
Islandhund
Lebhafter nordischer Hütespitz aus Island — fröhlich, freundlich und meldefreudig, der einzige einheimische Hund Islands und ein anhänglicher Familienhund.
| Größe | 42–46 cm |
|---|---|
| Gewicht | 9–14 kg |
| Lebenserwartung | 12–15 Jahre |
| Herkunft | Island |
| FCI-Gruppe | Spitze und Hunde vom Urtyp |
| Fellpflege | mittel |
| Aktivitätsbedarf | hoch |
| Anfängertauglich | gut geeignet |
Temperament & Eignung
Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.
Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.
~175 cm
46 cm
Eigenschaften
Wesen & Charakter
Der Islandhund (Íslenskur fjárhundur) ist ein mittelgroßer nordischer Hütespitz und der einzige einheimische Hund Islands. Er hat ein fröhliches, freundliches und lebhaftes Wesen, ist seiner Familie eng verbunden, anhänglich und menschenbezogen — ein aufgeweckter, robuster Familienhund mit dichtem Fell.
Als ursprünglicher Hütehund ist er aufmerksam, wendig und ausgesprochen meldefreudig: Er bellt viel und gern, was beim Hüten und Zusammentreiben von Schafen erwünscht war. Fremden gegenüber ist er meist freundlich und aufgeschlossen, nicht scharf.
Der Islandhund ist intelligent, lernwillig und gesellig und möchte eng am Familienleben teilhaben. Er ist temperamentvoll und arbeitsfreudig, dabei aber gutmütig und unkompliziert — ein lebhafter, treuer Begleiter mit ausgeprägter Bellfreude.
Herkunft & Geschichte
Der Islandhund kam mit den Wikingern vor über tausend Jahren nach Island und entwickelte sich dort isoliert zum einzigen einheimischen Hund der Insel. Er wurde als unverzichtbarer Hütehund für Schafe und Pferde sowie als Hofhund gehalten.
Nach Seuchen und einem starken Rückgang im 19. Jahrhundert stand die Rasse mehrfach am Rande des Aussterbens und wurde durch engagierte Zucht gerettet. Die FCI führt sie in Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp). Sie basiert auf einem begrenzten Genpool.
Von seiner Vergangenheit als isländischer Hütehund hat er seine Wendigkeit, seine ausgeprägte Bell- und Meldefreude, seine Wetterhärte und sein freundliches, arbeitsfreudiges Wesen behalten.
Aussehen & Größe
Der Islandhund ist ein mittelgroßer, kräftiger Spitz mit dichtem Fell, buschiger Rute und freundlichem, offenem Ausdruck. Er wird etwa 42 bis 46 cm groß und wiegt rund 9 bis 14 kg.
Das dichte Doppelfell gibt es in einer kurzhaarigen und einer langhaarigen Variante und kommt in vielen Farben vor — vorwiegend in verschiedenen Brauntönen, Schwarz, Grau und Creme, jeweils mit weißen Abzeichen. Charakteristisch sind die Stehohren, die geringelte Rute und die typischen Afterkrallen, oft sogar doppelt.
Das dichte Fell ist wetterfest und macht ihn kälteunempfindlich; im Fellwechsel haart er stark. Es braucht regelmäßige, aber unkomplizierte Pflege.
Haltung & Auslastung
Der Islandhund hat einen mittleren bis hohen Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf. Er braucht täglich etwa ein bis zwei Stunden Bewegung sowie geistige Auslastung — als lebhafter Hütehund will er beschäftigt sein.
Ideal sind Aktivitäten, die seine Wendigkeit und Arbeitsfreude fordern: Agility, Obedience, Tricktraining, Fährten- und Suchspiele oder Hüteballarbeit. Er ist gern aktiv und genießt Bewegung bei kühlem Wetter besonders.
Er ist anpassungsfähig und auch in der Wohnung zu halten, sofern er ausreichend ausgelastet wird. Seine ausgeprägte Bellfreude sollte durch Training früh in geordnete Bahnen gelenkt werden — sie kann sonst zum Thema werden.
Erziehung
Der Islandhund ist intelligent, lernwillig und kooperativ und lässt sich mit freundlicher, positiver Bestärkung gut erziehen. Er ist sensibel und gutmütig; Härte ist unnötig.
Die zentrale erzieherische Aufgabe ist die früh und konsequent angegangene Kontrolle seiner ausgeprägten Bellfreude. Frühe Sozialisierung festigt sein ohnehin freundliches Wesen. Da er reizoffen und temperamentvoll ist, helfen Ruhe und Konsequenz.
Wegen seiner Lernfreude und Gutmütigkeit ist er gut erziehbar und auch für Ersthundehalter und Familien geeignet, die bereit sind, an der Bellfreude zu arbeiten.
Für Anfänger geeignet?
Der Islandhund ist gut anfängergeeignet. Sein freundliches, gelehriges und lebhaftes Wesen, sein moderater Bewegungsbedarf und seine Gutmütigkeit machen ihn auch für Ersthundehalter und Familien gut führbar.
Der wichtigste Punkt ist seine ausgeprägte Bellfreude, an der man von klein auf konsequent arbeiten sollte. Dazu kommen die regelmäßige Fellpflege und ausreichend Bewegung und Beschäftigung. Wer das einplant, findet im Islandhund einen fröhlichen, robusten Familienhund.
Mit Kindern & anderen Tieren
Der Islandhund ist ein ausgesprochen kinderlieber, verspielter und freundlicher Familienhund, der den Umgang mit Kindern in der Regel hervorragend verträgt. Sein fröhliches, geduldiges Wesen macht ihn zu einem beliebten Familienbegleiter.
