
Scottish Terrier
Würdevoller, eigenständiger schottischer Terrier — mutig, treu und reserviert, ein charaktervoller Begleiter mit ausgeprägtem eigenen Kopf.
| Größe | 25–28 cm |
|---|---|
| Gewicht | 8–10 kg |
| Lebenserwartung | 11–13 Jahre |
| Herkunft | Großbritannien (Schottland) |
| FCI-Gruppe | Terrier |
| Fellpflege | mittel |
| Aktivitätsbedarf | mittel |
| Anfängertauglich | mit Erfahrung |
Temperament & Eignung
Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.
Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.
~175 cm
28 cm
Eigenschaften
Wesen & Charakter
Der Scottish Terrier — kurz „Scottie" — ist ein kleiner, würdevoller und ausgesprochen eigenständiger schottischer Terrier mit großem Selbstbewusstsein. Er ist seiner Bezugsperson treu ergeben, mutig und charaktervoll — ein Hund mit ausgeprägtem eigenen Kopf und fast katzenhafter Unabhängigkeit.
Als ursprünglicher Jagdterrier ist er furchtlos, wachsam und durchsetzungsstark, dabei aber reservierter und ruhiger als viele andere Terrier. Fremden gegenüber ist er distanziert und zurückhaltend; er bindet sich oft eng an eine Person.
Der Scottie ist intelligent, aber stur und eigensinnig und hat einen ausgeprägten Jagd- und Buddeltrieb. Er ist kein verschmuster Allerweltshund, sondern ein würdevoller, eigenständiger Begleiter, der Respekt und eine geduldige, konsequente Hand braucht.
Herkunft & Geschichte
Der Scottish Terrier stammt aus dem schottischen Hochland, wo er als robuster Jagdterrier zur Jagd auf Füchse, Dachse und Ungeziefer in Bauten und Felsspalten eingesetzt wurde. Er gehört zu den ältesten schottischen Terriern und ist mit dem Cairn und dem West Highland White Terrier verwandt.
Wegen seiner Furchtlosigkeit und Zähigkeit erhielt er den Beinamen „Diehard" (Unbeugsamer). Im 20. Jahrhundert wurde er als markanter, würdevoller Begleithund weltweit beliebt. Die FCI führt ihn in Gruppe 3 (Terrier).
Vom robusten Jagdterrier hat er sein selbstbewusstes, mutiges und eigenständiges Wesen, seinen Jagdtrieb und seine Zähigkeit behalten, ist heute aber vor allem ein charaktervoller Begleithund.
Aussehen & Größe
Der Scottish Terrier ist ein kleiner, kurzbeiniger und kräftig gebauter Terrier mit rauem Fell, markantem Bart und dem typischen langen, „würdevollen" Kopf. Er wird etwa 25 bis 28 cm groß und wiegt rund 8,5 bis 10 kg.
Das harte, drahtige Deckhaar mit weicher Unterwolle ist meist schwarz, kommt aber auch in Gestromt und Weizen vor. Charakteristisch sind der lange Bart und die buschigen Augenbrauen, die kurzen Beine, die aufrechten Ohren und der gedrungene, kraftvolle Körperbau mit der typischen „Rock"-Silhouette.
Das raue Fell ist wetterfest; klassisch wird es getrimmt (ausgezupft), um die Struktur zu erhalten. Geschoren verliert es seine harte Beschaffenheit.
Haltung & Auslastung
Der Scottish Terrier hat einen moderaten Bewegungsbedarf und eignet sich gut für die Wohnung wie für das Landleben. Etwa eine knappe bis ganze Stunde Bewegung am Tag mit Spaziergängen, Spiel und Kopfarbeit hält ihn zufrieden — er ist kein ausdauernder Sporthund.
Als ehemaliger Jagdterrier liebt er Buddeln, Suchspiele und kleine Denkaufgaben. Sein Jagdtrieb sollte durch Training und gesicherte Freilaufmöglichkeiten berücksichtigt werden. Geistige Beschäftigung nimmt er in Maßen an, lässt sich aber wegen seiner Eigenständigkeit nicht zu stundenlangem Drill motivieren.
