Welsh Corgi Pembroke

Welsh Corgi Pembroke

Kurzbeiniger, lebhafter Hütehund mit großem Selbstbewusstsein — intelligent, fröhlich und wachsam, ein charmanter Familienbegleiter.

Größe
25–30 cm
Gewicht
10–12 kg
Lebenserwartung
12–15 Jahre
Herkunft
Wales
FCI-Gruppe
Hütehund
Steckbrief: Welsh Corgi Pembroke auf einen Blick
Größe25–30 cm
Gewicht10–12 kg
Lebenserwartung12–15 Jahre
HerkunftWales
FCI-GruppeHütehund
Fellpflegegering
Aktivitätsbedarfhoch
Anfängertauglichmit Erfahrung

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf4/5
Kinderfreundlichkeit4/5
Anfängertauglich4/5
Pflegeaufwand2/5
Wachsamkeit4/5
Verträglichkeit3/5
Haarverlust3/5
Eigenständigkeit3/5
2 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Gut
Andere Hunde Mittel
Anfänger:innen Gut
Wohnung Gut
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Welsh Corgi Pembroke
30 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Welsh Corgi Pembroke ist ein kurzbeiniger, kompakter Hütehund mit erstaunlich großem Selbstbewusstsein und fröhlichem, aufgewecktem Wesen. Trotz seiner geringen Größe tritt er munter, mutig und energiegeladen auf und ist seiner Familie eng verbunden.

Er ist intelligent, lernfreudig und wachsam und meldet zuverlässig — seine Bellfreude und sein gelegentliches „Zwicken" in Richtung Fersen stammen aus seiner Vergangenheit als Treibhund. Fremden gegenüber ist er aufmerksam, aber selten aggressiv.

Der Pembroke ist ein lebhafter, charmanter Begleiter mit eigenem Kopf. Er braucht geistige und körperliche Auslastung und ist bei guter Erziehung ein fröhlicher, anhänglicher Familienhund — bekannt nicht zuletzt als Lieblingsrasse der britischen Königin Elizabeth II.

Herkunft & Geschichte

Der Welsh Corgi Pembroke stammt aus der Grafschaft Pembrokeshire in Wales, wo er über Jahrhunderte als Treibhund für Rinder eingesetzt wurde. Seine niedrige Statur erlaubte es ihm, den Rindern in die Fersen zu zwicken und gleichzeitig ausschlagenden Hufen auszuweichen.

Er ist eng mit dem etwas größeren Welsh Corgi Cardigan verwandt, wird aber als eigenständige Rasse geführt. Weltberühmt wurde der Pembroke durch Königin Elizabeth II., die zeitlebens zahlreiche Corgis hielt.

Die FCI führt den Pembroke in Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde). Vom Arbeitshund hat er sein wachsames, lebhaftes und treibfreudiges Wesen behalten.

Aussehen & Größe

Der Welsh Corgi Pembroke ist ein niederläufiger, gestreckter Hund mit kräftigem Körper, kurzen Beinen, aufrechten Ohren und fuchsartigem Kopf. Er wird etwa 25 bis 30 cm groß und wiegt rund 10 bis 12 kg.

Das mittellange, dichte Stockhaar mit Unterwolle kommt in Rot, Zobel, Reh und Schwarz-Loh vor, häufig mit weißen Abzeichen. Der Pembroke hat traditionell eine sehr kurze oder von Natur aus kurze Rute — das früher übliche Kupieren ist in Deutschland verboten.

Sein wacher, freundlicher Ausdruck und der niedrige, gestreckte Körperbau sind typisch. Wegen seines langen Rückens ist auf eine rückenschonende Haltung zu achten.

Haltung & Auslastung

Der Welsh Corgi Pembroke hat trotz seiner kurzen Beine einen erstaunlich hohen Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf. Er braucht täglich etwa ein bis zwei Stunden Bewegung sowie geistige Auslastung — als ehemaliger Arbeitshund langweilt er sich ohne Aufgabe schnell.

Ideal sind Aktivitäten wie Apportieren, Trickdog, Suchspiele oder Hundesport, die seine Intelligenz und Treibfreude fordern. Er ist clever und manchmal eigensinnig und liebt es, gefordert zu werden.

