
Stabyhoun
Seltener freundlicher Allrounder aus Friesland — sanft, geduldig und vielseitig, ein robuster, anhänglicher Jagd-, Hof- und Familienhund.
| Größe | 48–53 cm |
|---|---|
| Gewicht | 18–25 kg |
| Lebenserwartung | 13–15 Jahre |
| Herkunft | Niederlande |
| FCI-Gruppe | Vorstehhund |
| Fellpflege | mittel |
| Aktivitätsbedarf | hoch |
| Anfängertauglich | gut geeignet |
Temperament & Eignung
Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.
Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.
~175 cm
53 cm
Eigenschaften
Wesen & Charakter
Der Stabyhoun (Friese Stabij) ist ein mittelgroßer, vielseitiger Hund aus der niederländischen Provinz Friesland mit sanftem, geduldigem und freundlichem Wesen. Er ist seiner Familie eng verbunden, anhänglich und ausgeglichen — ein robuster, gutmütiger Allrounder, der traditionell als Jagd-, Hof- und Familienhund diente und zu den seltensten Rassen der Welt zählt.
Als ursprünglicher Allround-Hof- und Jagdhund ist er arbeitsfreudig, ruhig und gelassen, dabei intelligent und menschenbezogen. Fremden gegenüber ist er freundlich, aber etwas zurückhaltend; seiner Familie gegenüber ist er treu, sanft und geduldig.
Der Stabyhoun ist intelligent, sensibel und „will to please", aber auch leicht eigensinnig. Er ist ausgeglichen, sanft und familienbezogen und gilt als ausgezeichneter, unkomplizierter Familienhund, sofern er genügend Bewegung und Beschäftigung bekommt.
Herkunft & Geschichte
Der Stabyhoun stammt aus der niederländischen Provinz Friesland, wo er über Jahrhunderte als vielseitiger Hof- und Allroundhund der Bauern gehalten wurde: Er jagte (auf Vögel und Niederwild), apportierte, fing Ungeziefer, bewachte den Hof und war Familienbegleiter. Sein Name bedeutet sinngemäß „steh mir bei".
Lange war er fast nur in Friesland bekannt und beinahe ausgestorben; engagierte Zucht bewahrte die Rasse. Sie zählt bis heute zu den seltensten Hunderassen der Welt. Die FCI führt ihn in Gruppe 7 (Vorstehhunde). Außerhalb der Niederlande ist er ausgesprochen selten.
Von seiner Vergangenheit als vielseitiger Hofhund hat er seine Robustheit, seine Vielseitigkeit, seine Wasserfreude, sein ausgeglichenes, sanftes Wesen und sein langes, wetterfestes Fell behalten.
Aussehen & Größe
Der Stabyhoun ist ein mittelgroßer, harmonisch und kräftig gebauter Hund mit mittellangem, glattem bis leicht welligem Fell und freundlichem Ausdruck. Er wird etwa 48 bis 53 cm groß und wiegt rund 15 bis 25 kg.
Das mittellange Fell mit Befederung an Beinen, Rute und Brust ist meist schwarz-weiß oder braun-weiß, seltener orange-weiß, oft mit Schimmel oder Tüpfelung. Charakteristisch sind der freundliche Ausdruck, die hängenden, befederten Ohren und die buschig befederte Rute.
Das mittellange Fell braucht regelmäßige Pflege, verfilzt aber bei guter Pflege weniger stark als stark behaarte Rassen; es ist wetterfest. Im Fellwechsel haart er stärker.
Haltung & Auslastung
Der Stabyhoun hat einen mittleren bis hohen Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf. Er braucht täglich etwa ein bis zwei Stunden Bewegung sowie geistige Auslastung — als vielseitiger Arbeitshund will er beschäftigt sein, ist dabei aber ruhiger und ausgeglichener als manch quirligerer Jagdhund.
Ideal sind lange Spaziergänge, Apportier- und Nasenarbeit, Dummytraining, Fährten- und Suchspiele sowie kleiner Hundesport. Als wasserfreudiger Hund liebt er das Schwimmen. Seine Vielseitigkeit macht ihn für viele Aktivitäten dankbar.