Er ist anpassungsfähig und überall gern dabei, hat aber seinen eigenen Kopf und braucht keinen großen Auslastungsaufwand.
Erziehung
Der Scottish Terrier ist intelligent, aber ausgesprochen stur und eigenständig — er gehorcht nicht aus Unterwürfigkeit. Eine konsequente, ruhige und geduldige Erziehung mit viel positiver Bestärkung und gegenseitigem Respekt ist entscheidend, um seinen Dickkopf zu umgehen.
Besonders der Jagd- und Buddeltrieb sowie das gelegentliche Sturkopf-Verhalten sollten früh und geduldig gelenkt werden. Auf Härte reagiert der würdevolle Hund ablehnend; abwechslungsreiches, motivierendes Training passt besser.
Wer absoluten Gehorsam oder einen verschmusten „will-to-please"-Hund erwartet, wird dem eigenständigen Scottie nicht gerecht — er braucht eine souveräne, geduldige Hand.
Für Anfänger geeignet?
Der Scottish Terrier ist bedingt anfängergeeignet. Seine handliche Größe und sein moderater Bewegungsbedarf sprechen für ihn, sein Eigensinn, seine Reserviertheit und sein Jagdtrieb verlangen aber Geduld und Konsequenz.
Für geduldige Ersthundehalter, die seinen eigenständigen, würdevollen Charakter schätzen und keinen Kuschelhund erwarten, ist er ein charaktervoller Begleiter. Wer einen verschmusten, leicht führbaren oder sehr geselligen Hund sucht, sollte sein selbstbewusstes, reserviertes Wesen bedenken.
Mit Kindern & anderen Tieren
Der Scottish Terrier ist seiner Familie treu, aber kein typischer verspielter Familienhund. Mit rücksichtsvollen, älteren Kindern kommt er bei guter Sozialisierung zurecht, mag aber wegen seines würdevollen Wesens kein grobes Anfassen; der Umgang mit kleinen Kindern sollte begleitet werden.
Mit anderen Hunden kann er — besonders gleichgeschlechtlich — selbstbewusst und durchsetzungsstark auftreten, weshalb frühe Sozialisierung wichtig ist. Gegenüber kleinen Heimtieren ist wegen seines ausgeprägten Jagdtriebs Vorsicht geboten.
Pflege & Pflegeroutine
Das raue, drahtige Fell des Scottish Terriers braucht regelmäßiges Bürsten und klassisch mehrmals im Jahr ein Trimmen (Auszupfen der Haare), um die typische Fellstruktur und die markante Silhouette zu erhalten. Geschoren werden sollte er nicht, da das Fell sonst weich wird.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen der lange Bart und die „Rock"-Behaarung an den Beinen, die schnell verschmutzen können. Ohren, Augen, Krallen und Zähne gehören zur üblichen Pflege; kleine Rassen neigen zu Zahnstein.
Der Pflegeaufwand ist moderat — wer die typische Fellstruktur und Silhouette erhalten will, sollte das regelmäßige Trimmen einplanen.
Ernährung
Der Scottish Terrier braucht ein hochwertiges Futter in an seine geringe Größe und Aktivität angepasster Menge. Auf ein schlankes Gewicht ist zu achten, um den langen Rücken und die kurzen Beine zu entlasten.
Die passende Portion lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen. Wegen der bei kleinen Rassen häufigen Zahnprobleme ist auf regelmäßige Zahnkontrolle zu achten.
Gesundheit & typische Krankheiten
Der Scottish Terrier erreicht ein Alter von etwa 11 bis 13 Jahren. Einige rassetypische, teils erbliche Gesundheitsthemen sollte man kennen.
Dazu zählen die rassetypische krampfartige Bewegungsstörung „Scottie Cramp", die Blutgerinnungsstörung von-Willebrand-Erkrankung, die im Wachstum auftretende Knochenerkrankung der Schädelknochen (kraniomandibuläre Osteopathie, CMO), die Patellaluxation, atopische Hauterkrankungen sowie eine bei der Rasse erhöhte Neigung zu Blasenkrebs (Übergangszellkarzinom).
