Alaskan Malamute

Alaskan Malamute

Kraftvoller arktischer Schlittenhund — freundlich, eigenständig und ausdauernd, ein imposanter Hund für sehr aktive, erfahrene Hände.

Größe
58–71 cm
Gewicht
34–43 kg
Lebenserwartung
10–14 Jahre
Herkunft
USA (Alaska)
FCI-Gruppe
Spitze und Hunde vom Urtyp
Steckbrief: Alaskan Malamute auf einen Blick
Größe58–71 cm
Gewicht34–43 kg
Lebenserwartung10–14 Jahre
HerkunftUSA (Alaska)
FCI-GruppeSpitze und Hunde vom Urtyp
Fellpflegemittel
Aktivitätsbedarfsehr hoch
Anfängertauglicheher für Erfahrene

Temperament & Eignung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von FCI-Rassestandard und VDH-Angaben.

AktivitätErziehbarVerträglichKinderWachsamEigenständig
Aktivitätsbedarf5/5
Kinderfreundlichkeit4/5
Anfängertauglich2/5
Pflegeaufwand3/5
Wachsamkeit2/5
Verträglichkeit3/5
Haarverlust4/5
Eigenständigkeit4/5
3 hpro Tag
Auslastung pro Tag

Richtwert für Bewegung & Beschäftigung dieser Rasse.

Verträglichkeit & Eignung
Kinder Gut
Andere Hunde Mittel
Anfänger:innen Gering
Wohnung Gering
Größe im Vergleich
Mensch
~175 cm
Alaskan Malamute
71 cm

Eigenschaften

Wesen & Charakter

Der Alaskan Malamute ist ein großer, kraftvoller arktischer Schlittenhund mit freundlichem, aufgeschlossenem und zugleich eigenständigem Wesen. Er ist seiner Familie zugewandt und sozial, dabei aber selbstständig, stur und wenig unterwürfig — ein typischer Spitz-Charakter.

Als ursprünglicher Lasten- und Schlittenhund hat er enorme Kraft, Ausdauer und einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Er ist gesellig und menschenfreundlich, taugt aber wegen seiner Freundlichkeit kaum als Wachhund. Statt zu bellen, „spricht" und heult er gern.

Der Malamute ist intelligent, aber eigenwillig und hat einen ausgeprägten Jagd- und Beutetrieb sowie einen starken Willen. Er braucht eine souveräne, geduldige Führung, viel Auslastung und ist kein Hund, der auf Knopfdruck gehorcht.

Herkunft & Geschichte

Der Alaskan Malamute ist eine der ältesten arktischen Schlittenhundrassen und stammt vom Volk der Mahlemut im Nordwesten Alaskas, das ihn als kräftigen Lasten- und Schlittenhund für schwere Transporte über weite Strecken einsetzte. Anders als der schnellere Husky war er auf Kraft und Ausdauer ausgelegt.

Über die Goldrauschzeit und Polarexpeditionen wurde er bekannt und später als Rasse standardisiert. Die FCI führt ihn in Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion nordische Schlittenhunde.

Von seiner Vergangenheit als arktischer Arbeitshund hat er seine Kraft, Ausdauer, sein dichtes Fell, seinen Bewegungsdrang und sein eigenständiges, geselliges Wesen behalten.

Aussehen & Größe

Der Alaskan Malamute ist ein großer, kräftiger und massiger Schlittenhund mit dichtem Doppelfell, buschiger Rute und wölfischem, freundlichem Ausdruck. Rüden erreichen etwa 63 bis 64 cm Schulterhöhe und rund 38 kg, Hündinnen etwa 58 cm und 34 kg.

Das dichte, grobe Deckhaar mit wolliger Unterwolle kommt in verschiedenen Grau-, Schwarz-, Zobel- und Rottönen, jeweils mit weißen Abzeichen, vor. Charakteristisch sind die aufrechten Ohren, die buschige Rute und die kräftige, kompakte Statur.

Sein dichtes Fell macht ihn weitgehend kälteunempfindlich, aber stark hitzeempfindlich. Im Fellwechsel haart er extrem stark. Die imposante Größe und Kraft sollte man bei Haltung und Auslastung realistisch einplanen.

Haltung & Auslastung

Der Alaskan Malamute hat einen sehr hohen Bewegungsbedarf. Er braucht täglich mehrere Stunden Bewegung sowie Aufgaben, die seiner Kraft und Ausdauer entsprechen — lange Wanderungen, Zughundesport (Zugarbeit, Canicross, Schlittenfahren) oder ausgedehnte Touren.

