht mehr richtig nachwächst. Ohren, Augen, Krallen und Zähne gehören zur regelmäßigen Kontrolle.

Der Fellpflegeaufwand ist erhöht — das üppige Fell und das starke Haaren im Fellwechsel sollte man bei der Anschaffung realistisch einplanen.

Ernährung

Der Langhaarcollie braucht ein hochwertiges Futter in an seine Größe und Aktivität angepasster Menge. Auf ein schlankes Gewicht ist zu achten, das unter dem üppigen Fell leicht übersehen wird.

Wichtig ist ein Hinweis zur Gesundheit: Collies tragen sehr häufig den MDR1-Gendefekt, der zu Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Medikamenten führt — der MDR1-Status sollte unbedingt bekannt sein. Die passende Futtermenge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Langhaarcollie erreicht ein Alter von etwa 12 bis 14 Jahren. Einige rassetypische, teils erbliche Gesundheitsthemen sollte man kennen — viele davon sind per Gentest erkennbar.

Am wichtigsten ist der MDR1-Gendefekt, der bei Collies sehr verbreitet ist und zu einer gefährlichen Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Medikamenten führt. Hinzu kommen die Collie-Augenanomalie (CEA), die progressive Retinaatrophie (PRA), Hüftgelenksdysplasie sowie die Hauterkrankung Dermatomyositis. Viele dieser Erkrankungen sind per Gentest erkennbar.

Ein seriöser Züchter untersucht die Elterntiere auf Augen (CEA), den MDR1-Status und weitere Erbkrankheiten. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Langhaarcollie wird oft mit dem kleineren Shetland Sheepdog verglichen, der wie eine Miniaturausgabe wirkt und ein ähnlich sanftes, sensibles Wesen hat — der Sheltie ist deutlich kleiner und wohnungsfreundlicher.

Innerhalb der Collie-Verwandtschaft gibt es neben dem Langhaarcollie auch die kurzhaarige Variante (Collie) mit gleichem Wesen, aber pflegeleichterem Fell. Gegenüber dem fordernderen Border Collie ist der Langhaarcollie sanfter, ruhiger und weniger arbeitsbesessen. Wer einen eleganten, kinderlieben Familienhund sucht und Zeit für die Fellpflege hat, findet im Langhaarcollie eine harmonische Wahl.

Kosten

Ein Langhaarcollie-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.200 und 1.800 Euro. Auf gesundheitlich untersuchte Elterntiere — besonders auf Augen (CEA) und den MDR1-Status — zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis.

Laufend sollte man mit rund 80 bis 130 Euro im Monat rechnen, hinzu kommen Kosten und Zeitaufwand für die Fellpflege. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen Züchter wählen, der die Elterntiere auf Augenerkrankungen (CEA), den MDR1-Status und weitere Erbkrankheiten untersucht, auf ein wesensfestes, nicht übermäßig ängstliches Naturell züchtet und die Welpen gut sozialisiert. Eine gute Sozialisierung ist beim sensiblen Collie besonders wichtig.

Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet auch im Tierschutz immer wieder Collies. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob Zeit für geistige Beschäftigung und die regelmäßige, intensive Fellpflege vorhanden ist.

Passt zu dir, wenn …

du einen sanften, kinderlieben und gut erziehbaren Familienhund suchst
du Zeit für die intensive Fellpflege hast
du Freude an Hundesport oder Tricktraining hast
du das sensible Wesen respektierst
du auf den MDR1-Status und CEA bei der Zucht achtest
du einen pflegeleichten Hund ohne Fellaufwand suchst
du keine Zeit für regelmäßiges Bürsten hast
du einen sehr bellfreudigen Hund nicht erziehen möchtest
du einen robusten, wenig sensiblen Hund erwartest

Häufige Fragen

Ist der Langhaarcollie der „Lassie"-Hund?

Ja — der Langhaarcollie wurde durch die Filmhündin „Lassie" weltberühmt und gilt seither als Inbegriff des treuen, sanften Familienhundes.

Ist der Langhaarcollie ein Anfängerhund?

Ja — seine Lernfreude, sein sanftes Wesen und seine Kooperationsbereitschaft machen ihn gut anfängergeeignet, wenn man Beschäftigung und die intensive Fellpflege einplant.

Was ist der MDR1-Defekt beim Collie?

Ein bei Collies sehr verbreiteter Gendefekt, der zu gefährlicher Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Medikamenten führt. Der MDR1-Status sollte unbedingt bekannt sein und dem Tierarzt mitgeteilt werden.

Welche Krankheiten sind beim Langhaarcollie typisch?

Vor allem der MDR1-Gendefekt, die Collie-Augenanomalie (CEA), die PRA, Hüftdysplasie und die Hauterkrankung Dermatomyositis — viele per Gentest erkennbar.

Wie alt wird ein Langhaarcollie?

Etwa 12 bis 14 Jahre bei guter Pflege und gesunder Zuchtlinie.

Ist der Langhaarcollie ein Familienhund?

Ja — er ist ausgesprochen sanft, kinderlieb und treu und gilt als idealer Familienhund. Sein Hütetrieb (Umkreisen rennender Kinder) sollte freundlich gelenkt werden.

Wie aufwendig ist die Fellpflege beim Langhaarcollie?

Erhöht — das lange Doppelfell braucht mehrmals wöchentliches Bürsten, im Fellwechsel täglich. Geschoren werden sollte er nicht.

Bellt der Langhaarcollie viel?

Er ist wachsam und kann zum Bellen neigen. Mit konsequenter, freundlicher Erziehung von klein auf lässt sich das gut in Grenzen halten.

Worin unterscheidet sich der Langhaarcollie vom Sheltie?

Der Shetland Sheepdog wirkt wie eine kleinere Ausgabe mit ähnlichem Wesen, ist aber deutlich kleiner und wohnungsfreundlicher; der Langhaarcollie ist größer und eleganter.

Ähnliche Rassen

Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 156 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.