Wegen seines langen Rückens sollten allzu wilde Sprünge und Treppensteigen besonders im Wachstum begrenzt werden, um die Bandscheiben zu schonen. Mit ausreichend Auslastung eignet er sich gut für Haus und auch Wohnung.

Erziehung

Der Welsh Corgi Pembroke ist intelligent, lernfreudig und „will to please", aber auch eigensinnig und meldefreudig. Eine konsequente, freundliche Erziehung mit klaren Regeln ist wichtig, damit aus dem wachsamen Treibhund kein Dauerbeller wird.

Besonders das gelegentliche Zwicken in die Fersen (Hüteverhalten) und die Bellfreude sollten früh kanalisiert werden. Mit positiver Bestärkung und abwechslungsreichem Training lässt er sich gut motivieren; seinen Sturkopf fängt man mit Geduld und Konsequenz auf.

Insgesamt ist er ein gut erziehbarer, aber durchaus eigenständiger Hund, der eine liebevoll-konsequente Hand braucht.

Für Anfänger geeignet?

Der Welsh Corgi Pembroke ist bedingt anfängergeeignet. Seine Lernfreude, seine handliche Größe und sein fröhliches Wesen sprechen für ihn, sein Bewegungsdrang, seine Bellfreude und sein Eigensinn verlangen aber Engagement und Konsequenz.

Für aktive Ersthundehalter und Familien, die bereit sind, ihn auszulasten, am Bellen zu arbeiten und seinen Rücken zu schonen, ist er gut führbar. Wer einen ruhigen, anspruchslosen Schoßhund sucht, wird dem temperamentvollen Treibhund nicht gerecht.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Welsh Corgi Pembroke ist ein lebhafter, verspielter Familienhund, der mit Kindern in der Regel gut zurechtkommt. Wegen seines Hütetriebs kann er aber dazu neigen, rennende Kinder durch Zwicken in die Fersen zu „treiben" — ein Verhalten, das früh unterbunden werden sollte; der Umgang mit kleinen Kindern ist zu begleiten.

Mit anderen Hunden und Katzen versteht er sich bei guter Sozialisierung meist gut, kann aber selbstbewusst und durchsetzungsstark auftreten. Eine frühe Gewöhnung an Artgenossen und Haustiere ist sinnvoll.

Pflege & Pflegeroutine

Das dichte Stockhaar des Welsh Corgi Pembroke ist im Alltag pflegeleicht, haart aber das ganze Jahr und im Fellwechsel deutlich stärker. Regelmäßiges Bürsten ein- bis zweimal pro Woche, in der Fellwechselzeit häufiger, hält die losen Haare in Schach.

Geschoren werden muss der Pembroke nicht. Ohren, Augen, Krallen und Zähne gehören zur regelmäßigen Kontrolle.

Insgesamt ist der Pflegeaufwand moderat — das jahreszeitlich starke Haaren sollte man bei der Anschaffung einplanen.

Ernährung

Der Welsh Corgi Pembroke neigt stark zu Übergewicht, das wegen seines langen Rückens und der kurzen Beine besonders schädlich für die Bandscheiben und Gelenke ist. Auf ein konsequent schlankes Gewicht und kontrollierte Portionen ist daher unbedingt zu achten.

Er braucht ein hochwertiges Futter in an seine Größe und Aktivität angepasster Menge. Die passende Portion lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen — gerade beim futterbegeisterten Corgi sind genaue Mengen wichtig.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Welsh Corgi Pembroke erreicht ein Alter von etwa 12 bis 15 Jahren und gilt als vergleichsweise robust. Einige rassetypische, teils durch den Körperbau bedingte Gesundheitsthemen sollte man kennen.

Am wichtigsten ist das Risiko von Bandscheibenvorfällen (IVDD) aufgrund des langen Rückens und der kurzen Beine. Hinzu kommen die degenerative Myelopathie (DM, per Gentest erkennbar), Hüftgelenksdysplasie, Augenerkrankungen wie progressive Retinaatrophie (PRA), die von-Willebrand-Erkrankung sowie eine starke Neigung zu Übergewicht.

Ein seriöser Züchter untersucht die Elterntiere auf DM, Augen und Hüften. Rückenschonende Haltung und ein schlankes Gewicht sind entscheidend. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Welsh Corgi Pembroke wird oft mit anderen niederläufigen oder hütenden Rassen verglichen. Mit dem Dackel teilt er den langen Rücken und die kurzen Beine samt erhöhtem Bandscheibenrisiko, ist aber als Hütehund deutlich treib- und bewegungsfreudiger und weniger jagdlich orientiert.

