
Bloodhound
Sanfter Spürhund mit legendärer Nase — gutmütig, geduldig und stur, ein imposanter Fährtenhund mit Hängeohren und ausgeprägtem Sabber.
| Größe | 58–69 cm |
|---|---|
| Gewicht | 36–54 kg |
| Lebenserwartung | 8–11 Jahre |
| Herkunft | Belgien |
| FCI-Gruppe | Laufhund |
| Fellpflege | gering |
| Aktivitätsbedarf | mittel |
| Anfängertauglich | mit Erfahrung |
Temperament & Eignung
Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.
Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.
~175 cm
69 cm
Eigenschaften
Wesen & Charakter
Der Bloodhound (Chien de Saint-Hubert) ist ein großer, sanfter Spür- und Fährtenhund mit der besten Nase aller Hunderassen und gutmütigem, geduldigem Wesen. Er ist seiner Familie zugetan, freundlich und ausgesprochen menschenfreundlich — ein liebenswerter, ruhiger Riese mit melancholischem Blick.
Als spezialisierter Schweiß- und Fährtenhund lebt er für seine Nase: Hat er eine Spur aufgenommen, folgt er ihr stur und beharrlich, ohne sich ablenken zu lassen. Diese Beharrlichkeit macht ihn in der Personensuche unübertroffen, in der Erziehung aber durchaus eigensinnig.
Der Bloodhound ist freundlich, niemandem gegenüber aggressiv und taugt kaum als Wachhund. Er ist ein sanfter, geduldiger und gutmütiger Begleiter mit ausgeprägtem Spürtrieb, der Geduld, Nasenarbeit und Verständnis für seinen Eigensinn braucht.
Herkunft & Geschichte
Der Bloodhound geht auf die Hunde des Klosters Saint-Hubert in den belgischen Ardennen zurück, weshalb er auch „Chien de Saint-Hubert" heißt. Schon im Mittelalter wurden diese Hunde von Mönchen und Adeligen als hervorragende Schweiß- und Fährtenhunde für die Jagd gezüchtet.
Wegen seiner unübertroffenen Nasenleistung wird er bis heute weltweit in der Personen- und Vermisstensuche eingesetzt; seine Fährtenarbeit ist sogar vor Gericht anerkannt. Die FCI führt ihn in Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde).
Von seiner Vergangenheit als Schweißhund hat er seine legendäre Nase, seinen Spürtrieb, seine Beharrlichkeit und sein sanftes, gutmütiges Wesen behalten.
Aussehen & Größe
Der Bloodhound ist ein großer, kräftiger und massiger Hund mit loser, faltiger Haut, sehr langen Schlappohren und dem typisch melancholischen, faltigen Gesicht. Rüden erreichen etwa 64 bis 72 cm Schulterhöhe und 46 bis 54 kg, Hündinnen 58 bis 66 cm und sind etwas leichter.
Das kurze, dichte Fell ist pflegeleicht und kommt in Schwarz-Loh, Leber-Loh und Rot vor. Charakteristisch sind die extrem langen Ohren, die ausgeprägten Hautfalten an Kopf und Hals, die hängenden Lefzen und der sanfte, ernste Ausdruck.
Wegen der hängenden Lefzen sabbert der Bloodhound sehr stark. Die langen Ohren und die Hautfalten brauchen besondere Pflege. Seine schiere Größe und der Sabber sollten bei der Haltung realistisch eingeplant werden.
Haltung & Auslastung
Der Bloodhound hat einen mittleren bis hohen Bewegungsbedarf und braucht vor allem ausgiebige Nasenarbeit. Er braucht täglich etwa ein bis zwei Stunden Bewegung sowie ausgedehnte Schnüffel-Spaziergänge oder gezielte Fährtenarbeit, die seinem Spürtrieb entspricht und ihn auslastet.
Mantrailing und Fährtenarbeit sind ihm wie auf den Leib geschneidert und die beste Beschäftigung. Wegen seines extrem ausgeprägten Spürtriebs ist Freilauf nur in sicheren Bereichen ratsam — einer interessanten Spur folgt der Bloodhound stundenlang und ist dann kaum abrufbar.
Im Wachstum ist auf gelenkschonende Belastung zu achten. Er braucht Platz und engen Familienanschluss; als Erwachsener ist er ein eher gemütlicher, ruhiger Hausgenosse, der aber seine Nasenarbeit braucht.
