Schipperke

Schipperke

Kleiner schwarzer belgischer Wachhund („kleiner Teufel") — lebhaft, neugierig und wachsam, ein robuster, eigenständiger Begleiter mit Terrier-Pep.

Größe
25–33 cm
Gewicht
3–9 kg
Lebenserwartung
13–16 Jahre
Herkunft
Belgien
FCI-Gruppe
Spitze und Hunde vom Urtyp
Steckbrief: Schipperke auf einen Blick
Größe25–33 cm
Gewicht3–9 kg
Lebenserwartung13–16 Jahre
HerkunftBelgien
FCI-GruppeSpitze und Hunde vom Urtyp
Fellpflegemittel
Aktivitätsbedarfhoch
Anfängertauglichmit Erfahrung

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf4/5
Kinderfreundlichkeit4/5
Anfängertauglich4/5
Pflegeaufwand3/5
Wachsamkeit5/5
Verträglichkeit3/5
Haarverlust3/5
Eigenständigkeit3/5
2 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Gut
Andere Hunde Mittel
Anfänger:innen Gut
Wohnung Gut
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Schipperke
33 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Schipperke ist ein kleiner, schwarzer belgischer Hund mit lebhaftem, neugierigem und wachsamem Wesen — wegen seines frechen Temperaments wird er gern „kleiner schwarzer Teufel" genannt. Er ist seiner Familie eng verbunden, aufmerksam und verspielt, dabei selbstbewusst, eigenständig und ein hervorragender, wachsamer kleiner Wächter.

Trotz seiner geringen Größe ist er mutig, energiegeladen und sehr aufmerksam: Er meldet zuverlässig und gilt als ausgezeichneter Wachhund im Kleinformat. Fremden gegenüber ist er zunächst zurückhaltend und wachsam, seiner Familie gegenüber jedoch anhänglich und treu.

Der Schipperke ist intelligent, neugierig und durchsetzungsstark mit einem terrierartigen Pep. Er ist robust, langlebig und arbeitsfreudig und braucht eine konsequente Hand. Gut geführt ist er ein lebhafter, treuer und unterhaltsamer Begleiter.

Herkunft & Geschichte

Der Schipperke stammt aus Belgien, wo er im 19. Jahrhundert vor allem in Flandern als kleiner Wach- und Rattenfänger gehalten wurde — bei Handwerkern, in Werkstätten und auf den Kanalbooten, denen er möglicherweise seinen Namen verdankt (oft als „kleiner Schiffer" gedeutet). Er bewachte Boote und Häuser und hielt Ungeziefer kurz.

Er gilt als einer der ältesten kleinen Wachhunde Belgiens und wurde dort schon früh als Nationalrasse geschätzt. Die FCI führt ihn in Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde). Sein wachsames, lebhaftes Wesen ist bis heute erhalten geblieben.

Von seiner Vergangenheit als kleiner Wächter und Rattenfänger hat er seine Wachsamkeit, seine Meldefreude, seinen Mut, seine Robustheit und seinen ausgeprägten Beutetrieb gegenüber Kleintieren behalten.

Aussehen & Größe

Der Schipperke ist ein kleiner, kompakter und kräftiger Hund mit dichtem schwarzem Fell, ausgeprägter Halskrause und fuchsartigem Ausdruck. Er wird etwa 25 bis 33 cm groß und wiegt rund 4 bis 7 kg.

Das dichte, abstehende Fell ist klassisch immer schwarz und bildet eine charakteristische Mähne, einen „Kragen" und ausgeprägte Hosen an den Hinterläufen. Charakteristisch sind die kleinen spitzen Stehohren, der fuchsähnliche Kopf und die wache, freche Mimik. Traditionell wurde die Rute kupiert; heute wird sie (wo verboten) natürlich belassen.

Das dichte Fell ist pflegeleicht und haart im Fellwechsel deutlich; es ist wetterfest und macht ihn robust.

Haltung & Auslastung

Der Schipperke hat einen mittleren Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf. Er braucht täglich etwa eine Stunde Bewegung sowie geistige Auslastung — als neugieriger, cleverer kleiner Hund will er beschäftigt sein und langweilt sich ungern.