Reine Spaziergänge lasten ihn nicht aus; ein unterforderter Malamute neigt zum Graben, Heulen und zu Zerstörung. Als arktischer Hund braucht er kühlere Bedingungen und sollte bei Hitze geschont werden; er fühlt sich draußen wohler als in der Enge.

Wegen seines ausgeprägten Jagd- und Beutetriebs ist Freilauf nur in sicheren Bereichen ratsam. Er ist ein Hund für sehr aktive, am besten zughundesportbegeisterte Menschen mit Platz.

Erziehung

Der Alaskan Malamute ist intelligent, aber ausgesprochen eigenständig, stur und wenig unterwürfig — er hinterfragt Anweisungen und arbeitet nicht aus blindem Gehorsam. Eine konsequente, ruhige und geduldige Führung mit viel positiver Bestärkung und einer vertrauensvollen Bindung ist entscheidend.

Frühe Sozialisierung ist wichtig, besonders im Hinblick auf seinen Jagdtrieb und seine mögliche Dominanz gegenüber anderen Hunden. Härte und Druck sind kontraproduktiv und machen den selbstbewussten Hund stur.

Wer absoluten Gehorsam erwartet oder keine Erfahrung mit eigenständigen Spitzen hat, wird vom Malamute schnell überfordert.

Für Anfänger geeignet?

Der Alaskan Malamute ist kein Anfängerhund. Sein extrem hoher Bewegungsbedarf, sein Eigensinn, sein Jagdtrieb, seine Kraft und der hohe Fellpflegeaufwand überfordern unerfahrene oder wenig aktive Halter schnell.

Er gehört in die Hände sehr aktiver, erfahrener Menschen, die eigenständige Hunde verstehen, ihm viel Auslastung (idealerweise Zughundesport) bieten und ausreichend Platz sowie kühlere Bedingungen ermöglichen können. Wer zum ersten Mal einen Hund hält, sollte sich anders entscheiden.

Mit Kindern & anderen Tieren

Der Alaskan Malamute ist gegenüber Menschen ausgesprochen freundlich, sozial und kinderlieb und kann in aktiven Familien ein guter Begleiter sein. Wegen seiner enormen Kraft sollte der Umgang mit kleinen Kindern dennoch beaufsichtigt werden.

Gegenüber anderen Hunden — besonders gleichgeschlechtlichen — kann er dominant auftreten, und wegen seines ausgeprägten Jagd- und Beutetriebs ist bei Katzen und kleinen Heimtieren große Vorsicht geboten. Eine frühe, gute Sozialisierung ist entscheidend.

Pflege & Pflegeroutine

Das dichte Doppelfell des Alaskan Malamute ist pflegeintensiv: Es braucht regelmäßiges, mehrmals wöchentliches Bürsten, im Fellwechsel zweimal im Jahr täglich, da er dann extrem stark haart und die gesamte Unterwolle verliert.

Geschoren werden sollte der Malamute nicht, da das Fell ihn vor Kälte und Hitze schützt. Krallen, Ohren, Augen und Zähne gehören zur regelmäßigen Kontrolle.

Der Pflegeaufwand ist hoch — das üppige Fell und vor allem das extreme Haaren im Fellwechsel sollte man bei der Anschaffung realistisch einplanen.

Ernährung

Der Alaskan Malamute braucht als großer, sehr aktiver Hund ein hochwertiges, leistungsgerechtes Futter, das auf seine Aktivität abgestimmt ist. Trotz seiner Größe kommt er als effizienter Schlittenhund oft mit vergleichsweise moderaten Mengen aus — auf ein schlankes Gewicht ist zu achten.

Als großer, tiefbrüstiger Hund besteht ein gewisses Risiko für eine Magendrehung; mehrere kleinere Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen beugen vor. Die passende Menge lässt sich mit dem Futtermengen-Rechner bestimmen, eine Rohfütterung mit dem BARF-Rechner planen.

Gesundheit & typische Krankheiten

Der Alaskan Malamute erreicht ein Alter von etwa 10 bis 14 Jahren. Einige rassetypische, teils erbliche Gesundheitsthemen sollte man kennen — mehrere davon sind per Gentest erkennbar.

Dazu zählen Hüftgelenksdysplasie, die erbliche Polyneuropathie (per Gentest erkennbar), die Chondrodysplasie (eine Form von Zwergwuchs, ebenfalls per Gentest), Augenerkrankungen wie Katarakt und Tagblindheit (Zapfendegeneration), Schilddrüsenunterfunktion sowie eine ausgeprägte Hitzeempfindlichkeit.

