Pumi

Pumi

Quirliger ungarischer Hütehund mit Korkenzieherlocken — intelligent, lebhaft und arbeitsfreudig, ein wendiger, bellfreudiger Hundesportpartner für aktive Halter.

Größe
38–47 cm
Gewicht
8–15 kg
Lebenserwartung
12–14 Jahre
Herkunft
Ungarn
FCI-Gruppe
Hütehund
Steckbrief: Pumi auf einen Blick
Größe38–47 cm
Gewicht8–15 kg
Lebenserwartung12–14 Jahre
HerkunftUngarn
FCI-GruppeHütehund
Fellpflegehoch
Aktivitätsbedarfsehr hoch
Anfängertauglichmit Erfahrung

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf5/5
Kinderfreundlichkeit4/5
Anfängertauglich5/5
Pflegeaufwand4/5
Wachsamkeit4/5
Verträglichkeit3/5
Haarverlust2/5
Eigenständigkeit3/5
3 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Gut
Andere Hunde Mittel
Anfänger:innen Gut
Wohnung Mittel
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Pumi
47 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Pumi ist ein mittelgroßer, quirliger ungarischer Hütehund mit dem charakteristischen lockigen Fell und intelligentem, lebhaftem und arbeitsfreudigem Wesen. Er ist seiner Familie eng verbunden, loyal und aufmerksam — ein wendiger, temperamentvoller und ausgesprochen bellfreudiger Hund mit terrierartigem Pep.

Als echter Hütehund ist er aufgeweckt, lernfreudig und ausdauernd, dabei wachsam und sehr meldefreudig. Fremden gegenüber ist er oft etwas zurückhaltend und reizoffen; seiner Familie gegenüber ist er anhänglich, verspielt und gesellig.

Der Pumi ist hochintelligent, sensibel und vielseitig. Gut ausgelastet und konsequent geführt ist er ein loyaler, fröhlicher Begleiter und ein hervorragender Hundesportpartner; Unterforderung verträgt er schlecht und reagiert dann mit Unruhe und noch mehr Bellen.

Herkunft & Geschichte

Der Pumi stammt aus Ungarn und entstand vor einigen Jahrhunderten aus der Kreuzung des Puli mit eingeführten westeuropäischen Hütehund- und Terrierschlägen. Er wurde als vielseitiger Hüte- und Treibhund für Schafe, Rinder und Schweine eingesetzt und trieb das Vieh oft bellend.

Sein terrierartiges Temperament und seine ausgeprägte Stimmfreude sind ein Erbe dieser Treibarbeit. Erst im 20. Jahrhundert wurde er als eigenständige Rasse vom Puli abgegrenzt. Die FCI führt ihn in Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde). International ist er noch wenig verbreitet.

Von seiner Vergangenheit als vielseitiger Treibhund hat er seine Intelligenz, seine Wendigkeit, seine Ausdauer, seine Wachsamkeit, sein lockiges Fell und seine ausgeprägte Bellfreude behalten — heute glänzt er vor allem im Hundesport.

Aussehen & Größe

Der Pumi ist ein mittelgroßer, leicht gebauter und sportlicher Hund mit lockigem, korkenzieherartigem Fell und dem typischen, wachen „Pumi-Ausdruck". Er wird etwa 38 bis 47 cm groß und wiegt rund 8 bis 15 kg.

Das mittellange, lockige und drahtig-weiche Fell bildet überall gleichmäßige Korkenzieherlocken und kommt in Grau, Schwarz, Falb und Weiß vor. Charakteristisch sind die halb aufrecht getragenen, an den Spitzen umknickenden Ohren, der schmale Fang und der freche, terrierartige Gesichtsausdruck.

Das lockige Fell haart kaum, braucht aber regelmäßige Pflege; es wird feucht gemacht und in Form gezupft, statt gebürstet oder geschoren, damit die typischen Locken erhalten bleiben.

Haltung & Auslastung

Der Pumi hat einen hohen Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf. Er braucht täglich mehrere Stunden Bewegung sowie viel geistige Auslastung — als hochintelligenter, energiegeladener Hütehund langweilt er sich ohne Aufgabe schnell und sucht sich dann selbst (oft lautstark) Beschäftigung.

Ideal sind Aktivitäten, die seine Intelligenz und Wendigkeit fordern: Agility, Obedience, Dogdance, Flyball, Treibball, Fährten- und Suchspiele oder echte Hütearbeit. Sein Lerneifer und seine Schnelligkeit machen ihn zu einem herausragenden Hundesportler.

