Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Kleinster Retriever aus Kanada (Toller) — intelligent, energiegeladen und arbeitsfreudig, ein lebhafter Familien- und Sporthund mit Lockjagd-Erbe.

Größe
45–51 cm
Gewicht
17–23 kg
Lebenserwartung
12–14 Jahre
Herkunft
Kanada
FCI-Gruppe
Apportierhund
Steckbrief: Nova Scotia Duck Tolling Retriever auf einen Blick
Größe45–51 cm
Gewicht17–23 kg
Lebenserwartung12–14 Jahre
HerkunftKanada
FCI-GruppeApportierhund
Fellpflegemittel
Aktivitätsbedarfsehr hoch
Anfängertauglichmit Erfahrung

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf5/5
Kinderfreundlichkeit4/5
Anfängertauglich5/5
Pflegeaufwand3/5
Wachsamkeit3/5
Verträglichkeit3/5
Haarverlust3/5
Eigenständigkeit2/5
3 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Gut
Andere Hunde Mittel
Anfänger:innen Gut
Wohnung Mittel
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Nova Scotia Duck Tolling Retriever
51 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever — kurz „Toller" — ist der kleinste der Retriever und ein hochintelligenter, energiegeladener und arbeitsfreudiger Hund aus Kanada. Er ist seinem Menschen eng verbunden, lernwillig und voller Tatendrang.

Anders als die eher jedermann-freundlichen großen Retriever ist der Toller oft etwas reservierter und vorsichtiger gegenüber Fremden, dabei aber seiner Familie gegenüber sehr anhänglich. Er ist sensibel, aufmerksam und mitteilsam — sein hoher, durchdringender „Toller-Schrei" aus Aufregung ist charakteristisch.

Als ursprünglicher Lockjagdhund hat er viel Energie, Ausdauer und einen ausgeprägten Will-to-work. Gut ausgelastet ist er ein begeisterter, vielseitiger Familien- und Sporthund; Unterforderung verträgt er schlecht und wird dann schnell unruhig oder eigenwillig.

Herkunft & Geschichte

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever stammt aus der kanadischen Provinz Nova Scotia, wo er für eine besondere Jagdtechnik gezüchtet wurde: das „Tolling". Dabei lockt der spielende, am Ufer hin- und herlaufende Hund neugierige Enten in Schussweite und apportiert sie anschließend aus dem Wasser.

In seine Entstehung flossen verschiedene Retriever, Spaniel und Setter ein. Die FCI führt ihn in Gruppe 8 (Apportier-, Stöber- und Wasserhunde). Außerhalb Kanadas ist er noch vergleichsweise selten.

Von seiner Vergangenheit als Lockjagdhund hat er seine Intelligenz, seine Arbeitsfreude, seine Wasserliebe und sein lebhaftes, energiegeladenes Wesen behalten.

Aussehen & Größe

Der Toller ist der kleinste Retriever — ein mittelgroßer, athletischer und kompakter Hund mit dichtem, mittellangem Fell und der typischen leuchtend rotgoldenen bis kupferroten Färbung, oft mit weißen Abzeichen. Rüden erreichen etwa 48 bis 51 cm Schulterhöhe, Hündinnen 45 bis 48 cm; das Gewicht liegt bei rund 17 bis 23 kg.

Das mittellange, wasserabweisende Doppelfell mit leichter Befederung schützt ihn bei der Arbeit im Wasser. Charakteristisch sind die fuchsrote Farbe, der aufmerksame, intelligente Ausdruck und der athletische, kompakte Körperbau.

Die fuchsähnliche Erscheinung und das leuchtende Fell sind sein Markenzeichen. Das Fell braucht regelmäßige, aber überschaubare Pflege.

Haltung & Auslastung

Der Toller hat einen hohen Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf. Er braucht täglich mehrere Stunden Bewegung sowie viel geistige Auslastung — als hochintelligenter Arbeitshund langweilt er sich ohne Aufgabe schnell.

Ideal sind anspruchsvolle Aktivitäten wie Apportier- und Dummytraining, Nasenarbeit, Agility, Obedience oder die jagdliche Führung, die seine Intelligenz und Arbeitsfreude fordern. Als ausgesprochen wasserbegeisterter Hund liebt er das Schwimmen und Apportieren.