Ein seriöser Züchter führt die verfügbaren Gentests (Polyneuropathie, Chondrodysplasie) durch und untersucht die Elterntiere auf Hüften und Augen. Dieser Überblick ersetzt keinen Tierarztbesuch — bei Auffälligkeiten ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Vergleich mit ähnlichen Rassen

Der Alaskan Malamute wird oft mit dem Siberian Husky verglichen: Beide sind nordische Schlittenhunde, doch der Malamute ist deutlich größer, schwerer und kraftvoller (auf Lastentransport ausgelegt), der Husky leichter, schneller und auf Tempo gezüchtet.

Mit anderen Spitzen wie dem Samojeden teilt er das dichte Fell und das nordische Erbe, ist aber kräftiger und eigenständiger. Gegenüber dem ruhigeren Eurasier ist der Malamute deutlich bewegungs- und auslastungsintensiver. Wer einen leicht führbaren, wenig fordernden Hund sucht, ist mit dem Malamute schlecht beraten.

Kosten

Ein Alaskan-Malamute-Welpe vom seriösen Züchter kostet meist zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Auf gesundheitlich untersuchte und per Gentest getestete Elterntiere (Polyneuropathie, Chondrodysplasie) zu achten ist wichtiger als ein niedriger Preis.

Laufend sollte man wegen der Größe mit rund 100 bis 160 Euro im Monat für Futter, Steuer, Versicherung und Tierarzt rechnen. Eine Kalkulation liefert der Hundekosten-Rechner.

Anschaffung & Züchter

Bei der Anschaffung ist ein seriöser Züchter entscheidend, der die verfügbaren Gentests (Polyneuropathie, Chondrodysplasie) durchführt, die Elterntiere auf Hüften und Augen untersucht, auf Wesensfestigkeit züchtet und die Welpen gut sozialisiert.

Wegen unterschätzter Ansprüche (Bewegung, Fell, Eigensinn) landen leider viele Malamutes im Tierschutz. Vor der Anschaffung sollte sehr ehrlich geprüft werden, ob man dem Hund dauerhaft die nötige intensive Bewegung, kühlere Bedingungen, Fellpflege und konsequente Führung bieten kann.

Passt zu dir, wenn …

du sehr aktiv und hundeerfahren bist
du täglich mehrere Stunden für Bewegung hast
du Freude an Zughundesport oder langen Touren hast
du kühlere Bedingungen und Platz bieten kannst
du Zeit für die intensive Fellpflege hast
es dein erster Hund ist
du wenig Zeit für Bewegung hast
es bei dir dauerhaft heiß ist
du keinen stark haarenden, eigenständigen Hund möchtest

Häufige Fragen

Ist der Alaskan Malamute ein Anfängerhund?

Nein — sein extrem hoher Bewegungsbedarf, sein Eigensinn, sein Jagdtrieb und der Fellaufwand überfordern Anfänger schnell. Er gehört in erfahrene, sehr aktive Hände.

Wie viel Bewegung braucht ein Alaskan Malamute?

Sehr viel — täglich mehrere Stunden, idealerweise mit Zughundesport oder langen Touren. Spaziergänge lasten ihn nicht aus.

Worin unterscheidet sich der Malamute vom Husky?

Der Malamute ist größer, schwerer und auf Kraft und Lastentransport ausgelegt, der Husky leichter, schneller und auf Tempo gezüchtet.

Verträgt der Alaskan Malamute Hitze?

Schlecht — als arktischer Hund mit dichtem Fell ist er stark hitzeempfindlich und sollte bei Wärme geschont werden; er braucht kühlere Bedingungen.

Welche Krankheiten sind beim Alaskan Malamute typisch?

Hüftgelenksdysplasie, die erbliche Polyneuropathie und Chondrodysplasie (beide per Gentest), Augenerkrankungen wie Katarakt und Tagblindheit sowie Schilddrüsenunterfunktion.

Wie alt wird ein Alaskan Malamute?

Etwa 10 bis 14 Jahre bei guter Pflege und gesunder Zuchtlinie.

Bellt der Alaskan Malamute?

Kaum — statt zu bellen „spricht" und heult er gern. Als sehr freundlicher Hund taugt er nicht als Wachhund.

Haart der Alaskan Malamute stark?

Ja — er haart das ganze Jahr und im Fellwechsel extrem stark, wenn er die gesamte Unterwolle verliert. Regelmäßiges Bürsten ist Pflicht.

Hat der Alaskan Malamute einen Jagdtrieb?

Ja — er hat einen ausgeprägten Jagd- und Beutetrieb. Bei Katzen und kleinen Heimtieren ist große Vorsicht geboten, Freilauf nur gesichert.

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Quellen: FCI-Rassestandard Nr. 243 · VDH · FCI-Rassestandard · Redaktionelle Einschätzung · Stand 06/2026. Bei Gesundheitsfragen ersetzt dieser Artikel keinen Tierarztbesuch.