Bernedoodle

Bernedoodle

Sanfter Hybrid aus Berner Sennenhund und Pudel — freundlich, ruhig und oft allergikerfreundlich, ein anhänglicher Familienhund.

Größe
45–70 cm
Gewicht
20–50 kg
Lebenserwartung
12–15 Jahre
Herkunft
Nordamerika
FCI-Gruppe
Steckbrief: Bernedoodle auf einen Blick
Größe45–70 cm
Gewicht20–50 kg
Lebenserwartung12–15 Jahre
HerkunftNordamerika
FCI-Gruppe
Fellpflegehoch
Aktivitätsbedarfmittel
Anfängertauglichgut geeignet

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf3/5
Kinderfreundlichkeit5/5
Anfängertauglich4/5
Pflegeaufwand4/5
Wachsamkeit3/5
Verträglichkeit4/5
Haarverlust2/5
Eigenständigkeit2/5
1,5 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Gut
Andere Hunde Gut
Anfänger:innen Gut
Wohnung Gering
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Bernedoodle
70 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Bernedoodle ist eine Kreuzung aus Berner Sennenhund und Pudel und kein anerkannter Rassehund, sondern ein sogenannter Hybrid oder Designerhund. Er verbindet das sanfte, gutmütige Wesen des Berner Sennenhunds mit der Intelligenz und dem wenig haarenden Fell des Pudels.

Bernedoodles sind in der Regel freundlich, ruhig und sehr menschenbezogen. Sie binden sich eng an ihre Familie, sind meist kinderlieb und gegenüber Fremden und anderen Hunden offen und gutmütig — beliebte, anhängliche Familienbegleiter.

Da der Bernedoodle keiner Norm unterliegt und es ihn in verschiedenen Größen gibt, variieren Wesen, Größe und Fell je nach Verpaarung. Gemeinsam ist den meisten ein sanftes, geselliges Wesen und ein starkes Bedürfnis nach Familienanschluss.

Herkunft & Geschichte

Der Bernedoodle ist eine vergleichsweise junge „Doodle"-Kreuzung, die ab den 2000er-Jahren gezielt aus Berner Sennenhund und Pudel gezüchtet wurde. Ziel war ein sanfter, familienfreundlicher und möglichst allergikerverträglicher Begleithund mit weniger Gesundheitsproblemen als der reinrassige Berner.

Je nach eingekreuzter Pudelgröße (Zwerg-, Klein- oder Großpudel) gibt es ihn als Mini, Medium oder Standard. Da er keiner FCI-Norm unterliegt, gibt es keinen einheitlichen Standard.

Trotz fehlender offizieller Anerkennung ist der Bernedoodle sehr gefragt — was leider auch unseriöse Vermehrer anzieht, weshalb die Wahl des Züchters besonders wichtig ist.

Aussehen & Größe

Je nach eingekreuzter Pudelgröße reicht der Bernedoodle vom mittelgroßen bis zum großen Hund, meist zwischen 30 und 60 cm Schulterhöhe und 10 bis 40 kg Gewicht. Es gibt ihn als Mini, Medium und Standard.

Das Fell ist gewellt bis lockig und zeigt oft die typische dreifarbige Berner-Zeichnung (schwarz-weiß-braun), kommt aber auch einfarbig oder zweifarbig vor. Je mehr Pudel-Anteil, desto lockiger und haararmer ist das Fell meist.

Charakteristisch ist der freundliche, „teddyhafte" Ausdruck. Weil kein Standard existiert, können selbst Wurfgeschwister im Typ, in der Größe und im Fell deutlich variieren.

Haltung & Auslastung

Der Bernedoodle ist ein Hund mit mittlerem Bewegungsbedarf. Er braucht täglich etwa ein bis zwei Stunden Bewegung plus geistige Beschäftigung — er liebt Spaziergänge, Spiel und gemeinsame Aktivitäten, ist aber meist ruhiger als reine Jagd- oder Hütehunde.

Neben Bewegung braucht er vor allem Gesellschaft: Bernedoodles sind sehr menschenbezogen und bleiben ungern lange allein. Mit genügend Auslastung und Familienanschluss sind sie ausgeglichene, ruhige Haushunde.

