Greyhound

Greyhound

Der schnellste Hund der Welt — drinnen ein sanfter Couch-Liebhaber, draußen ein eleganter Sprinter; ruhig, freundlich und überraschend genügsam.

Größe
68–76 cm
Gewicht
25–40 kg
Lebenserwartung
10–13 Jahre
Herkunft
Großbritannien
FCI-Gruppe
Windhund
Steckbrief: Greyhound auf einen Blick
Größe68–76 cm
Gewicht25–40 kg
Lebenserwartung10–13 Jahre
HerkunftGroßbritannien
FCI-GruppeWindhund
Fellpflegesehr gering
Aktivitätsbedarfmittel
Anfängertauglichgut geeignet

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf3/5
Kinderfreundlichkeit4/5
Anfängertauglich3/5
Pflegeaufwand1/5
Wachsamkeit2/5
Verträglichkeit3/5
Haarverlust2/5
Eigenständigkeit3/5
1,5 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Gut
Andere Hunde Mittel
Anfänger:innen Mittel
Wohnung Gering
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Greyhound
76 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Greyhound ist der schnellste Hund der Welt und zugleich ein erstaunlich sanfter, ruhiger Couch-Liebhaber. Diese Kombination prägt sein Wesen: Zu Hause ist er gelassen, anschmiegsam und genügsam, draußen ein eleganter Sprinter mit großer Lauffreude.

Er ist freundlich, sensibel und seiner Familie zugetan, dabei eher zurückhaltend und ruhig. Fremden gegenüber ist er meist friedlich und gelassen; als Wachhund taugt er kaum, da er selten bellt und niemandem etwas Böses will.

Charakteristisch ist sein ausgeprägter Sicht- und Jagdtrieb: Schnelle Bewegungen lösen seinen Hetztrieb aus. Ansonsten ist der Greyhound ein sanfter, würdevoller und angenehm leiser Hausgenosse, der wenig Aufhebens macht.

Herkunft & Geschichte

Der Greyhound ist eine uralte Windhundrasse, deren Vorfahren schon in der Antike als Jagdhunde auf Sicht gehalten wurden. In England wurde er über Jahrhunderte als Hetz- und Rennhund für die Jagd auf Hasen (Coursing) und später für den Rennsport gezüchtet.

Lange war er ausschließlich dem Adel vorbehalten. Bis heute wird er auf Rennbahnen und beim Coursing eingesetzt; viele Greyhounds finden nach ihrer Renn-Karriere als Familienhunde ein neues Zuhause. Die FCI führt ihn in Gruppe 10 (Windhunde).

Vom Renn- und Jagdhund hat er seine enorme Schnelligkeit und seinen Sichtjagdtrieb behalten, ist aber zugleich ein sanfter, ruhiger Begleithund geworden.

Aussehen & Größe

Der Greyhound ist ein großer, schlanker und edel gebauter Windhund mit tiefem Brustkorb, schmaler Taille, langen Läufen und windschnittigem Körperbau. Rüden erreichen etwa 71 bis 76 cm Schulterhöhe und 30 bis 40 kg, Hündinnen 68 bis 71 cm und sind leichter.

Das Fell ist sehr kurz, fein und glatt und kommt in nahezu allen Farben und Farbkombinationen vor. Es ist extrem pflegeleicht, schützt aber kaum vor Kälte und Nässe; die Haut ist dünn und empfindlich.

Seine elegante, windschnittige Erscheinung und der sanfte, würdevolle Ausdruck sind typisch. Wegen des geringen Körperfetts und des dünnen Fells friert der Greyhound schnell und braucht bei Kälte einen Hundemantel.

Haltung & Auslastung

Der Greyhound hat einen besonderen Auslastungsrhythmus: Er braucht täglich die Möglichkeit, kräftig zu sprinten und sich auszutoben, ist ansonsten aber erstaunlich ruhig und genügsam. Mehrere Spaziergänge mit Gelegenheiten zum freien, schnellen Galopp decken seinen Bedarf gut.

Ideal sind gesicherte Ausläufe oder Hundesport wie Coursing oder Windhundrennen, bei denen er seinem Lauf- und Hetztrieb nachgehen kann. Wegen seines starken Sichtjagdtriebs ist Freilauf nur in eingezäunten oder sicheren Bereichen ratsam.