Ideal sind Spaziergänge, Spiel, Tricktraining, Suchspiele und kleiner Hundesport wie Agility oder Obedience, in dem er trotz seiner Größe glänzt. Seine Neugier und Aktivität sollten sinnvoll kanalisiert werden.

Er ist anpassungsfähig und auch in der Wohnung zu halten, sofern er ausreichend ausgelastet wird. Seine Wachsamkeit und Bellfreude sollten durch Training in geordnete Bahnen gelenkt werden; wegen seines Beutetriebs ist bei Kleintieren Vorsicht geboten.

Erziehung

Der Schipperke ist intelligent und lernfähig, aber auch eigenständig, selbstbewusst und durchsetzungsstark. Eine konsequente, freundliche Erziehung mit klaren Regeln und viel positiver Bestärkung ist wichtig, damit aus dem cleveren kleinen Hund kein eigensinniger Dauerbeller wird.

Besonders die Bellfreude und das Wachverhalten sollten früh gelenkt werden. Wichtig ist auch, ihn trotz seiner Größe konsequent als Hund zu führen und nicht zu verhätscheln. Mit Motivation und Konsequenz lässt er sich gut erziehen.

Wegen seines selbstbewussten, terrierartigen Wesens braucht er eine liebevoll-konsequente Hand; für engagierte Halter ist er ein dankbarer, unterhaltsamer Begleiter.

Für Anfänger geeignet?

Der Schipperke ist bedingt anfängergeeignet. Seine handliche Größe, Robustheit, Langlebigkeit und sein unterhaltsames Wesen sprechen für ihn, sein Eigensinn, seine Wachsamkeit, seine Bellfreude und sein Beutetrieb verlangen aber Konsequenz und Engagement.

Für engagierte Ersthundehalter, die bereit sind, konsequent zu erziehen, an der Bellfreude zu arbeiten und ihn auszulasten, ist er ein lebhafter, treuer und robuster Begleiter. Wer einen ruhigen, anspruchslosen Schoßhund sucht, wird dem temperamentvollen Schipperke nicht gerecht.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Schipperke ist verspielt und anhänglich und kann ein guter Familienhund sein, eignet sich wegen seines selbstbewussten Wesens aber eher für Familien mit älteren, rücksichtsvollen Kindern. Der Umgang mit kleinen Kindern sollte begleitet werden, da er sich grobes Anfassen nicht gefallen lässt.

Mit anderen Hunden ist er bei guter Sozialisierung meist verträglich, kann aber selbstbewusst auftreten. Gegenüber kleinen Heimtieren ist wegen seines Beutetriebs (Rattenfänger-Erbe) Vorsicht geboten; mit Katzen, mit denen er aufwächst, kommt er oft zurecht.

Pflege & Pflegeroutine

Das dichte schwarze Fell des Schipperke ist pflegeleicht und braucht nur regelmäßiges, etwa wöchentliches Bürsten. Während des Fellwechsels haart er allerdings deutlich stärker und sollte dann häufiger gebürstet werden.

Geschoren werden sollte er nicht. Ohren, Augen, Krallen und Zähne — kleine Rassen neigen zu Zahnstein — gehören zur regelmäßigen Kontrolle.

Insgesamt ist der Pflegeaufwand gering — abgesehen vom stärkeren Haaren im Fellwechsel ist das schwarze Spitzfell unkompliziert.

Ernährung

Der Schipperke braucht ein hochwertiges Futter in an seine geringe Größe angepasster, kleiner Menge. Auf ein schlankes Gewicht ist zu achten, da Übergewicht die zierlichen Gelenke und die Patella belastet.

Die passende Portion lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen. Wegen der bei kleinen Rassen häufigen Zahnprobleme sind eine zahnpflegefreundliche Fütterung und regelmäßige Zahnkontrolle sinnvoll.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Schipperke ist eine ausgesprochen robuste, gesunde und langlebige Rasse mit einer hohen Lebenserwartung von etwa 13 bis 15 Jahren. Einige rassetypische, teils erbliche Gesundheitsthemen sollte man dennoch kennen.

Dazu zählen die Patellaluxation, die erbliche Stoffwechselerkrankung MPS IIIB (eine Form der Mukopolysaccharidose, per Gentest erkennbar), Augenerkrankungen sowie gelegentlich Schilddrüsenunterfunktion. Insgesamt gilt der Schipperke aber als sehr gesund und langlebig.

