
Pharaonenhund
Elegant-athletischer mediterraner Jagdhund aus Malta — intelligent, freundlich und temperamentvoll, ein ursprünglicher Lauf- und Sichtjäger, der „erröten" kann.
| Größe | 53–63 cm |
|---|---|
| Gewicht | 18–27 kg |
| Lebenserwartung | 12–14 Jahre |
| Herkunft | Malta |
| FCI-Gruppe | Spitze und Hunde vom Urtyp |
| Fellpflege | sehr gering |
| Aktivitätsbedarf | hoch |
| Anfängertauglich | mit Erfahrung |
Temperament & Eignung
Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.
Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.
~175 cm
63 cm
Eigenschaften
Wesen & Charakter
Der Pharaonenhund (Kelb tal-Fenek) ist ein eleganter, athletischer mediterraner Jagdhund von Malta mit intelligentem, freundlichem und temperamentvollem Wesen. Er ist seiner Familie eng verbunden, verspielt und anhänglich — ein ursprünglicher, lauffreudiger Jäger mit feinem Charakter und einer Besonderheit: Bei Freude oder Aufregung „erröten" Nase und Ohren.
Als ursprünglicher Lauf- und Sichtjäger ist er schnell, wendig und ausdauernd, mit ausgeprägtem Jagd- und Beutetrieb. Fremden gegenüber ist er meist freundlich, aber etwas zurückhaltend; seiner Familie gegenüber ist er verschmust und gesellig.
Der Pharaonenhund ist intelligent, sensibel und zugleich eigenständig — typisch für einen ursprünglichen Jagdhund. Er ist freundlich und verspielt, braucht aber viel Bewegung und eine einfühlsame Führung. Gut ausgelastet ist er ein anhänglicher, fröhlicher Begleiter.
Herkunft & Geschichte
Der Pharaonenhund stammt von Malta, wo er unter dem Namen Kelb tal-Fenek („Kaninchenhund") seit Jahrhunderten zur Jagd auf Kaninchen im felsigen Gelände eingesetzt wird — mit einer Kombination aus Sicht, Gehör und Nase. Er ist der Nationalhund Maltas.
Trotz des Namens und seines an altägyptische Darstellungen erinnernden Aussehens ist eine direkte Abstammung von den Hunden der Pharaonen nicht belegt; er ist ein eigenständiger mediterraner Jagdhundtyp. Die FCI führt ihn in Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp) als Hund vom Urtyp.
Von seiner Vergangenheit als ursprünglicher Lauf- und Sichtjäger hat er seine Schnelligkeit, seine Wendigkeit, seinen ausgeprägten Jagd- und Beutetrieb, seine Sensibilität und sein elegantes, athletisches Erscheinungsbild behalten.
Aussehen & Größe
Der Pharaonenhund ist ein mittelgroßer, schlanker und athletisch-eleganter Hund mit windhundartiger, edler Erscheinung, langen Läufen und großen, aufrecht getragenen Ohren. Rüden erreichen etwa 56 bis 63 cm Schulterhöhe, Hündinnen 53 bis 61 cm; das Gewicht liegt bei rund 18 bis 25 kg.
Das kurze, glänzende Fell ist immer rotbraun bis sattbraun (rehbraun) mit einigen weißen Abzeichen. Charakteristisch sind der edle, schmale Kopf, die bernsteinfarbenen Augen und vor allem die Fähigkeit, bei Freude oder Aufregung an Nase und Ohren sichtbar zu „erröten".
Das kurze, pflegeleichte Fell schützt ihn wenig vor Kälte und Nässe; als mediterraner, schlanker Hund mit wenig Unterhautfett friert er bei nasskaltem Wetter und braucht dann einen Mantel.
Haltung & Auslastung
Der Pharaonenhund hat einen hohen Bewegungsbedarf. Er braucht täglich mehrere Stunden ausgiebige Bewegung — als ursprünglicher Lauf- und Sichtjäger liebt er das Rennen und Sprinten und braucht viel Auslauf, idealerweise auch Gelegenheit zum sicheren Freilauf in eingezäuntem Gelände.
Ideal sind lange Spaziergänge, kontrolliertes Rennen, Sichthundesport wie Coursing, Nasen- und Suchspiele. Wegen seines ausgeprägten Jagd- und Beutetriebs ist Freilauf in ungesichertem Gelände kaum möglich — er kann Wild oder Kleintieren über weite Strecken nachjagen.