Ein seriöser Züchter untersucht die Elterntiere auf die verfügbaren Erbkrankheiten. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.
Vergleich mit ähnlichen Rassen
Der Scottish Terrier ist eng mit anderen schottischen Terriern verwandt. Gegenüber dem freundlicheren, aufgeschlosseneren West Highland White Terrier ist der Scottie reservierter, eigenständiger und würdevoller; der Westie ist immer rein weiß.
Mit dem Cairn Terrier teilt er den schottischen Ursprung; der Cairn ist kleiner, leichter und aufgeschlossener. Gegenüber dem temperamentvollen Jack Russell Terrier ist der Scottie ruhiger und eigenständiger. Wer einen charaktervollen, würdevollen kleinen Terrier mit eigenem Kopf sucht, findet im Scottie eine markante Wahl.
Kosten
Ein Scottish-Terrier-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.200 und 1.800 Euro. Auf gesundheitlich untersuchte Elterntiere zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis.
Laufend sollte man mit rund 50 bis 90 Euro im Monat rechnen, hinzu kommen mögliche Kosten für das regelmäßige Trimmen. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.
Anschaffung & Züchter
Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen Züchter wählen, der die Elterntiere auf die verfügbaren Erbkrankheiten untersucht, auf ein wesensfestes Naturell züchtet und die Welpen im familiären Umfeld aufzieht.
Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet auch im Tierschutz gelegentlich Scottish Terrier. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob man mit dem eigenständigen, reservierten Wesen, dem Jagd- und Buddeltrieb und dem moderaten Fellpflegeaufwand gut leben kann.
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Häufige Fragen
Ist der Scottish Terrier ein Anfängerhund?
Bedingt — handlich und mit moderatem Bewegungsbedarf, aber eigensinnig, reserviert und mit Jagdtrieb. Für geduldige Halter, die seinen würdevollen Charakter schätzen, geeignet.
Ist der Scottish Terrier verschmust?
Eher würdevoll als verschmust — er ist seiner Bezugsperson treu, aber eigenständig und reserviert, fast katzenhaft, kein typischer Kuschelhund.
Welche Krankheiten sind beim Scottish Terrier typisch?
Der „Scottie Cramp", die von-Willebrand-Erkrankung, die Schädelknochenerkrankung CMO, Patellaluxation, atopische Haut und eine erhöhte Neigung zu Blasenkrebs.
Was ist der „Scottie Cramp"?
Eine rassetypische, harmlose krampfartige Bewegungsstörung, bei der der Hund bei Aufregung oder Anstrengung vorübergehend steif geht — sie beeinträchtigt die Lebensqualität meist kaum.
Wie alt wird ein Scottish Terrier?
Etwa 11 bis 13 Jahre bei guter Pflege und gesunder Zuchtlinie.
Hat der Scottish Terrier einen Jagdtrieb?
Ja — als ehemaliger Jagdterrier buddelt er gern und jagt kleinen Tieren hinterher. Training und gesicherte Freilaufmöglichkeiten sind sinnvoll.
Wie aufwendig ist die Fellpflege beim Scottish Terrier?
Moderat — das raue Fell braucht regelmäßiges Bürsten und mehrmals jährliches Trimmen, um Struktur und Silhouette zu erhalten. Geschoren werden sollte er nicht.
Ist der Scottish Terrier ein Familienhund?
Ja, eher für Familien mit rücksichtsvollen, älteren Kindern — wegen seines würdevollen Wesens mag er kein grobes Anfassen, und der Umgang mit kleinen Kindern sollte begleitet werden.
Worin unterscheidet sich der Scottie vom Westie?
Der Scottish Terrier ist reservierter, eigenständiger und würdevoller und meist schwarz; der West Highland White Terrier ist freundlicher, aufgeschlossener und immer rein weiß.
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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 73 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.