Er ist anpassungsfähig und auch in der Wohnung zu halten, sofern er ausreichend ausgelastet wird. Seine ausgeprägte Bellfreude sollte unbedingt früh durch Training in geordnete Bahnen gelenkt werden — sie kann sonst zum Problem werden.

Erziehung

Der Pumi ist hochintelligent, lernfreudig und „will to please" und lässt sich mit freundlicher, abwechslungsreicher und positiver Bestärkung ausgezeichnet erziehen und ausbilden. Er reagiert blitzschnell auf Training und blüht im gemeinsamen Arbeiten auf.

Die zentrale erzieherische Aufgabe ist die früh und konsequent angegangene Kontrolle seiner ausgeprägten Bellfreude. Dazu kommen frühe Sozialisierung (wegen seiner Reizoffenheit gegenüber Fremden) und vor allem viel Auslastung. Er ist sensibel; Härte ist unnötig.

Wegen seiner Lernfreude ist er sehr gut erziehbar und für aktive, hundeerfahrene Halter geeignet, die bereit sind, an der Bellfreude zu arbeiten und ihn auszulasten.

Für Anfänger geeignet?

Der Pumi ist für aktive, engagierte Ersthundehalter bedingt geeignet. Seine Intelligenz, Lernfreude und handliche Größe sprechen für ihn, sein hoher Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf, seine Reizoffenheit und vor allem seine ausgeprägte Bellfreude verlangen aber viel Engagement.

Für sportlich aktive Menschen, die bereit sind, ihn täglich auszulasten, ihm eine Aufgabe zu geben und konsequent an der Bellfreude zu arbeiten, ist er ein loyaler, vielseitiger und dankbarer Begleiter. Wer einen ruhigen, wenig bellenden Hund sucht, sollte sich klar anders entscheiden.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Pumi ist ein lebhafter, verspielter und kinderlieber Familienhund, der mit Kindern in der Regel gut zurechtkommt und seine Familie aufmerksam behütet. Wegen seines Hütetriebs und seiner Reizoffenheit kann er auf Trubel mit Bellen reagieren; der Umgang mit kleinen Kindern sollte begleitet werden.

Mit anderen Hunden ist er bei guter Sozialisierung meist verträglich, kann aber temperamentvoll auftreten. Katzen und andere Haustiere akzeptiert er in der Regel, wenn er mit ihnen aufwächst; sein Wachtrieb gegenüber Fremden bleibt aber präsent.

Pflege & Pflegeroutine

Das lockige Fell des Pumi ist speziell, aber nicht übermäßig aufwendig: Es wird nicht gebürstet, sondern alle paar Wochen feucht gemacht und mit den Fingern in Form gezupft, damit die typischen Korkenzieherlocken erhalten bleiben. Etwa alle zwei bis drei Monate wird es zurechtgeschnitten.

Das Fell haart kaum, weshalb der Pumi oft als vergleichsweise allergikerfreundlich beschrieben wird (eine Garantie ist das jedoch nicht). Ohren, Augen, Krallen und Zähne gehören zur üblichen Kontrolle.

Der Pflegeaufwand ist moderat und speziell — das Befeuchten und In-Form-Zupfen der Locken sollte man einplanen, der Aufwand ist aber überschaubar.

Ernährung

Der Pumi braucht als sehr aktiver Hund ein hochwertiges, leistungsgerechtes Futter, das auf seine hohe Aktivität abgestimmt ist. Die Menge sollte auf seinen tatsächlichen, meist hohen Bewegungsumfang abgestimmt sein.

Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen. Auf ein schlankes, leistungsfähiges Gewicht ist zu achten.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Pumi ist eine ausgesprochen robuste, gesunde Rasse mit einer Lebenserwartung von etwa 12 bis 13 Jahren. Einige rassetypische, teils erbliche Gesundheitsthemen sollte man dennoch kennen.

Dazu zählen die Hüftgelenksdysplasie, die Patellaluxation, Augenerkrankungen wie progressive Retinaatrophie (PRA, per Gentest erkennbar) sowie die degenerative Myelopathie (eine fortschreitende Rückenmarkserkrankung, per Gentest erkennbar). Insgesamt gilt die Rasse als sehr gesund.