Erziehung
Der Bloodhound ist intelligent, aber ausgesprochen eigensinnig und stur — besonders wenn er eine Spur aufgenommen hat, ist er kaum ansprechbar. Eine konsequente, geduldige und freundliche Erziehung mit viel positiver Bestärkung (gern über Futter und Nasenarbeit) ist wichtig.
Besonders der Rückruf ist eine große Herausforderung, sobald seine Nase die Führung übernimmt. Frühe, geduldige Erziehung und das Einbeziehen seiner Nase ins Training helfen. Härte bringt bei dem gutmütigen, sensiblen Sturkopf gar nichts.
Mit Geduld, Humor und viel Nasenarbeit ist er gut zu führen; wer absoluten Gehorsam erwartet, wird dem eigensinnigen Spürhund aber nicht gerecht.
Für Anfänger geeignet?
Der Bloodhound ist nur bedingt anfängergeeignet. Sein sanftes, gutmütiges und menschenfreundliches Wesen spricht für ihn, sein Eigensinn, sein extrem ausgeprägter Spürtrieb, die schwierige Rückruf-Erziehung, seine Größe, der Sabber und die kurze Lebenserwartung verlangen aber Geduld und Erfahrung.
Für geduldige Halter, die seinen Sturkopf mit Humor nehmen, ihm viel Nasenarbeit bieten, gesicherte Ausläufe ermöglichen und mit Sabber und Größe leben können, ist er ein liebenswerter Begleiter. Wer einen gehorsamen, sportlichen oder pflegeleichten Hund sucht, sollte das Spürhund-Wesen bedenken.
Mit Kindern & anderen Tieren
Der Bloodhound ist ein ausgesprochen sanfter, geduldiger und kinderlieber Familienhund, der mit Kindern in der Regel hervorragend zurechtkommt. Wegen seiner enormen Größe und Kraft sollte der Umgang mit kleinen Kindern dennoch beaufsichtigt werden, damit er sie nicht versehentlich umstößt.
Mit anderen Hunden ist er als Meutehund ausgesprochen sozial und meist sehr verträglich; auch Katzen und andere Haustiere akzeptiert er in der Regel gut, vor allem wenn er mit ihnen aufwächst. Sein sanftes, friedliches Wesen macht ihn zu einem unkomplizierten Mitbewohner.
Pflege & Pflegeroutine
Das kurze Fell des Bloodhounds ist pflegeleicht und braucht nur gelegentliches Bürsten. Deutlich mehr Aufmerksamkeit verlangen die sehr langen, schlecht belüfteten Ohren, die stark zu Ohrentzündungen neigen und regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden müssen.
Auch die ausgeprägten Hautfalten an Kopf und Hals sowie die hängenden Lider (Neigung zu Entropium und Ektropium) brauchen Pflege und Kontrolle. Er sabbert stark, was man bei der Anschaffung einkalkulieren sollte. Krallen und Zähne gehören zur üblichen Routine.
Der Fellpflegeaufwand ist gering, die regelmäßige, sorgfältige Ohren-, Falten- und Augenpflege sowie das starke Sabbern sollte man aber keinesfalls unterschätzen.
Ernährung
Der Bloodhound braucht als große Rasse ein hochwertiges, auf Wachstum und Aktivität abgestimmtes Futter. Gerade im Wachstum ist eine kontrollierte Fütterung wichtig, um die Gelenke des großen Hundes nicht zu überlasten.
Als sehr großer, tiefbrüstiger Hund hat der Bloodhound ein besonders hohes Risiko für eine lebensgefährliche Magendrehung; mehrere kleinere Mahlzeiten, ein erhöhter Napf und Ruhe nach dem Fressen sind wichtig. Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen.
Gesundheit & typische Krankheiten
Der Bloodhound hat als große Rasse leider nur eine begrenzte Lebenserwartung von etwa 9 bis 11 Jahren. Mehrere rassetypische, teils durch den Körperbau bedingte Gesundheitsthemen sollte man kennen.
Im Vordergrund steht das sehr hohe Risiko einer Magendrehung. Hinzu kommen chronische Ohrentzündungen (durch die langen Ohren), Lidfehlstellungen wie Entropium und Ektropium, Hautentzündungen in den Falten, Hüft- und Ellbogengelenksdysplasie sowie eine gewisse Neigung zu Hautproblemen.
Ein seriöser Züchter untersucht die Elterntiere auf Hüften, Ellbogen und Augen und achtet auf nicht übertriebene Falten und Ohren. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.