Ein seriöser Züchter führt den Gentest auf MPS IIIB durch und untersucht die Elterntiere auf Patella und Augen. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Schipperke wird wegen seines schwarzen Spitzfells, der Stehohren und der Halskrause mitunter mit den deutschen Spitzen wie dem Zwergspitz und dem Kleinspitz verglichen — er ist jedoch ein eigenständiger belgischer Typ mit terrierartigem Wesen und ausgeprägterem Wach- und Beutetrieb.

Als kleiner belgischer Hund aus der Hüte- und Wachhundgruppe ist er entfernt mit den belgischen Schäferhunden wie dem Groenendael verwandt, ist aber ein winziger, eigenständiger Wächter. Wer einen kleinen, robusten, wachsamen und unterhaltsamen Begleiter mit Terrier-Pep sucht und mit Bellfreude umgehen kann, findet im Schipperke eine besondere Wahl.

Kosten

Ein Schipperke-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.200 und 1.800 Euro. Auf gesundheitlich untersuchte und per Gentest (MPS IIIB) getestete Elterntiere zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis; die Rasse ist selten.

Laufend sollte man mit rund 50 bis 90 Euro im Monat rechnen. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen Züchter wählen, der den Gentest auf MPS IIIB durchführt, die Elterntiere auf Patella und Augen untersucht, auf ein stabiles Wesen züchtet und die Welpen im familiären Umfeld aufzieht. Da die Rasse selten ist, ist mit Wartezeit zu rechnen.

Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet gelegentlich auch im Tierschutz Schipperkes. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob man bereit ist, das selbstbewusste, wachsame Wesen konsequent zu führen, an der Bellfreude zu arbeiten und den kleinen Hund auszulasten.

Passt zu dir, wenn …

du einen kleinen, robusten und wachsamen Begleiter mit Pep suchst
du konsequent erziehst und nicht verhätschelst
du an der Bellfreude arbeitest
du ihm Bewegung und Beschäftigung bietest
du einen langlebigen, unterhaltsamen Hund magst
du einen ruhigen, anspruchslosen Schoßhund suchst
du Bellen und Wachverhalten nicht erziehen möchtest
du kleine Heimtiere ohne Vorsicht halten willst
du sehr kleine Kinder hast und keinen selbstbewussten Hund willst

Häufige Fragen

Warum wird der Schipperke „kleiner schwarzer Teufel" genannt?

Wegen seines frechen, lebhaften und energiegeladenen Temperaments — kombiniert mit dem schwarzen Fell und der wachen Mimik.

Ist der Schipperke ein Anfängerhund?

Bedingt — handlich, robust und langlebig, aber selbstbewusst, wachsam und bellfreudig. Für engagierte Halter, die konsequent erziehen und auslasten, gut führbar.

Bellt der Schipperke viel?

Als wachsamer kleiner Wächter ist er meldefreudig und kann zum Bellen neigen. Mit konsequenter Erziehung und Auslastung lässt sich das gut in Grenzen halten.

Wie groß wird ein Schipperke?

Etwa 25 bis 33 cm Schulterhöhe und rund 4 bis 7 kg — ein kleiner, kompakter belgischer Wachhund.

Wie alt wird ein Schipperke?

Mit etwa 13 bis 15 Jahren ist er ausgesprochen langlebig und gilt als sehr robuste, gesunde Rasse.

Welche Krankheiten sind beim Schipperke typisch?

Patellaluxation, die erbliche Stoffwechselerkrankung MPS IIIB (per Gentest), Augenerkrankungen und gelegentlich Schilddrüsenunterfunktion. Insgesamt sehr gesund.

Hat der Schipperke einen Jagdtrieb?

Ja — als ehemaliger Rattenfänger hat er einen gewissen Beutetrieb gegenüber Kleintieren. Bei Heimtieren ist Vorsicht geboten.

Ist der Schipperke ein guter Wachhund?

Ja — trotz seiner geringen Größe ist er ausgesprochen wachsam und meldefreudig und gilt als ausgezeichneter kleiner Wächter.

Ist der Schipperke ein Familienhund?

Ja, eher für Familien mit älteren, rücksichtsvollen Kindern — wegen seines selbstbewussten Wesens sollte der Umgang mit kleinen Kindern begleitet werden.

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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 83 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.