Zu Hause ist er ein ausgesprochen ruhiger, anschmiegsamer Hausgenosse, der die Couch und Wärme liebt. Trotz seiner Größe eignet er sich daher gut auch für die Wohnung.

Erziehung

Der Greyhound ist intelligent, sensibel und sanft, reagiert aber empfindlich auf Härte und lauten Ton. Eine freundliche, geduldige Erziehung mit viel positiver Bestärkung passt am besten zu seinem feinfühligen Wesen.

Die größte Herausforderung ist der ausgeprägte Sichtjagdtrieb: Ein zuverlässiger Rückruf ist schwer zu erreichen, sobald er etwas Schnelles erspäht. Frühes Training, gute Impulskontrolle und gesicherte Ausläufe sind wichtig.

Insgesamt ist der Greyhound ein unkomplizierter, gut erziehbarer Hund; viele ehemalige Rennhunde lernen das ruhige Familienleben rasch und dankbar.

Für Anfänger geeignet?

Der Greyhound ist gut anfängergeeignet. Sein sanftes, ruhiges Wesen, seine Anhänglichkeit, der geringe Pflegeaufwand und seine Genügsamkeit machen ihn auch für Ersthundehalter und ruhige Haushalte gut führbar.

Wichtig ist, dass man seinen Sichtjagdtrieb ernst nimmt (gesicherte Ausläufe, realistische Rückruf-Erwartung), ihm regelmäßig Gelegenheit zum Sprinten gibt und seine Kälteempfindlichkeit berücksichtigt. Wer das beherzigt, findet im Greyhound einen unkomplizierten, angenehmen Einsteigerhund — oft auch als adoptierter Ex-Rennhund.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Greyhound ist ein sanfter, geduldiger und freundlicher Familienhund, der mit Kindern in der Regel gut zurechtkommt. Wegen seines ruhigen, sensiblen Wesens mag er allzu wildes Toben nicht, daher sollte der Umgang mit sehr kleinen Kindern begleitet werden.

Mit anderen Hunden ist er meist verträglich und gesellig. Gegenüber kleinen Heimtieren wie Kaninchen, Katzen oder Nagern ist wegen seines starken Hetztriebs jedoch Vorsicht geboten; manche Greyhounds lernen das Zusammenleben mit Katzen, andere nicht.

Pflege & Pflegeroutine

Das kurze, feine Fell des Greyhounds ist extrem pflegeleicht und braucht nur gelegentliches Bürsten oder ein Abreiben; er haart wenig. Ein Bad ist selten nötig.

Wegen des geringen Körperfetts und des dünnen Fells ist Kälteschutz wichtiger als Fellpflege: Bei nasskaltem Wetter braucht der Greyhound einen Hundemantel, und ein weicher, warmer Liegeplatz schont seine knochige Statur. Die dünne Haut ist verletzungsanfällig. Krallen, Zähne, Augen und Ohren gehören zur üblichen Kontrolle.

Insgesamt gehört der Greyhound zu den pflegeleichtesten Rassen überhaupt.

Ernährung

Der Greyhound braucht ein hochwertiges, ausgewogenes Futter in an seinen sportlichen, schlanken Körperbau angepasster Menge. Von Natur aus ist er sehr schlank — sichtbare Rippen und Hüftknochen sind bei dieser Rasse normal und kein Zeichen von Untergewicht.

Sein hoher Energieumsatz beim Sprinten sollte berücksichtigt werden. Als großer, tiefbrüstiger Hund besteht ein gewisses Risiko für eine Magendrehung; mehrere Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen sind ratsam. Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Greyhound gilt als vergleichsweise gesunde, robuste Rasse mit einer Lebenserwartung von etwa 10 bis 13 Jahren. Schwere rassetypische Erbkrankheiten sind selten, einige Besonderheiten sollte man aber kennen.

Als Windhund mit sehr wenig Körperfett reagiert er empfindlich auf Narkosen, sodass der Tierarzt das berücksichtigen muss. Hinzu kommen die gefährliche Magendrehung, eine erhöhte Neigung zu Knochenkrebs (Osteosarkom), Herzerkrankungen, empfindliche, leicht verletzliche Haut sowie seine ausgeprägte Kälteempfindlichkeit. Auch von der Norm abweichende Blutwerte (etwa Schilddrüse) sind bei Windhunden rasseüblich.