Ein seriöser Züchter untersucht die Elterntiere auf Hüften und Patella und führt die verfügbaren Gentests (PRA, degenerative Myelopathie) durch. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Pumi gehört zu den ungarischen Hütehunden und ist eng mit dem Mudi und dem Puli verwandt — alle drei sind wendige, intelligente ungarische Hüter; der Pumi hat ein lockiges Fell und umknickende Ohren, der Mudi ein gewelltes Fell, der Puli das markante Schnürenfell. Der Pumi gilt als der temperamentvollste und bellfreudigste der drei.

Mit dem niederländischen Schapendoes teilt er die Wendigkeit und Hundesport-Eignung. In Intelligenz und Hundesport-Talent wird er auch mit dem Border Collie verglichen, ist aber kleiner, terrierartiger und noch stimmfreudiger. Wer einen quirligen, hochintelligenten Hundesportpartner sucht und mit Bellfreude umgehen kann, findet im Pumi eine besondere Wahl.

Kosten

Ein Pumi-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.200 und 1.800 Euro. Auf gesundheitlich untersuchte und per Gentest getestete Elterntiere (Hüften, Patella, PRA) zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis; die Rasse ist selten.

Laufend sollte man mit rund 60 bis 100 Euro im Monat rechnen, hinzu kommen mögliche Kosten für Hundesport und die spezielle Fellpflege. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen Züchter wählen, der die Elterntiere auf Hüften und Patella untersucht, die verfügbaren Gentests durchführt, auf ein wesensfestes Naturell züchtet und die Welpen gut sozialisiert. Da die Rasse selten ist, sind Welpen oft nur über wenige Züchter und mit Wartezeit zu bekommen.

Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob man dem energiegeladenen, bellfreudigen Hund täglich genügend Bewegung, geistige Beschäftigung und idealerweise eine sportliche Aufgabe bieten kann — und ob das eigene Umfeld die ausgeprägte Bellfreude verträgt.

Passt zu dir, wenn …

du sportlich aktiv bist und gern mit dem Hund arbeitest
du einen intelligenten, vielseitigen Hundesportpartner suchst
du ihn täglich körperlich und geistig auslastest
du konsequent an der ausgeprägten Bellfreude arbeitest
du ein bell-tolerantes Umfeld hast
du einen ruhigen, wenig bellenden Hund suchst
du in einer sehr hellhörigen Umgebung lebst
du wenig Zeit für Bewegung und Beschäftigung hast
du keinen Hundesport oder keine Aufgabe bieten kannst

Häufige Fragen

Bellt der Pumi viel?

Ja — er ist ausgesprochen bellfreudig, ein Erbe seiner Treibarbeit. An der Bellfreude muss man von klein auf konsequent arbeiten; das eigene Umfeld sollte das vertragen.

Ist der Pumi ein Anfängerhund?

Bedingt — für aktive, engagierte Ersthundehalter, die ihn täglich auslasten und konsequent an der Bellfreude arbeiten. Sein hoher Beschäftigungsbedarf verlangt Engagement.

Wie pflegt man das lockige Fell des Pumi?

Es wird nicht gebürstet, sondern alle paar Wochen feucht gemacht und in Form gezupft, alle zwei bis drei Monate zurechtgeschnitten — so bleiben die Korkenzieherlocken erhalten.

Wie viel Auslastung braucht ein Pumi?

Viel — täglich mehrere Stunden Bewegung plus geistige Beschäftigung wie Agility, Obedience oder Hütearbeit. Er langweilt sich ohne Aufgabe schnell.

Welche Krankheiten sind beim Pumi typisch?

Hüftgelenksdysplasie, Patellaluxation, Augenerkrankungen wie PRA (per Gentest) und die degenerative Myelopathie (per Gentest). Insgesamt sehr gesund.

Wie alt wird ein Pumi?

Etwa 12 bis 13 Jahre — er gilt als robuste, gesunde Rasse.

Worin unterscheiden sich Pumi und Mudi?

Beide sind ungarische Hütehunde; der Pumi hat ein lockiges Fell und umknickende Ohren und gilt als temperamentvoller und bellfreudiger, der Mudi hat ein gewelltes Fell und Stehohren.

Ist der Pumi allergikerfreundlich?

Sein lockiges Fell haart kaum, weshalb er oft als vergleichsweise allergikerfreundlich beschrieben wird — eine Garantie ist das aber nicht. Allergiker sollten vorher Kontakt suchen.

Wie groß wird ein Pumi?

Etwa 38 bis 47 cm Schulterhöhe und rund 8 bis 15 kg — ein mittelgroßer, leicht gebauter Hütehund.

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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 56 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.