Er ist anpassungsfähig und auch in der Wohnung zu halten, sofern er ausreichend ausgelastet wird, und im Haus angenehm ruhig. Ein unterforderter Stabyhoun kann allerdings unausgeglichen werden.
Erziehung
Der Stabyhoun ist intelligent, sensibel und „will to please", aber auch leicht eigensinnig — er macht die Dinge gern in seinem eigenen Tempo. Eine freundliche, geduldige und konsequente Erziehung mit viel positiver Bestärkung und einer engen Bindung führt zum Ziel.
Er reagiert empfindlich auf Härte und lauten Ton; mit Ruhe, Geduld und Motivation lässt er sich gut führen. Frühe Sozialisierung festigt sein ohnehin freundliches Wesen.
Wegen seiner Gutmütigkeit, Lernbereitschaft und Ausgeglichenheit ist er gut erziehbar und auch für einfühlsame Ersthundehalter und Familien geeignet, die seinen leichten Eigensinn mit Geduld nehmen.
Für Anfänger geeignet?
Der Stabyhoun ist für einfühlsame Ersthundehalter und Familien gut geeignet. Sein sanftes, geduldiges und „will to please"-Wesen, seine Ausgeglichenheit und seine Vielseitigkeit machen ihn zu einem unkomplizierten Begleiter.
Wichtig ist, dass man seinen mittleren bis hohen Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf ernst nimmt, ihm genügend sinnvolle Aufgaben bietet und die Fell- und Ohrenpflege einplant. Wer aktiv lebt und einen sanften, vielseitigen Familienhund sucht, findet im Stabyhoun einen idealen Begleiter.
Mit Kindern & anderen Tieren
Der Stabyhoun ist ein ausgesprochen kinderlieber, geduldiger und sanfter Familienhund, der den Umgang mit Kindern in der Regel hervorragend verträgt. Seine Gutmütigkeit und Ausgeglichenheit machen ihn zu einem besonders beliebten, belastbaren Familienbegleiter.
Mit anderen Hunden ist er meist freundlich und verträglich; auch Katzen und andere Haustiere akzeptiert er bei guter Sozialisierung gut, vor allem wenn er mit ihnen aufwächst. Sein sozialverträgliches, sanftes Wesen macht ihn zu einem harmonischen Mitbewohner.
Pflege & Pflegeroutine
Das mittellange Fell des Stabyhoun mit seiner Befederung braucht regelmäßiges, mehrmals wöchentliches Bürsten, um Verfilzungen an Ohren, Beinen und Rute zu vermeiden. Während des Fellwechsels haart er stärker und sollte dann häufiger gebürstet werden.
Geschoren werden muss er in der Regel nicht. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die hängenden, befederten Ohren, die zu Ohrentzündungen neigen und regelmäßig kontrolliert werden sollten, besonders nach dem Schwimmen. Krallen, Augen und Zähne gehören zur üblichen Pflege.
Der Pflegeaufwand ist moderat — das regelmäßige Bürsten und die Ohrenpflege sollte man einplanen, der Aufwand ist aber überschaubar.
Ernährung
Der Stabyhoun braucht ein hochwertiges Futter in an seine Größe und Aktivität angepasster Menge. Auf ein schlankes Gewicht ist zu achten, um die Gelenke zu entlasten.
Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen. Auf gute Verträglichkeit des Futters ist zu achten.
Gesundheit & typische Krankheiten
Der Stabyhoun ist eine ausgesprochen robuste, gesunde und langlebige Rasse mit einer hohen Lebenserwartung von etwa 13 bis 15 Jahren. Da die Rasse auf einem begrenzten Genpool basiert, achten die Zuchtvereine besonders streng auf Gesundheit und genetische Vielfalt.
Rassetypische Themen sind vergleichsweise selten; gelegentlich treten die Hüftgelenksdysplasie, Epilepsie sowie die Stoffwechselstörung Cerebrale Dysfunktion auf. Insgesamt gilt die Rasse aber als sehr gesund und langlebig.