Er ist anpassungsfähig und je nach Größe auch in der Wohnung zu halten, sofern er ausreichend Bewegung und Beschäftigung bekommt. Das Alleinbleiben sollte früh geübt werden.

Erziehung

Dank seiner Intelligenz und seines „will to please" lernt der Bernedoodle leicht und schnell. Er reagiert hervorragend auf freundliche, positive Erziehungsmethoden und ist auch für Ersthundehalter gut geeignet.

Wichtig sind frühe Sozialisierung, ein konsequenter Rahmen und das Üben des Alleinbleibens. Junge Bernedoodles können vom Pudel-Anteil her recht lebhaft sein — etwas Impulskontrolle und Ruhetraining gehören dazu.

Insgesamt ist er ein unkomplizierter, gut erziehbarer Hund, der die Zusammenarbeit mit seinem Menschen genießt.

Für Anfänger geeignet?

Der Bernedoodle gilt als ausgesprochen anfängerfreundlich. Er ist freundlich, ruhig, lernwillig und gut erziehbar und eignet sich daher sehr gut für Ersthundehalter und Familien.

Wichtig ist, dass man ihm genügend Bewegung, Beschäftigung und Gesellschaft bietet und die Fellpflege nicht unterschätzt. Wer einen sanften Familienhund sucht, viel zu Hause ist und Zeit für die Fellpflege hat, findet im Bernedoodle eine gute Wahl — vorausgesetzt, er stammt aus seriöser Zucht.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Bernedoodle ist ein ausgesprochen kinderlieber, geduldiger und sanfter Familienhund, der den Umgang mit Kindern in der Regel hervorragend verträgt. Seine Gutmütigkeit und Geselligkeit machen ihn zu einem idealen Familienbegleiter.

Mit anderen Hunden ist er meist freundlich und verträglich; auch Katzen und andere Haustiere akzeptiert er gut, besonders wenn er mit ihnen aufwächst. Sein Jagdtrieb ist meist gering ausgeprägt.

Pflege & Pflegeroutine

Das wellige bis lockige Fell des Bernedoodle haart zwar oft wenig, ist aber pflegeintensiv: Es verfilzt leicht und braucht regelmäßiges Bürsten, am besten mehrmals pro Woche. Hinzu kommen regelmäßige Besuche beim Hundefriseur zum Scheren und Ausdünnen, etwa alle sechs bis zehn Wochen.

Die Schlappohren sollten kontrolliert und sauber gehalten werden, besonders nach dem Schwimmen, um Ohrentzündungen vorzubeugen. Krallen, Augen und Zähne gehören zur üblichen Pflege.

Wer den Pflegeaufwand des Lockenfells unterschätzt, riskiert verfilzte Hunde — die Fellpflege ist beim Bernedoodle ein fester Bestandteil der Haltung.

Ernährung

Der Bernedoodle braucht ein hochwertiges, ausgewogenes Futter, das auf seine Größe und Aktivität abgestimmt ist. Da er — je nach Größe und Berner-Anteil — zu Übergewicht neigen kann, sind kontrollierte Portionen und ein schlankes Gewicht wichtig.

Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen. Bei größeren Bernedoodles ist wegen der tiefen Brust auf mehrere Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen zu achten.

Gesundheit & typische Krankheiten

Bei seriöser Zucht ist der Bernedoodle meist gesund und erreicht — je nach Größe — ein Alter von etwa 12 bis 15 Jahren, oft höher als der reinrassige Berner Sennenhund. Als Hybrid kann er jedoch Erbkrankheiten beider Ausgangsrassen mitbringen.

Dazu zählen Hüft- und Ellbogengelenksdysplasie, Augenerkrankungen wie die progressive Retinaatrophie (PRA), durch die Schlappohren begünstigte Ohrentzündungen, die von-Willebrand-Erkrankung sowie über den Berner-Anteil eine gewisse Krebsneigung. Der oft beworbene „Hybridvorteil" ist wissenschaftlich nicht belegt, auch wenn die Mischung das enge Berner-Krebsrisiko etwas streuen kann.

Eine verantwortungsvolle Zucht testet die Elterntiere auf Hüften, Augen und Erbkrankheiten. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Bernedoodle wird oft mit anderen Pudel-Hybriden wie dem Goldendoodle verglichen: Alle sind freundliche, wenig haarende Familien-Hybriden, der Bernedoodle wirkt durch den Berner-Anteil oft besonders ruhig, sanft und gemütlich.