Er ist anpassungsfähig und auch in der Wohnung zu halten, sofern er ausreichend ausgelastet wird; als Sprinter ist er drinnen oft ruhig. Wegen seiner Kälteempfindlichkeit braucht er bei nasskaltem Wetter Schutz.
Erziehung
Der Pharaonenhund ist intelligent, lernfähig und sensibel, aber auch eigenständig — typisch für einen ursprünglichen Jagdhund hinterfragt er Anweisungen. Eine freundliche, geduldige, ruhige und konsequente Erziehung mit viel positiver Bestärkung und einer engen Bindung ist wichtig.
Auf Härte und Druck reagiert der feinfühlige Hund empfindlich und mit Rückzug; gefragt sind Motivation, Geduld und Verständnis. Die zentralen Aufgaben sind der Aufbau einer möglichst zuverlässigen (aber nie garantierten) Abrufbarkeit und das Management seines ausgeprägten Jagdtriebs.
Wegen seiner Sensibilität und seines Jagdtriebs ist etwas Hundeerfahrung von Vorteil; für einfühlsame, aktive Halter ist er aber gut führbar.
Für Anfänger geeignet?
Der Pharaonenhund ist für einfühlsame, aktive Ersthundehalter bedingt geeignet. Sein freundliches, anhängliches Wesen und seine pflegeleichte Art sprechen für ihn, sein hoher Bewegungsbedarf, sein ausgeprägter Jagdtrieb und seine Sensibilität verlangen aber Verständnis und Engagement.
Für aktive Menschen, die ihm viel Bewegung und Auslauf bieten, einfühlsam führen, seinen Jagdtrieb managen und ihn bei Kälte schützen, ist er ein eleganter, anhänglicher Begleiter. Wer wenig Zeit für Bewegung hat oder einen zuverlässig abrufbaren Hund ohne Jagdtrieb erwartet, sollte sich anders entscheiden.
Mit Kindern & anderen Tieren
Der Pharaonenhund ist ein freundlicher, verspielter und meist kinderlieber Familienhund, der mit Kindern in der Regel gut zurechtkommt. Wegen seiner Sensibilität schätzt er einen ruhigen, rücksichtsvollen Umgang; der Kontakt mit kleinen Kindern sollte begleitet werden, und er braucht Rückzugsmöglichkeiten.
Mit anderen Hunden ist er bei guter Sozialisierung meist verträglich. Gegenüber kleinen Heimtieren, Katzen und Wild ist wegen seines ausgeprägten Beutetriebs jedoch große Vorsicht geboten — ein Zusammenleben mit Kleintieren ist oft nicht möglich.
Pflege & Pflegeroutine
Das kurze, glänzende Fell des Pharaonenhunds ist ausgesprochen pflegeleicht und braucht nur gelegentliches Bürsten oder Abreiben, um lose Haare zu entfernen. Er haart wenig und ist nahezu geruchsneutral.
Wichtiger als die Fellpflege ist der Schutz vor Kälte und Nässe: Als schlanker, kurzhaariger Mittelmeerhund mit wenig Unterhautfett friert er schnell und braucht bei nasskaltem Wetter einen Mantel. Krallen, Ohren, Augen und Zähne gehören zur üblichen Kontrolle.
Insgesamt ist der Pflegeaufwand minimal — wichtig sind vor allem ausreichend Bewegung und der Kälteschutz.
Ernährung
Der Pharaonenhund braucht als aktiver, schlanker Hund ein hochwertiges, leistungsgerechtes Futter, das auf seine Aktivität abgestimmt ist. Seine natürlich schlanke, windhundartige Statur ist normal und sollte nicht durch Überfütterung „aufgepolstert" werden.
Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen. Auf gute Verträglichkeit des Futters ist zu achten.
Gesundheit & typische Krankheiten
Der Pharaonenhund ist eine ausgesprochen robuste, gesunde und langlebige Rasse mit einer hohen Lebenserwartung von etwa 12 bis 14 Jahren — die naturnahe Zucht hat ihn gesund gehalten, schwere Erbkrankheiten sind selten. Einige rassetypische Besonderheiten sollte man dennoch kennen.
Wie viele schlanke, fettarme Lauf- und Windhundtypen reagiert er empfindlicher auf Narkosemittel, was der Tierarzt bei Operationen berücksichtigen sollte. Dazu kommen eine gewisse Kälte- und Hautempfindlichkeit sowie gelegentlich Allergien. Schwerwiegende rassetypische Erbkrankheiten sind dagegen selten.