Vergleich mit ähnlichen Rassen
Der Bloodhound ist der Inbegriff des Spür- und Schweißhundes und mit anderen Laufhunden verwandt. Mit dem deutlich kleineren Basset Hound teilt er die langen Ohren, die feine Nase, das gemütliche Wesen und den Eigensinn; in den Basset floss der Bloodhound sogar ein.
Mit dem fröhlichen Beagle teilt er den ausgeprägten Spür- und Meutetrieb, ist aber deutlich größer und ruhiger. Gegenüber dem jagdlich vielseitigen Deutsch Drahthaar ist der Bloodhound ein reiner Nasenspezialist. Wer einen sanften, gutmütigen Fährtenhund mit unübertroffener Nase sucht und Sabber sowie Eigensinn akzeptiert, findet im Bloodhound eine besondere Wahl.
Kosten
Ein Bloodhound-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.500 und 2.200 Euro. Auf gesundheitlich untersuchte Elterntiere (Hüften, Augen) mit nicht übertriebenen Falten und Ohren zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis.
Die laufenden Kosten sind wegen der Größe hoch: Mit rund 130 bis 220 Euro im Monat für Futter, Steuer, Versicherung und Tierarzt sollte man rechnen, dazu mögliche Kosten durch Ohren-, Augen- und Magenprobleme. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.
Anschaffung & Züchter
Bei der Anschaffung sollte man einen seriösen Züchter wählen, der die Elterntiere auf Hüften, Ellbogen und Augen untersucht, auf nicht übertriebene Falten und Ohren sowie ein gutmütiges Wesen züchtet und die Welpen im familiären Umfeld aufzieht. Von extrem faltigen, übertypisierten Tieren mit hängendem Blick ist aus Tierschutzsicht abzuraten.
Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet auch über Rasse-Nothilfen gelegentlich Bloodhounds. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob man dem großen Hund viel Nasenarbeit, gesicherte Ausläufe und die nötige Ohren-, Augen- und Faltenpflege bieten kann und ob man mit dem starken Sabbern leben möchte.
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Häufige Fragen
Hat der Bloodhound wirklich die beste Nase aller Hunde?
Ja — der Bloodhound gilt als der Hund mit der feinsten Nase überhaupt und wird weltweit in der Personen- und Vermisstensuche eingesetzt; seine Fährtenarbeit ist sogar vor Gericht anerkannt.
Ist der Bloodhound ein Anfängerhund?
Bedingt — sein sanftes, gutmütiges Wesen spricht dafür, sein Eigensinn, sein extremer Spürtrieb, die Größe und der Sabber dagegen. Für geduldige Halter mit Freude an Nasenarbeit geeignet.
Sabbert der Bloodhound stark?
Ja, sehr — wegen seiner hängenden Lefzen sabbert er ausgeprägt. Das sollte man bei der Anschaffung unbedingt einkalkulieren.
Wie alt wird ein Bloodhound?
Leider nur etwa 9 bis 11 Jahre — wie bei vielen großen Rassen ist die Lebenserwartung begrenzt.
Welche Krankheiten sind beim Bloodhound typisch?
Vor allem ein sehr hohes Magendrehungsrisiko, dazu chronische Ohrentzündungen, Lidfehlstellungen (Entropium/Ektropium), Hautentzündungen in den Falten und Hüft- und Ellbogendysplasie.
Wie viel Bewegung braucht ein Bloodhound?
Mittel bis hoch, vor allem aber viel Nasenarbeit — ausgedehnte Schnüffel-Spaziergänge, Mantrailing oder Fährtenarbeit lasten ihn am besten aus.
Ist der Bloodhound ein Familienhund?
Ja — er ist ausgesprochen sanft, geduldig, sozial und kinderlieb. Wegen seiner Größe sollte der Umgang mit kleinen Kindern beaufsichtigt werden.
Lässt sich der Bloodhound gut erziehen?
Er ist gutmütig, aber stur — besonders wenn er eine Spur verfolgt, ist er kaum ansprechbar. Ein zuverlässiger Rückruf ist schwer; gesicherte Ausläufe sind wichtig.
Wie pflegeintensiv sind die Ohren des Bloodhounds?
Sehr — die langen, schlecht belüfteten Ohren neigen stark zu Ohrentzündungen und müssen regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden.
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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 84 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.