Er ist anpassungsfähig und auch in der Wohnung zu halten, sofern er ausreichend ausgelastet wird. Ein unterforderter Toller wird unruhig, eigenwillig und kann zum vermehrten „Schreien" neigen.

Erziehung

Der Toller ist hochintelligent, lernfreudig und „will to please" und lässt sich dadurch gut und gern erziehen. Er reagiert hervorragend auf freundliche, positive Bestärkung und blüht im gemeinsamen Training auf.

Wichtig sind frühe, gute Sozialisierung (wegen seiner gewissen Zurückhaltung gegenüber Fremden), das Kanalisieren seiner Energie und genügend geistige Auslastung. Auf Härte reagiert der sensible Hund empfindlich.

Wegen seiner Lernfreude ist er gut erziehbar und ein dankbarer Sportpartner — die eigentliche Herausforderung ist seine Energie und sein Beschäftigungsbedarf, die viel Engagement verlangen.

Für Anfänger geeignet?

Der Toller ist für sehr aktive Ersthundehalter bedingt geeignet. Seine Lernfreude und sein Will-to-please machen ihn dankbar in der Erziehung, sein hoher Beschäftigungsbedarf, seine Sensibilität und seine Mitteilsamkeit verlangen aber Engagement und Zeit.

Für sportliche, aktive Menschen und Familien, die ihm täglich genug körperliche und geistige Auslastung bieten und seine Eigenheiten (Zurückhaltung, „Schreien") verstehen, ist er ein begeisterter Begleiter. Wer einen ruhigen, jedermann-freundlichen oder anspruchslosen Hund sucht, sollte sich anders entscheiden.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Toller ist ein verspielter, anhänglicher und kinderlieber Familienhund, der mit Kindern in der Regel gut zurechtkommt. Wegen seines Temperaments kann er im Spiel lebhaft sein, weshalb der Umgang mit kleinen Kindern begleitet werden sollte; seine Zurückhaltung gegenüber fremden Menschen sollte respektiert werden.

Mit anderen Hunden ist er bei guter Sozialisierung meist verträglich; auch Katzen und andere Haustiere akzeptiert er gut, vor allem wenn er mit ihnen aufwächst. Sein Apportier- statt Beutegreif-Fokus erleichtert das Zusammenleben.

Pflege & Pflegeroutine

Das mittellange, wasserabweisende Doppelfell des Tollers braucht regelmäßiges Bürsten, idealerweise ein- bis zweimal pro Woche; im Fellwechsel haart er stärker und sollte dann häufiger gebürstet werden. Geschoren werden muss er nicht.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Ohren, die nach dem Schwimmen kontrolliert und sauber gehalten werden sollten, um Ohrentzündungen vorzubeugen. Krallen, Augen und Zähne gehören zur üblichen Pflege.

Der Pflegeaufwand ist moderat — das wetterfeste Fell ist vergleichsweise unkompliziert.

Ernährung

Der Toller braucht als aktiver Hund ein hochwertiges, leistungsgerechtes Futter, das auf seine hohe Aktivität abgestimmt ist. Die Menge sollte genau auf seinen Bewegungsumfang abgestimmt sein.

Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen. Auf gute Verträglichkeit des Futters ist zu achten.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Toller erreicht ein Alter von etwa 12 bis 14 Jahren. Da die Rasse auf einem kleinen Genpool basiert, sind einige rassetypische, teils erbliche Gesundheitsthemen bekannt — viele davon sind per Gentest erkennbar.

Dazu zählen Augenerkrankungen wie die progressive Retinaatrophie (PRA) und die Collie-Augenanomalie (CEA), Hüftgelenksdysplasie, mehrere Autoimmunerkrankungen (etwa die Addison-Krankheit und immunvermittelte rheumatische Erkrankungen) sowie die erbliche degenerative Enzephalopathie (per Gentest erkennbar). Gerade die Autoimmun-Themen sollte man kennen.

Ein seriöser Züchter führt die verfügbaren Gentests durch und untersucht die Elterntiere auf Augen und Hüften. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Toller ist der kleinste und energiegeladenste der Retriever. Gegenüber dem ruhigeren Golden Retriever ist er kleiner, fordernder und reservierter gegenüber Fremden; dem temperamentvollen Flat Coated Retriever ähnelt er in Energie und Arbeitsfreude, ist aber kleiner und eigenständiger.