Ein seriöser Züchter untersucht die Elterntiere auf Hüften und achtet streng auf genetische Vielfalt. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.
Vergleich mit ähnlichen Rassen
Der Stabyhoun ist ein vielseitiger, sanfter Allrounder und mit anderen freundlichen, vielseitigen Jagd- und Apportierhunden vergleichbar. Mit dem Kleinen Münsterländer teilt er die jagdliche Vielseitigkeit, die Wasserfreude und das menschenbezogene Wesen, ist aber ruhiger und stammt aus Friesland.
Mit dem ebenfalls niederländischen Nederlandse Kooikerhondje teilt er die Herkunft und das freundliche Naturell, ist aber größer und vielseitiger. Mit dem Deutschen Wachtelhund teilt er die Allround-Jagdveranlagung. Wer einen sanften, vielseitigen und familienfreundlichen Allrounder sucht und mit der Seltenheit der Rasse leben kann, findet im Stabyhoun eine gutmütige Wahl.
Kosten
Ein Stabyhoun-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.300 und 2.000 Euro. Wegen des kleinen Genpools und der strengen Zuchtkontrolle sind Welpen rar; auf gesundheitlich untersuchte Elterntiere und genetische Vielfalt ist zu achten.
Laufend sollte man mit rund 70 bis 110 Euro im Monat rechnen, hinzu kommen mögliche Kosten für die Fellpflege. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.
Anschaffung & Züchter
Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen, an die strengen Zuchtregeln gebundenen Züchter wählen, der die Elterntiere auf Hüften untersucht, besonders auf genetische Vielfalt achtet (sehr kleiner Genpool) und die Welpen im familiären Umfeld aufzieht. Wegen der Seltenheit ist mit Wartezeit und meist mit Kontakt zu niederländischen Zuchtvereinen zu rechnen.
Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob man dem aktiven, sanften Hund genügend Bewegung und sinnvolle Beschäftigung bieten und die regelmäßige Fellpflege leisten kann — als vielseitiger Allrounder braucht er Auslastung und Familienanschluss.
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Häufige Fragen
Ist der Stabyhoun ein Familienhund?
Ja — er ist ausgesprochen sanft, geduldig und kinderlieb und gilt als ausgezeichneter, unkomplizierter Familienhund, sofern er genügend Bewegung und Beschäftigung bekommt.
Ist der Stabyhoun ein Anfängerhund?
Ja, für aktive, einfühlsame Halter — sein sanftes, „will to please"-Wesen und seine Ausgeglichenheit machen ihn anfängergeeignet, wenn man seinen Beschäftigungsbedarf beachtet.
Woher kommt der Stabyhoun?
Aus der niederländischen Provinz Friesland, wo er über Jahrhunderte als vielseitiger Hof-, Jagd- und Familienhund der Bauern gehalten wurde. Er zählt zu den seltensten Rassen der Welt.
Wie selten ist der Stabyhoun?
Sehr selten — er zählt zu den seltensten Hunderassen der Welt. Welpen sind meist nur über wenige, an strenge Zuchtregeln gebundene Züchter und mit Wartezeit zu bekommen.
Welche Krankheiten sind beim Stabyhoun typisch?
Rassetypische Themen sind selten; gelegentlich treten Hüftgelenksdysplasie, Epilepsie und die Cerebrale Dysfunktion auf. Insgesamt sehr gesund und langlebig.
Wie alt wird ein Stabyhoun?
Mit etwa 13 bis 15 Jahren ist er ausgesprochen langlebig und gilt als sehr robuste Rasse.
Ist der Stabyhoun wasserfreudig?
Ja — als vielseitiger Allround- und Jagdhund ist er wasserfreudig und schwimmt und apportiert gern.
Wie aufwendig ist die Fellpflege beim Stabyhoun?
Moderat — das mittellange Fell mit Befederung braucht mehrmals wöchentliches Bürsten; geschoren werden muss er meist nicht.
Wie groß wird ein Stabyhoun?
Etwa 48 bis 53 cm Schulterhöhe und rund 15 bis 25 kg — ein mittelgroßer, harmonisch gebauter Allrounder.
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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 222 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.