Mit Hütehunden wie dem Shetland Sheepdog oder dem Australian Shepherd teilt er Intelligenz, Wachsamkeit und Arbeitsfreude, ist aber kleiner und niederläufiger. Wer einen lebhaften, cleveren kleinen Hund sucht, findet im Pembroke eine charmante, aber durchaus fordernde Wahl.

Kosten

Ein Welsh-Corgi-Pembroke-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Auf gesundheitlich untersuchte Elterntiere (DM, Augen, Hüften) zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis.

Laufend sollte man mit rund 70 bis 110 Euro im Monat rechnen, hinzu kommen mögliche Kosten durch das rassetypische Bandscheibenrisiko. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen Züchter wählen, der die Elterntiere auf degenerative Myelopathie, Augenerkrankungen und Hüften untersucht, auf ein stabiles Wesen züchtet und die Welpen im familiären Umfeld aufzieht. Von kupierten Importtieren ist abzuraten, da das Kupieren der Rute in Deutschland verboten ist.

Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet auch im Tierschutz immer wieder Corgis. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob Zeit für Bewegung und Beschäftigung vorhanden ist und ob man bereit ist, konsequent am Bellen zu arbeiten und den Rücken des Hundes zu schonen.

Passt zu dir, wenn …

du einen lebhaften, intelligenten kleinen Hund suchst
du täglich ein bis zwei Stunden für Bewegung und Kopfarbeit hast
du konsequent am Bellen und Hüteverhalten arbeitest
du auf ein schlankes Gewicht und rückenschonende Haltung achtest
du einen wachsamen, fröhlichen Familienbegleiter magst
du einen ruhigen, anspruchslosen Schoßhund suchst
du wenig Zeit für Bewegung und Beschäftigung hast
du Bellen und Eigensinn nicht erziehen möchtest
du mit jahreszeitlich starkem Haaren nicht leben willst

Häufige Fragen

Ist der Welsh Corgi Pembroke ein Anfängerhund?

Bedingt — er ist lernfreudig und handlich, sein Bewegungsdrang, seine Bellfreude und sein Eigensinn verlangen aber Engagement. Für aktive Ersthundehalter und Familien ist er gut führbar.

Wie viel Bewegung braucht ein Welsh Corgi Pembroke?

Trotz kurzer Beine viel — täglich etwa ein bis zwei Stunden Bewegung plus geistige Beschäftigung. Als ehemaliger Treibhund langweilt er sich ohne Aufgabe schnell.

Bellt der Welsh Corgi Pembroke viel?

Ja, er ist wachsam und meldefreudig. Mit konsequenter Erziehung von klein auf lässt sich das Bellen aber gut in Grenzen halten.

Welche Krankheiten sind beim Welsh Corgi Pembroke typisch?

Vor allem Bandscheibenvorfälle (IVDD) durch den langen Rücken, dazu die degenerative Myelopathie (DM), Hüftdysplasie, Augenerkrankungen und eine starke Neigung zu Übergewicht.

Wie alt wird ein Welsh Corgi Pembroke?

Etwa 12 bis 15 Jahre — er gilt als vergleichsweise robuste Rasse.

Ist der Welsh Corgi Pembroke ein Familienhund?

Ja — er ist lebhaft, verspielt und anhänglich. Wegen seines Hütetriebs kann er rennende Kinder in die Fersen zwicken; dieses Verhalten sollte früh unterbunden werden.

Worin unterscheiden sich Pembroke und Cardigan Corgi?

Der Pembroke ist etwas kleiner und leichter und hat traditionell eine sehr kurze Rute, der Cardigan ist größer und trägt eine lange Rute. Beide sind eng verwandte walisische Treibhunde.

Warum ist Übergewicht beim Corgi besonders gefährlich?

Wegen des langen Rückens und der kurzen Beine belastet jedes Zuviel an Gewicht die Bandscheiben stark und erhöht das Risiko von Bandscheibenvorfällen.

Haart der Welsh Corgi Pembroke stark?

Ja — er haart das ganze Jahr und im Fellwechsel deutlich stärker. Regelmäßiges Bürsten ist nötig.

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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 39 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.