Mit Arbeits- und Apportierhunden wie dem English Springer Spaniel teilt er die Arbeitsfreude und den hohen Auslastungsbedarf. Wer einen ruhigen, jedermann-freundlichen Familienretriever sucht, ist mit dem fordernden, sensiblen Toller weniger gut beraten.

Kosten

Ein Toller-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.500 und 2.200 Euro. Auf gesundheitlich untersuchte und per Gentest getestete Elterntiere (Augen, degenerative Enzephalopathie) zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis.

Laufend sollte man mit rund 80 bis 130 Euro im Monat für Futter, Steuer, Versicherung und Tierarzt rechnen, hinzu kommen Kosten für Hundesport und Beschäftigung. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Bei der Anschaffung ist ein seriöser Züchter entscheidend, der die verfügbaren Gentests durchführt, die Elterntiere auf Augen und Hüften untersucht, auf Wesensfestigkeit und genetische Vielfalt achtet und die Welpen gut sozialisiert. Wegen des kleinen Genpools ist die sorgfältige Zuchtauswahl beim Toller besonders wichtig.

Da der Toller noch relativ selten ist, sind Welpen oft nur über wenige spezialisierte Züchter und teils mit Wartezeit zu bekommen. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob man dem aktiven, sensiblen Hund dauerhaft genügend Bewegung, Beschäftigung und Verständnis bieten kann.

Passt zu dir, wenn …

du sehr aktiv bist und gern mit dem Hund arbeitest
du täglich mehrere Stunden für Bewegung und Beschäftigung hast
du Freude an Hundesport oder Apportierarbeit hast
du seine Sensibilität und Zurückhaltung respektierst
du auf gesunde, gentest-geprüfte Zuchtlinien achtest
du einen ruhigen, jedermann-freundlichen Hund suchst
du wenig Zeit für Bewegung und Beschäftigung hast
du einen anspruchslosen Familienhund möchtest
dich sein gelegentliches lautes „Schreien" stört

Häufige Fragen

Was bedeutet „Tolling" beim Nova Scotia Duck Tolling Retriever?

Es bezeichnet die besondere Jagdtechnik: Der spielende, am Ufer hin- und herlaufende Hund lockt neugierige Enten in Schussweite und apportiert sie anschließend aus dem Wasser.

Ist der Toller ein Anfängerhund?

Bedingt — seine Lernfreude spricht dafür, sein hoher Beschäftigungsbedarf und seine Sensibilität dagegen. Für sehr aktive, sportliche Halter und Familien gut geeignet.

Was ist der „Toller-Schrei"?

Ein hoher, durchdringender Laut, den viele Toller aus Aufregung oder Vorfreude von sich geben — eine rassetypische Eigenheit, die man kennen sollte.

Wie viel Auslastung braucht ein Toller?

Viel — täglich mehrere Stunden Bewegung plus geistige Beschäftigung wie Apportier- und Dummytraining, Nasenarbeit oder Agility. Er langweilt sich ohne Aufgabe schnell.

Welche Krankheiten sind beim Toller typisch?

Augenerkrankungen (PRA, CEA), Hüftdysplasie, mehrere Autoimmunerkrankungen (z. B. Addison) und die erbliche degenerative Enzephalopathie (per Gentest).

Wie alt wird ein Toller?

Etwa 12 bis 14 Jahre bei guter Pflege und gesunder, gentest-geprüfter Zuchtlinie.

Ist der Toller ein Familienhund?

Ja, in aktiven Familien — er ist verspielt, anhänglich und kinderlieb. Seine Zurückhaltung gegenüber Fremden und sein Beschäftigungsbedarf sollten beachtet werden.

Liebt der Toller Wasser?

Ja — als Lockjagd- und Apportierhund ist er ausgesprochen wasserbegeistert und schwimmt und apportiert leidenschaftlich gern.

Worin unterscheidet sich der Toller von anderen Retrievern?

Er ist der kleinste Retriever, energiegeladener, eigenständiger und reservierter gegenüber Fremden als der ruhige Golden oder Labrador.

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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 312 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.