Wer einen anerkannten Rassehund mit vorhersehbarem Typ bevorzugt, sollte die reinrassigen Ausgangsrassen in Betracht ziehen: den sanften Berner Sennenhund oder den intelligenten, wenig haarenden Pudel. Der Bernedoodle bietet eine Mischung beider, allerdings ohne Standard und ohne Anerkennung.

Kosten

Bernedoodle-Welpen sind sehr gefragt und entsprechend teuer — je nach Züchter, Größe und Generation liegen die Preise häufig zwischen 1.800 und 3.000 Euro. Vorsicht ist bei auffällig günstigen Angeboten geboten, hinter denen oft unseriöse Vermehrer stehen.

Laufend sollte man je nach Größe mit rund 80 bis 150 Euro im Monat rechnen. Hinzu kommt der regelmäßige Hundefriseur mit etwa 50 bis 100 Euro pro Termin. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Da der Bernedoodle nicht anerkannt ist und keiner Zuchtaufsicht unterliegt, ist die Wahl eines seriösen Züchters besonders wichtig. Ein verantwortungsvoller Züchter testet beide Elterntiere auf die Erbkrankheiten von Berner Sennenhund und Pudel (Hüften, Augen, Erbkrankheiten), zieht die Welpen im Haus auf und verspricht keinen pauschalen „Hybridvorteil".

Auffällig günstige Angebote, fehlende Gesundheitsnachweise oder Welpen „auf Bestellung" sind Warnsignale. Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet auch im Tierschutz immer wieder Doodles. Vor der Anschaffung sollte ehrlich geprüft werden, ob Zeit für Bewegung, Gesellschaft und die intensive Fellpflege vorhanden ist.

Passt zu dir, wenn …

du einen sanften, ruhigen Familienhund suchst
du einen wenig haarenden Partner möchtest
du täglich ein bis zwei Stunden Bewegung und Zeit für Fellpflege hast
du viel zu Hause bist
du bei seriösen Züchtern kaufst
du den Hund oft lange allein lassen müsstest
du keinen Friseuraufwand willst
du einen einheitlichen, anerkannten Rassetyp erwartest
du wenig Zeit für Bewegung hast

Häufige Fragen

Ist der Bernedoodle eine anerkannte Rasse?

Nein — er ist ein Hybrid aus Berner Sennenhund und Pudel ohne FCI-Anerkennung, daher gibt es keinen einheitlichen Standard.

Haart der Bernedoodle?

Oft wenig, dank des Pudel-Anteils. Garantiert ist das bei Hybriden aber nicht, da der Fellschlag variiert.

Ist der Bernedoodle allergikerfreundlich?

Häufig besser verträglich als stark haarende Rassen, eine Garantie gibt es jedoch nie. Allergiker sollten vor dem Kauf Kontakt zum Hund suchen.

Ist der Bernedoodle ein Anfängerhund?

Ja — er ist sanft, ruhig, lernwillig und gut erziehbar und eignet sich sehr gut für Ersthundehalter und Familien.

Ist der Bernedoodle ein Familienhund?

Ja — er ist kinderlieb, sanft und gesellig und gilt als idealer Familienbegleiter, der viel Gesellschaft braucht.

Wie groß wird ein Bernedoodle?

Je nach eingekreuzter Pudelgröße meist 30 bis 60 cm und 10 bis 40 kg — es gibt Mini-, Medium- und Standard-Varianten.

Welche Krankheiten sind beim Bernedoodle typisch?

Hüft- und Ellbogendysplasie, Augenerkrankungen wie PRA, Ohrentzündungen, die von-Willebrand-Erkrankung und über den Berner-Anteil eine gewisse Krebsneigung.

Wie alt wird ein Bernedoodle?

Je nach Größe bei seriöser Zucht etwa 12 bis 15 Jahre — oft höher als der reinrassige Berner Sennenhund.

Ist der Bernedoodle pflegeintensiv?

Ja — das Lockenfell haart zwar wenig, verfilzt aber leicht und braucht mehrmals wöchentliches Bürsten sowie regelmäßig den Hundefriseur.

Ähnliche Rassen

Quellen: Hybridhund (keine FCI-Anerkennung) · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.