Mit anderen Hunden ist er bei guter Sozialisierung meist verträglich und sozial; auch Katzen und andere Haustiere akzeptiert er gut, vor allem wenn er mit ihnen aufwächst. Sein geselliges Wesen macht ihn zu einem harmonischen Mitbewohner.
Pflege & Pflegeroutine
Das dichte Doppelfell des Islandhunds braucht regelmäßiges Bürsten, idealerweise ein- bis mehrmals pro Woche; bei der langhaarigen Variante etwas häufiger. Während des Fellwechsels haart er stark und sollte dann täglich gebürstet werden.
Geschoren werden sollte er nicht, da das Fell ihn vor Witterung schützt. Ohren, Augen, Krallen (inklusive der doppelten Afterkrallen) und Zähne gehören zur regelmäßigen Kontrolle.
Der Pflegeaufwand ist moderat — das regelmäßige Bürsten und das starke Haaren im Fellwechsel sollte man einplanen, der Aufwand ist aber überschaubar.
Ernährung
Der Islandhund braucht ein hochwertiges Futter in an seine Größe und Aktivität angepasster Menge. Auf ein schlankes Gewicht ist zu achten, das unter dem dichten Fell leicht übersehen wird.
Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen. Auf gute Verträglichkeit des Futters ist zu achten.
Gesundheit & typische Krankheiten
Der Islandhund ist eine vergleichsweise robuste, langlebige Rasse mit einer Lebenserwartung von etwa 12 bis 15 Jahren. Da die Rasse auf einem begrenzten Genpool basiert, achten die Zuchtvereine besonders auf Gesundheit und genetische Vielfalt — einige rassetypische Themen sind bekannt.
Dazu zählen die Hüftgelenksdysplasie, die Patellaluxation, Augenerkrankungen wie Katarakt sowie gelegentlich Kreuzbandprobleme. Insgesamt gilt die Rasse aber als gesund und widerstandsfähig.
Ein seriöser Züchter untersucht die Elterntiere auf Hüften, Patella und Augen und achtet auf genetische Vielfalt. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.
Vergleich mit ähnlichen Rassen
Der Islandhund gehört zu den nordischen Hütespitzen und ähnelt im Wesen und Aussehen dem ebenfalls hütenden Finnischen Lapphund — beide sind freundliche, wendige, meldefreudige Hütespitze; der Islandhund ist etwas kleiner und gilt als besonders bellfreudig.
Mit dem weißen Samojeden teilt er das nordische Spitzfell und das freundliche Wesen, ist aber ein kleinerer Hütehund. Gegenüber dem ruhigen Begleitspitz Eurasier ist der Islandhund deutlich lebhafter und meldefreudiger. Wer einen fröhlichen, robusten und vielseitigen nordischen Familienhund sucht und mit der Bellfreude umgehen kann, findet im Islandhund eine gute Wahl.
Kosten
Ein Islandhund-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.200 und 1.800 Euro. Auf gesundheitlich untersuchte Elterntiere (Hüften, Patella, Augen) und genetische Vielfalt zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis; die Rasse ist selten.
Laufend sollte man mit rund 60 bis 100 Euro im Monat rechnen, hinzu kommen mögliche Kosten für die Fellpflege. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.
Anschaffung & Züchter
Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen Züchter wählen, der die Elterntiere auf Hüften, Patella und Augen untersucht, besonders auf genetische Vielfalt achtet (kleiner Genpool) und die Welpen im familiären Umfeld aufzieht. Da die Rasse selten ist, ist mit Wartezeit zu rechnen.
Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet gelegentlich auch im Tierschutz nordische Hütespitze. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob Zeit für die regelmäßige Fellpflege und die Bereitschaft zur konsequenten Arbeit an der Bellfreude vorhanden sind.
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Häufige Fragen
Bellt der Islandhund viel?
Ja — durch sein Hüteerbe ist er ausgesprochen bellfreudig. Mit konsequenter Erziehung von klein auf lässt sich das aber gut in Grenzen halten.
Ist der Islandhund ein Anfängerhund?
Ja — sein freundliches, gelehriges und lebhaftes Wesen und seine Gutmütigkeit machen ihn anfängerfreundlich, wenn man konsequent an der Bellfreude arbeitet.
Was ist am Islandhund besonders?
Er ist der einzige einheimische Hund Islands, kam mit den Wikingern auf die Insel und entwickelte sich dort über tausend Jahre isoliert.
Welche Felltypen gibt es beim Islandhund?
Zwei: eine kurzhaarige und eine langhaarige Variante, jeweils mit dichtem, wetterfestem Doppelfell in vielen Farben.
Welche Krankheiten sind beim Islandhund typisch?
Hüftgelenksdysplasie, Patellaluxation, Augenerkrankungen wie Katarakt und gelegentlich Kreuzbandprobleme. Insgesamt robust.
Wie alt wird ein Islandhund?
Mit etwa 12 bis 15 Jahren ist er vergleichsweise langlebig und gilt als robuste Rasse.
Ist der Islandhund ein Familienhund?
Ja — er ist ausgesprochen kinderlieb, verspielt und freundlich und gilt als idealer, fröhlicher Familienhund.
Wie groß wird ein Islandhund?
Etwa 42 bis 46 cm Schulterhöhe und rund 9 bis 14 kg — ein mittelgroßer, kräftiger Hütespitz.
Verträgt der Islandhund Hitze?
Schlecht — sein dichtes nordisches Fell macht ihn kälteunempfindlich, aber hitzeempfindlich. Bei Wärme sollte er geschont werden.
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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 289 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.