Ein seriöser Züchter achtet auf wesensfeste, gesunde Elterntiere. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten und vor Narkosen ist tierärztlicher Rat einzuholen.
Vergleich mit ähnlichen Rassen
Der Pharaonenhund gehört zu den mediterranen Lauf- und Sichtjägern und ist mit dem sizilianischen Cirneco dell’Etna eng verwandt — beide sind elegante, rotbraune Urtyp-Jäger mit Stehohren; der Cirneco ist deutlich kleiner und leichter.
Mit den spanischen Podencos teilt er den ursprünglichen mediterranen Jagdhundtyp mit Sicht, Gehör und Nase. In Eleganz, Schlankheit und Lauffreude erinnert er an den Whippet, ist aber ein ursprünglicher Allround-Jäger statt reiner Sichthund. Wer einen eleganten, freundlichen und ursprünglichen Lauf-Jäger sucht und Jagdtrieb und Bewegungsbedarf managen kann, findet im Pharaonenhund eine besondere Wahl.
Kosten
Ein Pharaonenhund-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.300 und 2.000 Euro. Auf wesensfeste, gesunde Elterntiere zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis; die Rasse ist selten.
Laufend sollte man mit rund 60 bis 100 Euro im Monat rechnen, hinzu kommen mögliche Kosten für Mäntel (Kälteschutz) und Sichthundesport. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.
Anschaffung & Züchter
Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen Züchter wählen, der auf wesensfeste, gesunde Elterntiere achtet und die Welpen im familiären Umfeld aufzieht. Da die Rasse selten ist, sind Welpen oft nur über wenige Züchter und mit Wartezeit zu bekommen.
Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob man dem aktiven, jagdlich veranlagten Hund genügend Bewegung und sicheren Auslauf bieten, seinen Jagdtrieb managen und ihn bei Kälte schützen kann. Wichtig ist auch, den Tierarzt auf die mögliche Narkoseempfindlichkeit hinzuweisen.
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Häufige Fragen
Können Pharaonenhunde wirklich „erröten"?
Ja — bei Freude oder Aufregung röten sich Nase und Ohren sichtbar. Dieses „Erröten" ist eine charmante Besonderheit der Rasse.
Stammt der Pharaonenhund von den Hunden der Pharaonen ab?
Trotz Name und Aussehen ist eine direkte Abstammung nicht belegt — er ist ein eigenständiger mediterraner Jagdhund von Malta (Kelb tal-Fenek).
Ist der Pharaonenhund ein Anfängerhund?
Bedingt — für einfühlsame, aktive Ersthundehalter. Sein hoher Bewegungsbedarf, sein ausgeprägter Jagdtrieb und seine Sensibilität verlangen Verständnis und Engagement.
Wie viel Bewegung braucht ein Pharaonenhund?
Viel — täglich mehrere Stunden ausgiebige Bewegung mit Gelegenheit zum Rennen, idealerweise sicherer Freilauf oder Sichthundesport.
Hat der Pharaonenhund einen Jagdtrieb?
Ja — als ursprünglicher Lauf- und Sichtjäger hat er einen ausgeprägten Jagd- und Beutetrieb. Freilauf in ungesichertem Gelände ist kaum möglich, bei Katzen ist Vorsicht geboten.
Welche Gesundheitsbesonderheiten hat der Pharaonenhund?
Als schlanker, fettarmer Lauftyp reagiert er empfindlicher auf Narkosemittel; dazu kommen Kälte- und Hautempfindlichkeit und gelegentlich Allergien. Schwere Erbkrankheiten sind selten.
Wie alt wird ein Pharaonenhund?
Mit etwa 12 bis 14 Jahren ist er langlebig und gilt als sehr gesunde, naturnah gezüchtete Rasse.
Friert der Pharaonenhund schnell?
Ja — als schlanker, kurzhaariger Mittelmeerhund mit wenig Unterhautfett friert er bei nasskaltem Wetter und braucht dann einen Mantel.
Wie groß wird ein Pharaonenhund?
Rüden etwa 56 bis 63 cm, Hündinnen 53 bis 61 cm Schulterhöhe und rund 18 bis 25 kg — ein mittelgroßer, eleganter Jagdhund.
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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 248 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.