Ein seriöser Züchter untersucht die Elterntiere auf Herz und Augen. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Greyhound ist der größte und schnellste der glatthaarigen Windhunde. Dem kleineren Whippet ähnelt er stark im Typ und Wesen — der Whippet ist gewissermaßen der kompaktere, wohnungsfreundlichere „kleine Bruder" mit demselben sanften Couch-und-Sprinter-Charakter.

Mit anderen Windhunden wie dem Galgo Español und dem zierlichen Italienischen Windspiel teilt er den ausgeprägten Sichtjagdtrieb und das ruhige, sanfte Wesen im Haus. Wer einen pflegeleichten, sanften und zugleich sportlichen Hund sucht, findet im Greyhound einen würdevollen Begleiter.

Kosten

Ein Greyhound-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.200 und 1.800 Euro; viele Greyhounds werden aber auch als ehemalige Rennhunde über Windhund-Hilfen vermittelt, was deutlich günstiger ist und einem Hund ein neues Zuhause gibt.

Laufend sollte man mit rund 80 bis 130 Euro im Monat für Futter, Steuer, Versicherung und Tierarzt rechnen; dazu kommt ein Hundemantel für die kalte Jahreszeit. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen Züchter wählen, der die Elterntiere auf Herz und Augen untersucht, auf ein freundliches Wesen züchtet und die Welpen im familiären Umfeld aufzieht. Eine wunderbare Alternative ist die Adoption eines ehemaligen Rennhunds über eine Windhund-Hilfe — viele dieser Hunde sind sanft und dankbar.

Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob man dem Hund regelmäßig Gelegenheit zum Sprinten bieten, seinen Sichtjagdtrieb sicher händeln und seine Kälteempfindlichkeit berücksichtigen kann. Bei adoptierten Ex-Rennhunden hilft etwas Geduld bei der Eingewöhnung ins Familienleben.

Passt zu dir, wenn …

du einen sanften, ruhigen und pflegeleichten Hund suchst
du ihm regelmäßig Gelegenheit zum Sprinten bietest
du seinen Sichtjagdtrieb ernst nimmst
du einen anhänglichen, leisen Begleiter möchtest
du offen für die Adoption eines Ex-Rennhunds bist
du einen Wachhund suchst
du nur ungesicherte Freilaufflächen mit Wild hast
du einen kälteunempfindlichen Outdoor-Hund möchtest
du kleine Heimtiere hältst, die seinen Hetztrieb auslösen

Häufige Fragen

Ist der Greyhound der schnellste Hund der Welt?

Ja — der Greyhound ist die schnellste Hunderasse und erreicht im Sprint über 70 km/h.

Ist der Greyhound ein guter Familienhund?

Ja — er ist sanft, geduldig, anhänglich und zu Hause angenehm ruhig. Der Umgang mit sehr kleinen Kindern sollte wegen seines sensiblen Wesens begleitet werden.

Wie viel Bewegung braucht ein Greyhound?

Er braucht täglich Gelegenheit, kräftig zu sprinten, ist ansonsten aber sehr ruhig und genügsam. Mehrere Spaziergänge mit freiem Galopp decken seinen Bedarf.

Friert der Greyhound leicht?

Ja — durch sein dünnes Fell und das geringe Körperfett friert er schnell und braucht bei Kälte einen Hundemantel und einen warmen Liegeplatz.

Hat der Greyhound einen Jagdtrieb?

Ja — als Sichtjäger löst jede schnelle Bewegung seinen Hetztrieb aus. Ein zuverlässiger Rückruf ist schwer, gesicherte Ausläufe sind wichtig.

Warum reagiert der Greyhound empfindlich auf Narkosen?

Als Windhund mit sehr wenig Körperfett verstoffwechselt er Narkosemittel anders; ein erfahrener Tierarzt berücksichtigt das bei der Dosierung.

Wie alt wird ein Greyhound?

Etwa 10 bis 13 Jahre bei guter Pflege und gesunder Zuchtlinie.

Kann man einen ehemaligen Rennhund adoptieren?

Ja — viele Greyhounds werden nach der Renn-Karriere über Windhund-Hilfen vermittelt und sind sanfte, dankbare Familienhunde.

Bellt der Greyhound viel?

Nein — er ist ein sehr leiser Hund und bellt selten, weshalb er kaum als Wachhund taugt.

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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 158 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.